Wahlkampffinale der Wiener Grünen: “SPÖ Feuer unterm Hintern machen!”

Von Amina Beganovic
Gute Stimmung beim Wahlkampffinale der Grünen.
Gute Stimmung beim Wahlkampffinale der Grünen. - © Vienna.at/Daniela Herger
Im Ambiente des 25Hours-Hotels feierten die Wiener Grünen am Freitag ihren großen Wahlkampfabschluss – wobei, eigentlich ist es nicht bereits das Finale, denn die grüne Partei ist noch bis zum Urnengang selbst “3 Tage wach”, um die Wählerschaft zu mobilisieren. Trotzdem gab es inspirierende Schlussreden, viel Eigenlob – und auch warnende Worte.

Man kann die Wiener Grünen mögen oder nicht, aber eines muss man ihnen lassen: Sie wissen, wie man Feste feiert. Beim Wahlkampffinale am Freitag im hippen 25 Hours-Hotel herrschte nämlich Partystimmung: Mit viel Jubel und auch viel Zuversicht für die Wien-Wahl am Sonntag.

“Maria, du kannst stolz sein auf deine Wiener Grünen”

Durchmachen lautet bis dahin die grüne Devise: Die Partei möchte alle Kräfte mobilisieren und bei einem 45-Stunden-Marathon vor den Urnengang noch so oft wie möglich mit der Wiener Bevölkerung in Kontakt treten. Denn: “Es geht um jede Stimme,” so Parteichefin Eva Glawischnig, die die Eröffnungsrede bei der finalen Sause hielt – und zur wohlüberlegten Wahl am Sonntag mahnte, nicht nur in Hinblick auf die Blauen, sondern auch auf die SPÖ: “Die Grünen sind die einzige Partei, die aus Haltung heraus einen Gegenpol zur FPÖ bildet, nicht aus taktischen Gründen. Ich rufe alle Menschen dazu auf, sich nicht irreführen zu lassen. Auf die SPÖ ist, wenn es darauf ankommt, kein Verlass, die Koaltionen mit Blau in den anderen Bundesländern haben uns das gezeigt. Die Wiener SPÖ braucht die Wiener Grünen.”

Darauf folgten lobende Worte für den aktuellen Wahlkampf: “Das ist die motivierteste Wahlbewegung, die ich in Wien je gesehen habe, bereits über 100.000 Hausbesuche wurden absolviert, und es geht noch weiter. Maria, du kannst wirklich stolz sein auf deine Wiener Grünen!”

“Mauern errichten oder Windräder bauen”

Das sah Wien-Spitzenkandidatin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou naturgemäß auch so: “Ich bedanke mich von Herzen für die vergangenen fünf Jahre. Denn die Grünen machen nicht nur ein paar Wochen lang Wahlkampf, und dann ist alles wie immer. Hier sehe ich eine unglaublich engagierte Truppe, die sich dafür einsetzt, dass Veränderungen passieren.”

Es folgte eine Auflistung der Grünen Errungenschaften der vergangenen Legislaturperiode: “Die 365 Euro-Jahreskarte, mit der öffentliche Verkehrsmittel in Wien so günstig geworden sind wie in keiner anderen Stadt weltweit. Eine hohe Mindestsicherung für Kinder, die Abschaffung des kleinen Glücksspiels und der grauslichen Spielautomaten in unserer Stadt. Achja, und die neue Mariahilfer Straße natürlich,” worauf der ganze Raum in das Lachen von Vassilakou einstimmte.

Auch gab die grüne Wien-Chefin zu bedenken, dass die Wahl der SPÖ “aus Angst vor Strache” keine Lösung sei – im Gegenteil. “Viele schwanken derzeit, ob sie die SPÖ oder die Grünen wählen sollen. Die sollen sich die Frage stellen: In was für einer Stadt wollen wir leben? Ein Wien, das weltoffen ist, Haltung und Menschlichkeit zeigt, die beste Bildung für Kinder garantiert, und wo Lebensqualität nicht nur für die Reichen und Schönen leistbar ist? Wenn ihr dieses Wien wollt, lasst es uns gemeinsam angehen. Aber dafür brauche ich eure Stimme. Denn wenn der Wind rau bläst in einem Land, kann man zwei Dinge tun: Mauern hochziehen, oder Windräder bauen.”

Vassilakou: “Der SPÖ Feuer unterm Hintern machen!”

Auf einen Seitenhieb für ihren Partner in der Stadtregierung, Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), konnte Vassilakou dann doch nicht verzichten: “Dieses Scheinduell Rot-Blau führen sie zum dritten Mal bereits auf. Dabei ist es längst entschieden: Michael Häupl bleibt Bürgermeister. Doch wir wissen: Er ist schon ein bissl’ gemütlich und lehnt sich gerne zurück. Die SPÖ wird sich ab dem 12. Oktober nicht neu erfinden. Die Grünen werden dieser SPÖ aber Feuer unterm Hintern machen – und keine Sorge, das kann ich gut!”

Nach vielen Lachern und Jubelrufen ließen die Grünen dann die Veranstaltung ausklingen: Mit Kaffee, Brötchen und geschnittenem Gemüse, dazu das eine oder andere Gläschen Obstsaft.

>> Überblick: So wählten die Wiener Bezirke in den vergangenen Jahren.

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