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So gesund sind Erdäpfel wirklich

Erdäpfel haben ihren Ruf als Dickmacher zu Unrecht.
Erdäpfel haben ihren Ruf als Dickmacher zu Unrecht. ©pixabay.com (Sujet)
Gesundheitsexperte Prof. Hademar Bankhofer erklärt, was die sogenannten "Winter-Erdäpfel", die jetzt im Herbst geerntet werden, so gesund macht und warum sie zu Unrecht für Kalorienbomben gehalten werden.
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Erdäpfel sind nicht nur ein wichtiges Grundnahrungsmittel sondern vor allem in der kalten Jahreszeit besonders wertvolle Naturprodukte. Sie sind reich an lebenswichtigen Stoffen, die wir für unsere Gesundheit benötigen, weiß Prof. Hademar Bankhofer.

Arzneimittel vom Acker: Herbst-Erdäpfel

Erdäpfel gelten allgemein als Dickmacher, was so aber nicht stimmt. Diesen Ruf haben sie zu Unrecht, denn es ist die Zubereitungsform, die sie zur Kalorienbombe machen - Stichwort Öl und Fett.

Sie haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen und sind zudem eine hervorragende Quelle an Kohlenhydraten. Außerdem liefern sie uns hochwertiges, pflanzliches Eiweiß. Da sie reich an basischen Substanzen sind, schaffen Erdäpfel ein ideales Gegengewicht zu unserer übersäuerten täglichen Nahrung. Daher stellen sie die gesündeste Beilage zum Fleisch dar, weil sie die Harnsäure und anderen Säuren des Fleisches neutralisieren.

Erdäpfel sind auch wichtige Vitaminlieferanten: Sie enthalten reichlich Vitamin B6, das bei der Eiweißverarbeitung hilft. Das ist für gestresste Menschen wichtig, die oft Probleme mit der Eiweißverdauung haben. Auch aus diesem Grund sollte man zu Fleisch und Bohnen immer Erdäpfel essen, rät Bankhofer. Wer an Vitamin B6-Mangel leidet, sollte regelmäßig Erdäpfel verzehren.

Die Knollen liefern auch viel Vitamin C, das auch erhalten bleibt, wenn sie erhitzt worden sind. Dazu haben sie interessante Mengen vom Vitamin K, das für die Blutgerinnung wichtig ist.

Erdäpfel stärken Herz und Kreislauf und kräftigen Muskeln und Knochen

Erdäpfel bieten uns laut Bankhofer auch eine Bandbreite an Mineralstoffen und Spurenelementen: Magnesium für Herz und Kreislauf, Eisen für Energie, Kalium für eine optimale Verdauung, Nerven und Muskeln und Chrom für einen gesunden Blutzuckerspiegel.

Zudem tragen sie Vieles zu unserer Gesundheit bei, denn sie regulieren den Wasserhaushalt im Körper, kräftigen Muskeln, Knochen und das Bindegewebe und stärken Herz und Kreislauf. Der gesamte Stoffwechsel wird entsäuert, was die Gefahr für viele Zivilisationskrankheiten verringert.

Wer oft an Muskelkrämpfen leidet, die auf Kalium und Magnesium-Mangel zurückzuführen sind, kann mit häufigen Erdäpfel-Mahlzeiten dagegen ankämpfen.

Bankhofer: Zubereitung der Erdäpfel wichtig

Wenn man etwas für seine Gesundheit tun will, sollte man auf die richtige Zubereitung der Erdäpfel achten. All die positiven gesundheitlichen Effekte kommen nur zur Geltung, wenn man sie gedämpft isst, verrät der Gesundheitsexperte.

Man wäscht sie mit der Schale, gibt sie in einen Topf und dämpft sie mit  wenig Wasser - oder man gart sie in einem Dampfgarer. Kocht man die Erdäpfel ohne Schale, gehen die Inhaltstoffe bereits bis zu 20 Prozent verloren.

Bratkartoffel, Rösti, Pommes frites, Kartoffelpüree, Chips oder Salzkartoffel schmecken zwar gut, aber die wertvollen Inhaltstoffe sind nur mehr in geringen Mengen enthalten. Eine Ausnahme stellt die Zubereitung in der Heißluft-Fritteuse dar.

Erdäpfel aus biologischem Anbau sind gesünder, sie saugen nämlich etwaige Unkrautvertilgungsmittel und Insektenvernichtungsmittel (Insektizide, Herbizide und Pestizide) auf. Dennoch sollte man auch Bio-Erdäpfel zwar mit Schale dämpfen, aber nicht mit Schale essen. Bankhofer verweist dabei auf neue Studien, die ergeben haben, dass auch in der normalen Schale - nicht nur in den grünen Stellen - das Gift Solanin enthalten ist, das Übelkeit  verursachen kann.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Erdäpfel sollte man kühl und dunkel lagern, am besten mit Papier abgedeckt, damit man eine schnelle Keimung verhindert.

(Red)

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