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Als Journalist tätig: Student aus Wien in Ankara festgenommen

Die Polizei nahm den Journalisten wegen "Terrorverdachts" fest.
Die Polizei nahm den Journalisten wegen "Terrorverdachts" fest. ©APA/AFP/BULENT KILIC
Dienstagfrüh wurde in der türkischen Hauptstadt Ankara ein österreichischer Journalist festgenommen. Der Mitarbeiter des re:volt magazins studierte laut Medienberichten in Wien.


Der österreichische Journalist und Student Max Zirngast sei am Dienstagmorgen gegen fünf Uhr laut Angaben seiner Redaktion re:volt magazin gemeinsam mit anderen in Ankara festgenommen worden. Das berichtet die Organistation “Reporter ohne Grenzen“.

Österreicher unter Terrorverdacht

Der Vorwurf laute auf Unterstützung terroristischer Organisationen. Die Redaktion des nach Eigenbezeichnung “linksradikalen Politik-Analyse-Bewegungs-Magazins” vermutet einen Zusammenhang mit “politischen Publikationen”. “Das ist auf das Schärfste zu verurteilen”, so die Präsidentin von “Reporter ohne Grenzen Österreich”, Rubina Möhring. Die Organisation fordert die unmittelbare Freilassung des Österreichers.

Studierte in Wien

Der Student der Politikwissenschaft und Philosophie in Wien befasste sich demnach mit politischen Theorien und schrieb Beiträge in Büchern wie “Kampf um Kobane”, die sich kritisch mit der Beziehung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mit der Türkei auseinandersetzen. Die türkischen Behörden werfen ihm zudem vor, für einen “radikalen Ableger der Kommunistischen Partei” in der Türkei gearbeitet zu haben. Das re:volt magazin wies diese Information gegenüber der APA als “falsch” zurück.
“Andere politische Meinungen dürfen nicht Grundlage für Verhaftungen oder Einschüchterungen sein! In der Türkei passiert das gerade aber zunehmend”, sagte Möhring. Derzeit sitzen nirgends so viele professionelle Journalisten in Haft wie in der Türkei.

Immer wieder Verhaftungen

Die Türkei geht seit dem Putschversuch im Juli 2016 immer wieder auch gegen ausländische Staatsbürger vor. Die Festnahmen erfolgen meist wegen “Terrorverdachts”. Dies sorgt auch für bilaterale Spannungen wie im Fall der deutschen Journalistin Mesale Tolu, des “Welt”-Reporters Deniz Yücel oder des US-Pastors Andrew Brunson.

Die Türkei befindet sich auf der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 157 von 180 Ländern. Rund 150 Medienhäuser wurden laut ROG geschlossen und Massenprozesse abgehalten.

(APA/red)

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