Kellerleichen-Prozess in Wien: Estibaliz C. spricht über Manfred H.

Estibaliz C. spricht im Kellerleichen-Prozess über beide Morde
Estibaliz C. spricht im Kellerleichen-Prozess über beide Morde - © Vienna.at/Alexander Blach

Der Kellerleichen-Prozess in Wien ist im vollen Gange. Jetzt spricht die Angeklagte, Estibaliz C.. Nachdem sie Details über die Tat an Holger H. erzählt hat, spricht sie jetzt auch über die Beziehung zu Manfred H..

Am Ende ihrer Beziehung zu Manfred H. habe sie sich “wie in einem Gefängnis” gefühlt, stellte Estibaliz C. fest. Sie sei sich “wie mit einem Plastiksackerl über dem Kopf” vorgekommen, erklärte sie der vorsitzenden Richterin Susanne Lehr, dass die aus der Situation raus musste.

Bei ihr habe einfach “Klick gemacht. Ihr sei bewusst gewesen, dass sie wahrscheinlich ins Gefängnis komme, wenn sie Hinterberger etwas antue, aber selbst diese Möglichkeit war besser als in der Beziehung zu bleiben.

Estibaliz C.: “Ich war so wütend”

Konkreter Anlass, neuerlich zur Pistole zu greifen, war nach Darstellung der 34-Jährigen ein Streitgespräch, das sie mit dem 48-jährigen Eismaschinen-Vertreter nach einem geselligen abendlichen Beisammensein bei einer Punschhütte im Museumsquartier führte. H. soll dort mit einer anderen Frau geflirtet haben. Als sie ihn zuhause deswegen zur reden stellen wollte, sei Manfred zunächst laut geworden und dann einfach zu Bett gegangen. “Er hat sich zur Wand gedreht und zum Schnarchen angefangen. Der hat sich einfach umgedreht und für ihn war das erledigt. Ich war so wütend. Ich hatte die Pistole unter der Matratze. Ich habe sie rausgenommen, repetiert und geschossen”, erzählte die Angeklagte.

In der Früh habe sie die Leiche “um Verzeihung gebeten für das, was ich getan habe”. Dann habe sie ihn zu zerteilen begonnen und die Leichenteile nach und nach ins Auto geschafft, um sie in den Eissalon zu bringen, wo sie diese in einer Tiefkühltruhe ablegte, schilderte die Frau. Der Torso sei zu groß und zu schwer gewesen, diesen habe sie nicht tragen können und daher in einem Schrankkoffer “ziehend” verbracht.

Bruder der Angeklagten half im Keller

Das Einbetonieren mithilfe der eine Woche vorher gekauften Utensilien bewerkstelligte Estibaliz C. im Eissalon, wobei ihr aus Spanien angereister Bruder half, die Gefäße in den Keller zu schaffen, ohne zu wissen, was sich darin befand. Während dieser Tätigkeiten habe sie ein Date mit ihrem nunmehrigen Ehemann wahrgenommen, den sie zwischenzeitlich kennengelernt hatte. Allerdings nur aus Sorge, dieser könne merken, wie schlecht sie beisammen war, wie die Angeklagte hervorhob.

Nach außen wollte sie normal wirken, so die Angeklagte. :Anders als Holger H. und Manfred H. müsse ihr Mann nichts Böses von ihr befürchten, schwor die Eissalon-Besitzerin: “Er ist ganz anders als die anderen. Er ist ganz sanft. Er ist das Gegenteil von einem Macho. Er würde mich nie in so eine Situation bringen.” Grundsätzlich könne sie zwar “nicht versprechen”, dass gegen missliebige Menschen “solche Gedanken” (gemeint: Tötungsfantasien, Anm.) wiederkommen. “Aber bevor ich über jemanden Unheil bringe, hänge ich mich auf”, bemerkte Estibaliz C.

Live vom Mordprozess im Fall Estibaliz C.

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