Austria-Wien-Spielmacher Alexander Grünwald: “Man muss einen Mittelweg finden”

Von David Mayr
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Alexander Grünwald ist wieder zurück auf dem Platz.
Alexander Grünwald ist wieder zurück auf dem Platz. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Alexander Grünwald hat sich nach siebenwöchiger Verletzungspause mit einem Tor bei seinem Austria-Comeback zurückgemeldet und spricht mit VIENNA.at über Warnsignale des Körpers, die anstehende Frühjahrssaison und Verbesserungsbedarf bei den “Veilchen”.

Starke Regenfälle, tiefer Boden – aufgrund der Wetterbedingungen konnte das Testspiel gegen den rumänischen Erstligisten Universitatea Craiova (3:1) Donnerstagnachmittag nur mit Verspätung angepfiffen werden. Für einen Austrianer schien dennoch die Sonne: Alexander Grünwald stand erstmals seit dem 2:1-Heimsieg gegen Sturm Graz in der Bundesliga am 2. Dezember wieder in einem Match auf dem Platz und durfte sogleich über einen Torerfolg jubeln.

VIENNA.at hat beim violetten Spielmacher in Belek durchgeklingelt, um ihn nach dem geglückten Comeback nach dem Befinden zu fragen. “Es war schön, wieder das Trikot anzuziehen”, sagt er recht nüchtern und erklärt, warum die Zwangspause für ihn nicht allzu mühsam war: “Die Verletzung kam – unter Anführungszeichen – zu einem guten Zeitpunkt. Dadurch, dass sie knapp vor der Winterpause passiert ist, fiel meine Ausfallszeit in den Urlaub. Ich habe also nicht allzu viel verpasst.”

Grünwald: “Man entwickelt ein Bewusstsein für den Körper”

Mit Verletzungen umzugehen hat der 26-Jährige mittlerweile gelernt. Zweimal warf ihn in seiner Karriere bereits das Kreuzband aus der Bahn, zuletzt plagten ihn Rückenprobleme. “Man entwickelt ein Bewusstsein für den Körper, nimmt Warnsignale ernster und lässt sich mehr pflegen”, beschreibt Grünwald die Erfahrung, die er aus seiner Verletzungshistorie gewonnen hat. “Aber man darf sich auch nicht zu viel damit befassen, das wirkt sich negativ aus. Man muss für sich selbst einen Mittelweg finden.”

Willkommen zurück, Alex Grünwald! Unsere Nummer zehn traf gestern nach siebenwöchiger Verletzungspause beim 3:1-Testspiel-Sieg gegen Craiova.

Posted by FK Austria Wien on Donnerstag, 21. Januar 2016

Der Weg zum Comeback verlief diesmal planmäßig, “ich konnte bereits am 27. Dezember wieder mit dem Lauftraining beginnen”. Der erste Härtetest am Donnerstag gegen Universitatea Craiova (Trainer Thorsten Fink: “Das war eine gute Leistung, es hat vieles sehr gut geklappt.”) verlief positiv, auch am Freitag (15:00 Uhr, MEZ) gegen den deutschen Zweitligisten Sandhausen, wo Ex-Rapidler Stefan Kulovits seinen Vertrag bis 2017 verlängert hat, wird Grünwald zum Einsatz kommen. Mit Hilfe der Spielpraxis will Austrias Nummer 10 so schnell wie möglich wieder in Topform kommen.

“Wir müssen weniger Gegentore bekommen”

Schließlich wartet ab Februar wieder der Meisterkampf in der Bundesliga. Die Austria liegt Tabellenführer Red Bull Salzburg mit nur zwei Punkten Rückstand im Nacken, trotzdem verweist Grünwald auf das offziell ausgegebene Saisonziel der “Veilchen”: “Das ist unverändert, wir wollen unter die Top drei und damit in den Europacup kommen. Wenn wir im März oder April noch immer auf Tuchfühlung ganz vorne dabei sind, können wir unsere Ziele immernoch nach oben korrigieren.”

Gelingen soll dies vor allem durch eine stabiliere Defensive: “Wir müssen schauen, dass wir weniger Gegentore bekommen, denn im Herbst war schon das eine oder andere unnötige dabei”, räumt Grünwald ein, spricht aber auch von einem zufriedenstellenden Saisonverlauf: “Nach den Ergebnissen des letzten Frühjahrs und dem Umbruch im Sommer haben wir – von den Punkten her – einen sehr guten Herbst gespielt. Natürlich waren Partien dabei, die jetzt nicht unbedingt spielerische Leckerbissen waren, auf der anderen Seite haben wir auch phasenweise guten Fußball geboten.”

Nun geht es in den restlichen zwei Wochen der Wintervorbereitung in Wien darum, sich den Feinschliff für den Frühling zu holen. Denn Stillstand bedeutet bekanntlich Rückschritt. Und die Austria und Alexander Grünwald wollen sich “in allen Bereichen verbessern”.

 

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