Freundin wegen Sex-Video in Margareten erstochen: Verhandlung vertagt

Der Mann soll seine 40-jährige Freundin wegen eines Sex-Videos erstochen haben.
Der Mann soll seine 40-jährige Freundin wegen eines Sex-Videos erstochen haben. - © APA
Im September 2015 soll ein Mann seine 40-jährige Freundin wegen eines Sex-Videos erstochen haben. Der Mordprozess wurde am Mittwoch vertagt, um weitere Zeugen zu laden. Das Schwurgericht stimmte den Anträgen von Verteidiger Philipp Wolm zu, die Psychiaterin des Angeklagten sowie den chemischen Sachverständigen Günther Gmeiner zu befragen.

Gmeiner soll u.a. zur Wechselwirkung der vom Beschuldigten konsumierten Medikamente Auskunft geben. Auch Gerichtspsychiater Karl Dantendorfer muss noch einmal geladen werden. Der Sachverständige hatte nämlich bei seiner Begutachtung keine psychiatrische Erkrankung des Beschuldigten attestiert, wie er selbst am Mittwoch vor Gericht aussagte. Auch die Berauschung des 45-Jährigen zum Tatzeitpunkt sei “mittelgradig” gewesen. Zwei Stunden nach der Tat wären dem mutmaßlichen Täter eine Blut- und Harnprobe abgenommen worden. Der Konsum einer ganzen Flasche Psychopax sei aufgrund dessen nicht möglich gewesen. Der Gerichtspsychiater meinte, dass beim Angeklagten Dispositionsfähigkeit und Diskretionsfähigkeit gegeben waren.

Mordprozess wird im Juni weitergeführt

Verteidiger Wolm beantragte deshalb die Ladung der Psychiaterin, die den Tunesier seit 2010 behandelt und bei ihm – entgegen dem Gutachten von Dantendorfer – Schizophrenie diagnostizierte. Als sich der Beschuldigte nach der Tat im Spital bereits in Gewahrsam befand, habe er laut Wolm einen weiteren Suizidversuch unternommen. Zunächst sei er mit einem Buttermesser auf einen Justizwachebeamten losgegangen und hätte dann das Messer gegen sich selbst gerichtet. Ein Amtsarzt hätte ihm bescheinigt, “nicht schuldfähig” zu sein, so Wolm. “Weil eines ist er nicht, ein kaltblütiger Mörder.”

Der Antrag auf Ladung eines Zeugen, der im Besitz des Sex-Videos sein soll, wurde abgelehnt. Die Verhandlung wird am 9. Juni fortgesetzt.

>> Prozessauftakt: Wegen Sex-Video Freundin erstochen

(apa/red)

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