Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

#freemaxzirngast: Solidaritätskampagne in Wien gestartet

Der Wiener Student wurde am 11. September festgenommen.
Der Wiener Student wurde am 11. September festgenommen. ©APA/AFP/BULENT KILIC
Am 11. September wurde der der österreichische Journalist Max Zirngast in der Türkei festgenommen. Am Mittwoch startete in Wien eine Solidaritätsbewegung für den Inhaftierten.
Wiener Student in Ankara festgenommen
Freilassung gefordert
Polizeigewahrsam verlängert
Wiener Student weiter in U-Haft
Kein Besuch für festgenommenen Österreicher

Nach der Inhaftierung eines österreichischen Staatsbürgers vor zwei Wochen in der Türkei hat sich am Mittwoch in Wien eine Solidaritätsbewegung gegründet. Der Impuls dafür ging von Mitgliedern des sich als “linksradikal” bezeichnenden Onlinemagazins “re:volt” aus, in dem der Österreicher mitunter publizierte.

#freemaxzirngast soll politischen Druck auf Türkei machen

An der Veranstaltung nahmen unter anderem die ehemalige Grüne Nationalratsabgeordnete Berivan Aslan und der Politologe Thomas Schmidinger von der Universität Wien teil. Auch Vertreter von Reporter ohne Grenzen (ROG) Österreich, türkisch-österreichischer Kooperationsvereine und ehemalige Studienkollegen waren bei der Gründung zugegen.

“Wir haben in den letzten Wochen versucht, alle Informationen zu dem Fall auf unserer Seite zusammenzutragen”, so Joan Adalar, eine Redakteurin von “re:volt”. Ziel der Solidaritätsbewegung “#freemaxzirngast” sei es, durch die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Fall politischen Druck auf die Türkei auszuüben und den Österreicher nicht “alleine zu lassen”. Sie betonte, dass man sich durch politischen und journalistischen Aktivismus der Gefahr einer Inhaftierung aussetzen könne. “Zusammen sind wir stärker”, sagte sie.

Zirngast schrieb kritisch über türkischen Präsidenten Erdogan

Alp Kayserilioglu, ebenfalls Redakteur des Magazins, unterstrich, dass viel an den inhaftierten Kollegen gedacht werde. “Er ist 2015 in die Türkei gereist und war dort Student, politischer Aktivist und Journalist”, erklärte Kayserilioglu. Er habe für mehrere Medien in verschiedenen Sprachen geschrieben und habe “Kritik an (dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip, Anm.) Erdogan veröffentlicht”. “Man will ihn zum Schweigen bringen”, ist der Redakteur überzeugt.

“Der Österreicher wurde am 11. September in der Türkei von der Anti-Terror-Polizei in Gewahrsam genommen”, berichtete Kayserilioglu weiter. Der Journalist werde verdächtigt, in einer “legalen Frontorganisation einer illegalen Terrororganisation” aktiv zu sein. “Die Staatsanwaltschaft sucht nach etwas, was nach Terrorismus klingt, da sie sonst nichts gegen ihn in der Hand haben”, fuhr er fort.

Zirngast drohen bis zu 10 Jahre Haft

Die Vorwürfe, dass er auch die verbotene kurdische Arbeiterpartei (PKK) unterstütze, bezeichnete Kayserilioglu als “offensichtlich absurd”. Der Österreicher sei am Freitag vom Polizeigewahrsam in die Untersuchungshaft im Sincan-Gefängnis in Ankara überstellt worden, da der Richter von einer “hohen Schuldwahrscheinlichkeit” und “hoher Fluchtgefahr” ausgehe. Obwohl die Anklage bisher noch nicht erhoben wurde, drohen dem 29-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft.

“Anfangs gab es für den Fall großes Interesse, aber das flaute schnell ab – auch seitens der Bundesregierung”, sagte Kayserilioglu. “Wir haben von Anfang an mit der Solidaritätsarbeit begonnen”, unterstrich er. Seitdem sollen sich die Haftbedingungen des Österreichers verbessert haben. Die Bewegung will nun auch die Briefe für den Österreicher ins Türkische übersetzen, da fremdsprachige Schriften in dem Gefängnis verboten seien.

Zirngast als “politische Geisel”

Laut der ehemaligen Nationalratsabgeordneten Aslan bestehe die Möglichkeit, dass die Türkei den Österreicher als “politische Geisel” festhalte. “Das ist kein Zufall, denn Österreich ist einen strikteren Kurs gegen die Türkei gefahren als Deutschland”, erklärte sie. Zudem habe die Regierungspartei AKP “finanzielle Probleme” und sei auf die Hilfe der europäischen Länder angewiesen.

Politologe Schmidinger stimmte dem zu: “Ich glaube, dass sie jemanden wollen, auf den die österreichische Bevölkerung reagiert”, sagte er. Österreicher mit türkischen Wurzeln seien der Bevölkerung hingegen “recht egal”.

(APA/Red)

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VIENNA.AT
  • Wien
  • #freemaxzirngast: Solidaritätskampagne in Wien gestartet
  • Kommentare
    Kommentar melden
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen