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Mordprozess um Sex-Video in Wien: Krankenunterlagen widersprechen Psychiater

Beim Mordprozess in Wien
Beim Mordprozess in Wien ©APA
Im Wiener Straflandesgericht wird am Montag der Mordprozess gegen einen 45-jährigen Mann fortgesetzt, der am 25. September 2015 seine Freundin in Margareten wegen eines angeblich von ihr heimlich gefilmten Sex-Videos mit zwei Messerstichen in den Hals getötet haben soll.
Am Tatort in Margareten
Verdächtiger schwer verletzt
Beziehungstat wird vermutet
Frau tot aufgefunden
Verhandlung vertagt
Mordprozess steht bevor

Dabei könnte der in diesem Fall beigezogene psychiatrische Sachverständige Erklärungsbedarf bekommen. Der Gutachter Karl Dantendorfer hatte beim Verhandlungsauftakt Mitte Mai dem Angeklagten Dispositions- und Diskretionsfähigkeit bescheinigt und keine Hinweise auf einen Schuldausschließungsgrund aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung gefunden.

Krankengeschichte: “Affektive Störung”

Aus mittlerweile vom Gericht beigeschafften Krankenunterlagen ergibt sich allerdings, dass der Mann sieben Wochen vor der inkriminierten Bluttat im Krankenhaus Hietzing behandelt wurde, nachdem er in einer Apotheke ohnmächtig geworden war. Im mit 4. August datierten Patientenbrief wird festgehalten, bei einer neurologischen Begutachtung hätte sich neben einer Opiatabhängigkeit eine “affektive Störung” gezeigt.

“Psychische Traumata erlitten, mit vielen Verlusten”

Der Mann stand seit Jahren in psychiatrischer Behandlung. Aus den Aufzeichnungen der Gebietskrankenkasse ergibt sich, dass er gegenüber seiner Therapeutin fünf Tage vor der Tat über Ohrenschmerzen klagte: er habe einmal “ein Loch im Ohr” gehabt, das “in Haft repariert hätte werden sollen”. Wenige Wochen vorher hatte er ein Büschel Haare abgegeben, um diese in einem Labor untersuchen zu lassen.

Der Patient habe “als Kind wiederholt psychische Traumata erlitten, mit vielen Verlusten”, sei “in Belastungssituationen immer wieder sehr misstrauisch, gereizt bis sehr paranoid, hört dann auch Stimmen”, notierte die Psychiaterin. Der Mann habe mit 15 Jahren schon Benzodiazepine konsumiert: “Möglicherweise auch dadurch Stimmen, war schon als Kind beim Psychiater.” Sie ging von einer “wahnhaften Störung” aus.

Prozess um Sex-Video: “Kein kaltblütiger Mörder”

Die Psychiaterin soll jetzt als Zeugin vernommen werden. Außerdem wurde ein chemischer Sachverständiger geladen, der Auskunft über die Wechselwirkung der vom Angeklagten konsumierten Medikamente Auskunft geben soll. Auch Gutachter Dantendorfer wird noch ein Mal erscheinen, um zu seinen bisherigen Ausführungen Stellung zu beziehen. Für Verteidiger Philipp Wolm steht fest, dass sein Mandant “kein kaltblütiger Mörder ist”, wie er bereits am ersten Verhandlungstag betont hatte.

(apa/red)

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