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Kellerleichen-Prozess in Wien: Ex-Liebhaber und ein Trauzeuge im Zeugenstand

Kellerleichen-Prozess in Wien: Ex-Liebhaber und ein Trauzeuge im Zeugenstand
Kellerleichen-Prozess in Wien: Ex-Liebhaber und ein Trauzeuge im Zeugenstand ©APA
Der zweite Verhandlungstag im Kellerleichen-Prozess in Wien ist zu Ende gegangen. Der Ex-Liebhaber von Estibaliz C. und weitere Zeugen wurden befragt. Auch die Angeklagte kam noch einmal zu Wort.
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Mit der Befragung mehrerer ehemaliger Liebhaber und der Erörterung der Schönheitsoperationen, die Estibaliz C. an sich vornehmen hatte lassen, ist am Dienstag, dem 20. November im Wiener Straflandesgericht der Prozess um die sogenannten Kellerleichen fortgesetzt worden. Am Nachmittag sagte auch der Trauzeuge und engste Freund von Holger H. aus, den die Angeklagte im April 2008 erschossen und zerteilt haben soll.

Bester Freund eines Opfers im Zeugenstand

Der Trauzeuge und beste Freund von Holger H. sagte im Zeugenstand aus, dass auf ihn die Ehe harmonisch gewirkt habe. Holger sei zunächst “sehr zufrieden” gewesen, doch nach dem Umzug nach Wien und der Eröffnung des Eissalons in der Oswaldgasse sei “Unzufriedenheit auf beiden Seiten” eingekehrt, an deren Ende eine einvernehmliche Scheidung stand. Das Eis-Geschäft habe sich danach schlecht entwickelt, Holger habe aussteigen wollen, dies aber seiner Ex-Frau verheimlicht, weil er von ihrer Seiten Konsequenzen befürchtet hätte. Auf seine Frage, was er damit meine, habe sich Holger ihm gegenüber nur in kryptischen Andeutungen wie “Ich könnte dir Sachen erzählen, da würdest du mit den Ohren schlackern” ergangen, meinte sein langjähriger Freund.

Als Holger plötzlich von der Bildfläche verschwand, habe er befürchtet, “dass er Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte” und zugleich “das abstrakte Gefühl gehabt, dass das etwas mit Esti zu tun haben könnte”, gab der Zeuge an. Diese habe ihm allerdings versichert, ihr Ex-Mann habe sich “auf und davon gemacht” und “seine Sachen gepackt”. Estibaliz C. wisse “genau, was sie tut”, betonte der Zeuge: “Wenn es ums Geschäft ging, war nichts mit humanistischen Sichtweisen.”

Ex-Liebhaber sprachen über Estibaliz C.

Zuvor hatte das Schwurgericht (Vorsitz: Susanne Lehr) mehrere ehemalige Liebhaber der Angeklagten vernommen. Während sich zwei von ihnen durchwegs wohlwollend über diese äußerten, beschrieb ein anderer die 34-Jährige als gefallsüchtig. Er meinte, dass die Angeklagte alles getan habe, um zu gefallen. Ihre Beziehung, die er im Mai 2009 beendet hatte, habe sich nicht “auf Augenhöhe” abgespielt. Estibaliz C. sei “unterwürfig” gewesen: “Wenn man sie schärfer angesprochen hat, ist sie gleich in Tränen ausgebrochen.” Zudem habe ihr “die Authentizität gefehlt. Sie war nicht das, was sie vorgegeben hat. Sie hat sich als perfekt präsentiert, was sie aber nicht halten konnte”, sagte der 45-Jährige.

Manfred H., mit dem die Eissalon-Besitzerin im Anschluss liiert und den sie im November 2010 im Schlaf erschossen, zerstückelt und einbetoniert haben soll, beschrieb dieser Zeuge als “Schlitzohr”. Estibaliz C. habe ihm einmal über den Eismaschinen-Vertreter berichtet: “Ich suche einen Mann und er will einen Eissalon.” H. soll im übrigen den Ausschlag dafür gegeben haben, dass sich die Angeklagte mehrerer Schönheitsoperationen unterzog, wie sie freimütig dem Gericht erzählte. Sie habe sich auf seinem Wunsch hin die Nase operieren, Botox in die Stirn spritzen und die Lippen aufspritzen lassen.

Die Verhandlung wird morgen, Mittwoch, dem 21. November im Großen Schwurgerichtssaal mit weiteren Zeugenbefragungen fortgesetzt. Ein Urteil für Estibaliz C. wird bereits am Donnerstag erwartet. Alle Informationen zum Kellerleichen-Prozess finden Sie hier.

(Red./APA)

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