Zahlen, Daten und Fakten fünf Wochen vor der Wien-Wahl

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Am 11. Oktober wird in Wien gewählt.
Am 11. Oktober wird in Wien gewählt. - © APA/Herbert Neubauer
Ausgangslage, Trends und Personalien zur Wien-Wahl am 11. Oktober. Die FPÖ träumt von Platz eins, vier Listen kämpfen um den Einzug in den Gemeinderat.

In fünf Wochen wird in Wien ein neuer Landtag beziehungsweise Gemeinderat sowie neue Bezirksvertretungen gewählt. Acht Parteien kämpfen am 11. Oktober auf Landesebene um die Gunst der Wähler. Neben den bereits im Rathaus vertretenen Parteien SPÖ, Grüne, FPÖ und ÖVP stehen auch die NEOS, Wien Anders (ANDAS), Gemeinsam für Wien (GFW) und Wir wollen Wahlfreiheit (WWW) auf dem Stimmzettel.

Für den Einzug in das Stadtparlament muss eine Fraktion mindestens fünf Prozent der Stimmen oder ein Grundmandat in einem der 18 Wahlkreise erreichen. Insgesamt werden 100 Mandate vergeben.

Die Ausgangslage sieht folgendermaßen aus: Die SPÖ musste beim Urnengang im Jahr 2010 Einbußen von 4,75 Prozentpunkten verschmerzen und kam auf 44,34 Prozent. Die FPÖ legte um beachtliche 10,94 Prozentpunkte zu. Mit 25,77 Prozent wurde sie klar zweitstärkste Kraft. Der ÖVP (13,99 Prozent) und den Grünen (12,64 Prozent) blieb ein Minus (4,78 bzw. 1,99 Prozentpunkte) hingegen nicht erspart.

Da die SPÖ damit nur mehr auf 49 Mandate kam, war ein Koalitionspartner nötig, wobei nach eingehenden Verhandlungen die Grünen zum Zug kamen. In Sachen Kräfteverhältnis hat sich zuletzt jedoch eine kleine Änderung ergeben. Die Sozialdemokraten zogen Grün-Mandatar Şenol Akkılıç auf ihre Seite. Damit konnten sie unter anderem die von den anderen Parteien vorangetriebene Wahlrechtsreform verhindern.

Spannendes Rennen um Platz eins

Am 11. Oktober werden die Karten nun neu gemischt. Naturgemäß wollen alle Parteien Zuwächse verzeichnen. Die SPÖ strebt gar die Rückeroberung der absoluten Mandatsmehrheit an – auch wenn ihr alle Umfragen regelmäßig teils dramatische Verluste klar unter die 40-Prozent-Marke prophezeien. ÖVP und Grüne kämpfen ebenfalls um ein Plus. Die FPÖ träumt sogar davon, die Roten zu überholen und auf Platz eins zu kommen. Ein Ziel, dessen Erreichbarkeit laut Meinungsforschern nicht ganz unrealistisch ist.

Der Wahlkampf ist inzwischen munter am Laufen. Alle Parteien haben bereits ihre ersten Plakate affichiert. Die offiziellen Auftakte gehen derzeit am laufenden Band über die Bühne, wobei die FPÖ bereits am Freitagnachmittag – traditionellerweise am Viktor-Adler-Markt in Favoriten – ihren Start hinlegte. Die Grünen folgen am Mittwoch, SPÖ, ÖVP und NEOS teilen sich den Donnerstag. Insgesamt haben die Parteien gut 18 Mio. Euro für ihre Materialschlacht reserviert – wobei SPÖ und FPÖ die gesetzlich vorgeschriebene Grenze von sechs Millionen Euro nahezu voll ausschöpfen wollen.

Rochaden innerhalb der Parteien

Auch wenn es innerhalb der Parteien durchaus Rochaden bei den Fixstartern für Gemeinderatsmandate gibt – erst vor wenigen Tagen sorgte der Wechsel von ÖVP-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel zur FPÖ für große Aufmerksamkeit -, wartete man bei den Spitzenkandidaten vergeblich auf Überraschungseffekte. Bürgermeister und SPÖ-Landesparteichef Michael Häupl, der Obmann der FPÖ in Wien und im Bund, Heinz-Christian Strache, der Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka und die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou haben die jeweiligen Hauptrollen übernommen. Für die NEOS kämpft Beate Meinl-Reisinger um den Einzug ihrer Partei.

Nach vorläufigem Stand dürfen bei der Wien-Wahl diesmal 1,327.282 Personen teilnehmen – wobei die Frauen einen leichten Überhang haben. Dabei sind aber auch jene rund 184.000 EU-Bürger ohne österreichischen Pass inkludiert, die nur auf Bezirksebene wählen dürfen.

Die Stimmabgabe selbst wird in 1.499 Wahllokalen möglich sein. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Briefwahl, der Stimmzettel wird nach dem Stellen des Antrags rund zwei Wochen vor dem Wahltermin zugestellt.

>> Alle Informationen zur Wien-Wahl 2015 finden Sie in unserem Themen-Special

(APA, Red.)

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