Ergebnis der Wien-Wahl 2015: SPÖ bleibt vorne – FPÖ knackt dreißig Prozent

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Das ist das vorläufige Endergebnis der Wien-Wahl.
Das ist das vorläufige Endergebnis der Wien-Wahl. - © APA
Trotz Verlusten konnte die SPÖ bei der Wien-Wahl 2015 den ersten Platz verteidigen. Die FPÖ feierte mit 32,2 Prozent der erreichten Stimmen einen historischen Höchststand. Das vorläufige Endergebnis im Detail:

Laut vorläufigem Endergebnis (ohne Briefwahlstimmen) der Wien-Wahl 2015 kam die SPÖ auf 39,4 Prozent, die FPÖ auf 32,3 Prozent. Die Grünen überholten mit 11,1 Prozent trotz Verlusten die ÖVP, die nur mehr auf 8,7 Prozent kam. Die NEOS schafften mit 6,0 Prozent den Einzug.

Wien Wahl 2015: SPÖ verliert – bleibt aber auf Platz 1

Damit verlor die SPÖ 4,9 Prozentpunkte gegenüber dem Urnengang von 2010 (44,34 Prozent). Die FPÖ legte gegenüber der letzten Wiener Wahl (2010: 25,77 Prozent) 6,5 Prozentpunkte zu.

Starke Verluste setzte es für die ÖVP, die gegenüber 2010 ein Minus von 5,3 Prozentpunkte einfährt (2010: 13,99 Prozent). Damit rutscht die Volkspartei hinter die Grünen auf Platz vier zurück – und das, obwohl die Grünen leichte Verluste von 1,5 Prozentpunkten hinnehmen mussten. Sicher den Sprung in den Wiener Landtag geschafft haben die NEOS, die im vorläufigen Endergebnis mit knapp 6,0 Prozent ausgewiesen werden.

Vorläufiges Endergebnis der Wien-Wahl 2015

SPÖ
39,44 % (-4,90 %)
FPÖ
32,26 % (+6,49 %)
ÖVP
8,70 % (-5,29 %)
Grüne
11,14 % (-1,50 %)
NEOS
5,95 % (+5,95 %)
WWW
0,21 % (+0,21 %)
ANDAS
1,08 % (+1,08 %)
GFW
1,02 % (+1,02 %)
Sonstige
0,20 % (-0,61 %)

Die SPÖ hat bei der Wien-Wahl zwar kräftig verloren. Aber ihr bleibt der österreichweit siebente historische Tiefststand erspart, da sie nicht unter die 39,2 Prozent des Jahres 1996 fallen dürfte. Für die ÖVP bleibt es bei sieben historischen Tiefstständen: Sie hat vom 2010 eingefahrenen Wiener Negativ-Rekord im Stimmenanteil noch ein Drittel verloren.

Der siebente historische Tiefststand war für die Volkspartei vor zwei Wochen in Oberösterreich dazugekommen. Niederösterreich und Kärnten sind nunmehr die einzigen beiden Bundesländer, in denen die ÖVP nicht so schlecht dasteht wie nie zuvor in der Zweiten Republik.

Der SPÖ geht es dank des Ergebnisses von Michael Häupl in Wien etwas besser. Mit dem Burgenland und Kärnten kommt sie in den aktuellen Landtagswahl-Ständen auf drei Bundesländer ohne historischen Tiefststand.

ÖVP erlitt Debakel – Juraczka tritt zurück

Eine Debakel erlitt die Wiener ÖVP bei der heutigen Wien-Wahl – und zwar nicht nur im Vergleich mit den bisherigen Wiener Ergebnissen, sondern österreichweit und historisch. Noch in keiner anderen der 140 Landtags- und 21 Nationalratswahlen bekam sie weniger als zehn Prozent Zustimmung. Manfred Juraczka gab noch am Abend seinen Rücktritt bekannt.

SPÖ hält bei 44 Mandaten, FPÖ bei 35

In Mandaten bedeutet das vorläufige Endergebnis der Wien-Wahl, dass die SPÖ künftig auf 44 Sitze kommt (minus fünf). Die FPÖ gewann sieben Sitze und entsendet künftig 35 Abgeordnete in das Rathaus – und hat damit die Verfassungs-Sperrminorität. Die Grünen kommen auf 9 Mandatare (-2), die ÖVP auf sieben (-6). Die NEOS ziehen mit fünf Abgeordneten in das Wiener Landesparlament ein.

Damit ist sowohl die Fortsetzung der rot-grünen Koalition als auch eine – knappe – SPÖ-ÖVP-Zusammenarbeit im Gemeinderat möglich. Die Wahlbeteiligung lag laut vorläufigem Endergebnis bei 60,81 Prozent – diese wird sich mit den Briefwahlstimmen und den in fremden Wahlkarten abgegebenen Stimmen aber noch deutlich erhöhen. Die Wahlbeteiligung dürfte damit klar über jene von 2010 (67,6 Prozent) steigen – laut SORA-Hochrechnung auf mehr als 74 Prozent der Wahlberechtigten.

Wahlkarten-Auszählung folgt

Im Ergebnis werden die Wahlkarten – die erst bis zum späten Montagabend ausgezählt werden – nicht allzu viel ändern. Die SPÖ wird laut SORA noch um 0,1 Prozentpunkte zulegen, die FPÖ rund einen Prozentpunkt verlieren. ÖVP, Grünen und NEOS dürften die Wahlkarten jeweils einige wenige Zehntelprozentpunkte bringen. Bei den Mandaten dürfte noch eines von der FPÖ (dann 34) zu den Grünen (dann zehn) wandern.

(apa/red)

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