Kellerleichen-Prozess in Wien: Urteil wird am Donnerstag erwartet

Kellerleichen-Prozess: Urteil am Donnerstag scheint gesichert
Kellerleichen-Prozess: Urteil am Donnerstag scheint gesichert - © APA
In Wien ist der Kellerleichen-Prozess gegen Estibaliz C. in die dritte Runde gegangen. Obwohl es Probleme bei den Zeugenladungen gegeben hat und diese zum Teil erst nachgeladen werden müssen, wird das Urteil am Donnerstag erwartet.

Im Wiener Straflandesgericht ist am Mittwoch, dem 21. November der Prozess gegen die Eissalon-Besitzerin Estibaliz C. fortgesetzt worden, die im April 2008 ihren Ex-Mann Holger Holz und im November 2011 ihren Lebensgefährten Manfred Hinterberger erschossen, zerstückelt, in Beton gegossen und im Keller ihres Geschäfts in der Oswaldgasse in Wien-Meidling versteckt haben soll.

Es scheint mittlerweile gesichert, dass das Verfahren wie geplant morgen, Donnerstag, mit dem erstinstanzlichen Urteil zu Ende gehen wird.

Zeugen im Kellerleichen-Prozess verständigt

Sämtliche Personen, die keine Ladung zur Hauptverhandlung erhalten hatten, weil die zuständige Kanzlei es verabsäumte, die Zeugenladungen abzufertigen, konnten inzwischen verständigt werden und sollen nun in den verbleibenden zwei Verhandlungstagen vor dem Schwurgericht erscheinen und aussagen.

Am dritten Verhandlungstag wurden im Großen Schwurgerichtssaal weiter die Persönlichkeiten der Angeklagten und der erschossenen Männer beleuchtet. Eine ehemalige Angestellte der “Schleckeria” schilderte das Opfer Manfred H. als “sehr nett, sehr brav”, auch ihre Chefin sei umgänglich gewesen. Als ihr Lebensgefährte plötzlich von der Bildfläche verschwand und sie sich für seinen Verbleib interessierte, habe ihr Estibaliz C. erklärt, dieser liege – vermutlich in Gesellschaft eines jungen Mädchens – “irgendwo in der Sonne”.

Prozess gegen Estibaliz C. geht weiter

Ein Trafikant, der unmittelbar neben dem Eissalon Tabak-Waren verkauft hatte, erstellte regelrecht ein Psychogramm der Angeklagten. Diese sei “eher selbstbewusst” und nicht unterwürfig, wie Estibaliz C. in ihrer Einvernahme erklärt hatte. Ihre Haltung sei immer “Die Chefin bin ich” gewesen. Wenn jemand einer anderen Meinung war, habe sie sich “unterdrückt gefühlt.” Sie sei dann “kratzbürstig” gewesen, sagte der Zeuge. Kritik habe die Frau nicht vertragen.

Das Opfer Holger H. skizzierte der Trafikant als durchaus fleißig, der im Unterschied zur Behauptung der Angeklagten sehr wohl im Geschäft mitgearbeitet habe. Sein Verschwinden habe seine Ex-Frau damit erklärt, dieser sei zu einem Freund nach Bayern ausgewandert. Das habe er akzeptiert, da es für ihn nicht unüblich erschien, dass man nach einer Trennung nicht mehr auftaucht. Das Opfer Manfred H. sei demgegenüber “etwas herablassend, von oben herab” und “ein Vollblutkaufmann” gewesen, gab der Trafikant zu Protokoll. Er habe zu Estibaliz C. gesagt “Du bist sehr dominant, er ist dominant. Lange geht das nicht gut” und damit recht behalten.

Anders stellte im Anschluss ein langjähriger Geschäftspartner und Freund den Eismaschinen-Vertreter dar. Das Opfer Manfred H. sei nach außen hin resolut aufgetreten, unterm Strich war “der Manfred aber ein weicher Kerl.”

VIENNA.AT berichtet live aus dem Gerichtssaal.

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