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FAQ zur Corona-Impfung: Alle Fragen und Antworten

Alle Fragen und Antworten zum Thema "Impfen in Österreich".
Alle Fragen und Antworten zum Thema "Impfen in Österreich". ©APA/EXPA/ JFK
Zu den Corona-Impfstoffen von Pfizer/BioNTech, AstraZeneca, Moderna und Co. gibt es in Österreich einige Fragen. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten zu Impfungen, Wirkungen und Nebenwirkungen.

Wo kann man sich für die Corona-Impfung anmelden?

Die Anmeldung für die Corona-Impfung ist in Österreich nicht zentral geregelt. Alle Bundesländer haben dabei eine eigenes Anmeldeportal, eine Übersicht für alle Bundesländer sowie eine Anleitung zur Anmeldung in Wien finden Sie in unserem Artikel zur Corona-Voranmeldung.

Ist die Impfung freiwillig?

Ja, die Impfung gegen das Coronavirus ist freiwillig und gratis. Zudem gibt es auch indirekte Anreize, sich impfen zu lassen - wie etwa den Nachweis einer Impfung vor Antritt von Reisen. Für eine Berufsausübungsberechtigung soll die Impfung keine Voraussetzung sein.

Welche Impfstoffe gibt es?

Wie wirken die Coronavirus-Impfstoffe?

Die Wirkungsweisen der Impfstoffe sind unterschiedlich. Bei Pfizer/BioNTech und Moderna handelt es sich etwa um mRNA-Impfstoffe, die nur die genetische Information eines kleinen Teils des Coronavirus injiziert. Wie das genau passiert, können Sie HIER nachlesen.

Bei AstraZeneca handelt es sich um ein Vektorviren-Impfstoff. Das bedeutet, dass ein Erkältungsvirus, das normalerweise Schimpansen befällt, durch den Einbau des sogenannten Spike-Proteins des Coronavirus genetisch verändert wird.

Wann kann ich mit einem Impftermin rechnen?

Die Durchimpfung in Österreich hängt stark von der Verfügbarkeit der verschiedenen Impfstoffe ab, die sich beinahe wöchentlich ändern kann. Zunächst werden Bewohnerinnen und Bewohner von Alters-, Pflege- und Seniorenwohnheimen, Personen über 80 und Personal im Gesundheitspersonal geimpft. Ansonsten sind die Impfpläne je nach Bundesländern verschieden. In Wien werden etwa bereits Lehrer, Polizisten, Apotheker oder Kontaktpersonen von Schwangeren geimpft. Den Impffahrplan für Wien finden Sie HIER.

Wie viele Personen in Wien und Österreich bereits geimpft wurden, finden Sie in unserem Impf-Special.

Darf ich mir den Impfstoff aussuchen?

Nein, vorerst ist es nicht geplant, dass man sich den Impfstoff selbst aussuchen kann.

Wann wirkt die Impfung?

Bei Impfungen wie Pfizer/BioNTech, Moderna oder AstraZeneca müssen jeweils zwei Impfungen vorgenommen werden. Die Zeiträume zwischen 1. und 2. Teilimpfung sind je nach Impfstoff verschieden:

  • 3 Wochen (BioNTech/Pfizer)
  • 4 Wochen (Moderna)
  • 11 bis 12 Wochen (AstraZeneca)

Für den vollen Impfschutz sind beide Teilimpfungen nötig. Bei Pfizer/BioNTech soll eine Schutzwirkung aber bereits sieben Tage nach der ersten Teilimpfung eintreten. Beim Impfstoff von Johnson&Johnson soll bereits eine Impfung reichen.

Können die Teilimpfungen von verschiedenen Herstellern stammen?

Bei beiden Impfungen solle stets dasselbe Präparat zum Einsatz kommen, rät das Robert Koch-Institut (RKI). Bei einem Wechsel des Präparats könne die volle Wirksamkeit derzeit nicht gewährleistet werden, teilt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit. Bei einer späteren Nachimpfung ist ein Wechsel des Präparats - etwa von Vektor- zu mRNA-Impfstoff - nach Ansicht von Immunologen problemlos möglich.

Schützen die Impfstoffe auch vor Virus-Mutationen?

Beim Schutz gegen Coronavirus-Mutationen wie die südafrikanische oder britische Variante laufen momentan noch Studien. Zumindest die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Johnson&Johnson zeigen dabei bereits vielversprechende Ergebnisse, alle Impfstoffe sollen jedoch zumindest vor schweren Covid-19-Verläufen schützen.

Was sind die häufigsten Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe?

Bei den Vakzinen von Pfizer/BioNTech und Moderna gaben viele Studienteilnehmer Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen an. Manche litten auch an Fieber und Schüttelfrost. Im Allgemeinen waren die Nebenwirkungen der Corona-Impfung schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit ab. Bei beiden Impfstoffen traten die Begleiterscheinungen öfter bei der zweiten Impfdosis auf. Im Vergleich zu Grippe-Impfstoffen gab es häufigere Nebenwirkungen. Laut RKI können bei mRNA-Präparaten wie bei allen anderen Impfstoffen "in sehr seltenen Fällen" allergische Sofort-Reaktionen bis hin zum Schock oder andere auch bisher unbekannte Komplikationen nicht ausgeschlossen werden.

Beim Vakzin von AstraZeneca wurden bisher die meisten Nebenwirkungen berichtet. Die häufigsten Meldungen betrafen Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit und Schmerzen an der Impfstelle. Laut der EMA kann der Astrazenca-Impfstoff auch schwere allergische Reaktionen auslösen. Die Behörde verwies auf mehrere Fälle in Großbritannien. Es gebe Berichte über 41 mögliche Anaphylaxie-Fälle unter fünf Millionen Impflingen.

Soll ich ein Schmerzmittel gegen Impfnebenwirkungen nehmen?

Wegen möglicherweise auftretender Impfreaktionen raten Ärzte zur Einnahme von Schmerzmitteln mit dem Wirkstoff Paracetamol, wie etwa Mexalen. Von anderen Mitteln wie Ibuprofen oder Aspirin wird allerdings abgeraten, da diese Medikamente entzündungshemmend wirken und so die Impfreaktion im Körper abschwächen könnten.

Können Impfstoffe Blutgerinnsel auslösen?

Nach Berichten über Komplikationen durch Blutgerinnsel verteidigt AstraZeneca seinen Impfstoff. Eine Datenanalyse von mehr als 17 Millionen geimpften Menschen zeige keinen Zusammenhang mit dem Vakzin. Die Gesundheitsbehörden prüfen mögliche Zusammenhänge.

Gibt es Langzeitnebenwirkungen der COVID-19 Impfstoffe?

Dabei muss zunächst geklärt werden, wie lange die Langzeitfolgen von Impfungen in die Zukunft reichen sollen. Die meisten "Langzeitfolgen" von Impfungen treten bereits innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Impfung aus. Innerhalb einer Zeitspanne von zwei Monaten können also die meisten Langzeitfolgen ermittelt werden.

Bei den von der EMA zugelassenen Corona-Impfungen konnten bisher keine schwerwiegenden Langzeitfolgen festgestellt werden. Eine gute Erklärung finden Sie im folgenden 8-minütigen Video:

Zudem gibt es dokumentierte Langzeitfolgen einer "normalen" Covid-19-Erkrankung, das sogenannte "Long Covid".

Wie vertragen sich Impfungen mit Allergien?

Personen mit bekannten Allergien, wie beispielsweise gegen Pollen oder Hausstaub, können und sollen ungeachtet dieser Vorgeschichte geimpft werden. Im Aufklärungsgespräch mit der Ärztin oder dem Arzt sollen etwaige Allergien adressiert werden und jedenfalls der Allergie-Ausweis mitgebracht und berücksichtigt werden. So kann die Zusammensetzung des entsprechenden Impfstoffes im Einzelfall ideal berücksichtigt werden. Bei Impfung von Allergikerinnen und Allergikern soll die Nachbeobachtungszeit auf 30 Minuten verlängert werden.

Bei Personen, die schon einmal eine Anaphylaxie (allergischer Schock) gehabt haben, soll dies der impfenden Ärztin oder dem impfenden Arzt unbedingt mitgeteilt und das genaue Vorgehen besprochen werden.

Werden auch Schwangere geimpft?

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von mRNA-Impfstoffen bei Schwangeren vor. Die Verabreichung von mRNA-Impfstoffen in der Schwangerschaft sollte in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen die möglichen Risiken für Mutter und Fötus überwiegt.

Werden auch Kinder geimpft?

Nein. Bevor Kinder gegen das Coronavirus geimpft werden, müssen Studien in den entsprechenden Altersgruppen durchgeführt werden. Daher ist eine Impfung von Personen unter 16 Jahren derzeit nicht vorgesehen.

Wird auch Sputnik V in Österreich verimpft?

Was den russischen Impfstoff Sputnik V betrifft, sei eine EU-Zulassung "nicht absehbar". In nächster Zukunft sei also unwahrscheinlich, dass Sputnik V auch in Österreich verimpft wird.

Kann ich mich trotz Impfung mit Corona anstecken?

Primäre Funktion der Impfung ist, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Dass man sich dennoch mit Corona anstecken kann bzw. das Virus zumindest kurzfristig im Körper tragen kann, ist nicht ausgeschlossen.

Kann ich trotz Impfung Corona übertragen?

Das steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest. Erste Untersuchungen zeigen aber, dass etwa der BioNTech-Impfstoff die Übertragung massiv reduziert.

Muss eine geimpfte Person weiter Maske tragen?

Ja. Die Maske dient nicht nur dem Selbstschutz, sondern auch dem Fremdschutz. Viren können so nicht über die Atemluft verbreitet werden.

Müssen Geimpfte weiterhin Coronatests machen?

Wer bereits geimpft ist, muss dennoch einen Schnelltest machen, wenn er etwa den Friseur oder sonstige Dienstleistungen in Anspruch nehmen will. Eine Corona-Impfung führt aber nicht zu falsch positivem PCR-Test.

Müssen sich Corona-Genesene trotz Antikörper impfen lassen?

Nach gesicherter COVID-19-Infektion (Nachweis mittels PCR- oder Neutralisationstest) ist eine Impfung gegen COVID-19 für sechs bis acht Monate nicht notwendig.

(APA/red)

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