Mordfall Stefanie P.: Psychiater erklärt Gutachten

Der Psychiater Karl Dantendorfer bescheinigte dem Angeklagten eine "hochgradige Auffälligkeit bei der Persönlichkeitsstruktur". Außerdem würde Philipp K. theatralisches Verhalten an den Tag legen.
Philipp K. beschuldigt Freund
Ex-Freundin "unabsichtlich" zerstückelt
Mutmaßlicher Täter "erschüttert"
"Es muss jemand anderer gewesen sein"
Starke Liebe zu Steffi
"Nicht schuldig"
Weiterer Verhandlungstag anberaumt
Mutter kündigt Kronzeugen an
Philipp K. log bei erstem Geständnis
Kronzeuge existiert nicht
Philipp K. zeige dissoziale, histrionische (Persönlichkeitsstörung gekennzeichnet durch theatralisches Verhalten) und narzisstische Züge. Für den Fall eines Schuldspruchs sprach sich der Sachverständige für die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher aus: “Wenn er schuldig ist, leidet er an einer Persönlichkeitsstörung.” Die Zukunftsprognose sieht laut Dantendorfer ohne entsprechende therapeutische Behandlung ungünstig aus.

Philipp K. versuchte zu weinen – erfolglos

Der Sachverständige stützte seine Angaben im Wesentlichen auf seine eigene Begutachtung des Angeklagten, die Auswertung psychologischer Fragebögen sowie eine sogenannte Verhaltensbeobachtung bei der Tatrekonstruktion. Da sei ihm aufgefallen, dass Philipp K. sich zu weinen bemühte, aber Minuten benötigt hätte, um eine oder zwei Tränen zu vergießen.

Alkoholisierung von 4,5 Promille bei Mordzeitpunkt unwarscheinlich

Was die von Philipp K. geltend gemachte Alkoholisierung zum Tatzeitpunkt betrifft, kam der Psychiater zum Ergebnis, dass bei Richtigkeit der vom Angeklagten angegebenen Trinkmengen dieser 4,5 Promille intus gehabt haben müsste, als Stefanie P. starb. Dieser Wert sei “sehr unwahrscheinlich“, selbst wenn man K. glaube, der bekanntlich den Mord “verschlafen” haben will. Der 23-Jährige könne sich an Details unmittelbar vor dem behaupteten “Wegtrickern” erinnern, und auch unmittelbar nach dem Aufwachen gebe es keine Erinnerungslücken.

Auf die ergänzende Frage, ob man mit 4,5 Promille eine Bluttat wie die gegenständliche begehen könne, erwiderte Dantendorfer, dies sei “hochgradig unwahrscheinlich”, da bei einer derartigen Alkoholisierung die Zurechnungsfähigkeit  wesentlich eingeschränkt sei.

Pikantes Sex-Video von Stefanie P. und Philipp K. wurde gezeigt

Um 17.30 Uhr wurde die vorübergehend die Öffentlichkeit ausgeschlossen: Den Geschworenen wurde ein 45-minütiges Sex-Video gezeigt, das ein Nachbar von K. aufgenommen hatte und das den Angeklagten, den Nachbarn und Stefanie P. bei geschlechtlichen Handlungen zeigt. Es soll Anfang 2010 entstanden sein.

Danach dürfte das Beweisverfahren abgeschlossen sein, sollte Verteidiger Ernst Schillhammer nicht im allerletzten Moment zusätzliche Beweisanträge stellen. Falls keine Anträge folgen, stünden die Schlussvorträge von Staatsanwalt Hannes Wandl und Verteidiger Schillhammer auf dem Programm. Ein Urteil zu später, womöglich mitternächtlicher Stunde erschien durchaus realistisch.

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