Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

ATV-Elefantenrunde zur EU-Wahl: Vilimsky schließt Strache-Comeback nicht aus

FPÖ-Spitzenkandidat Harald Vilimsky sprach in der ATV-"Elefantenrunde" über die Ibiza-Affäre
FPÖ-Spitzenkandidat Harald Vilimsky sprach in der ATV-"Elefantenrunde" über die Ibiza-Affäre ©APA/ERWIN SCHERIAU
Die ATV-"Elefantenrunde" zur EU-Wahl war am Sonntagabend deutlich überschattet vom Ibiza-Skandal. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky schloss auch im Lichte aktueller politischer Entwicklungen dabei rechtswidrige Geldflüsse zur FPÖ aus. Nicht ein Euro sei rechtswidrig an die FPÖ oder in einen ihrer Wahlkämpfe geflossen, betonte er in der TV-Konfrontation.
Der Fahrplan zur EU-Wahl 2019
Rechnungshof will FPÖ-Parteispenden nachfragen
Wie geht es in der FPÖ weiter?
Neuwahlen sollen im September stattfinden
Die brisantesten Aussagen aus dem Video

Im Gegenteil glaubt er, dass sich SPÖ und ÖVP über Gelder an Personenkomitees ihre Kampagnen finanzieren. Anlass für die Aussagen war jenes auf Ibiza aufgenommene Video, in dem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache einer vermeintlich russisch-lettischen Oligarchin erklärt, wie man die Freiheitlichen am Rechnungshof vorbei finanziell unterstützen könnte.

FPÖ-Spitzenkandidat Vilimsky mit ÖVP-Vorwürfen

Vilimsky ging auch gleich in die Gegenoffensive und warf der ÖVP vor, dass man ganz bewusst die “rot-weiß-rote Erfolgsregierung” in den Sand gesetzt habe. Dies sei nur geschehen, um wieder die alten Zustände zwischen Rot und Schwarz mit Asylchaos und Proporz herzustellen.

“Wer war noch nie stockbetrunken?”

Was von Strache und dem zurückgetretenen Klubobmann Johann Gudenus auf Ibiza gesagt wurde, ist zwar aus Vilimskys Sicht nicht akzeptabel, es sei aber unter “massivem alkoholischen Einfluss” geschehen: “Wer war noch nie stockbetrunken und hat einen Blödsinn gesagt?”

Bedenkliche “Wahlkampf-Bombe”

Mehr als bedenklich findet es der freiheitliche Spitzenkandidat für die EU-Wahl, dass diese “Wahlkampf-Bombe” aus dem Ausland von zwei prononciert linken Zeitungen gesetzt worden sei. Zudem müsse die ganze Sache Geheimdienst-Hintergrund haben.

Die Listenzweite der ÖVP, Staatssekretärin Karoline Edtstadler, bestätigte indirekt, dass die ÖVP den Rücktritt von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gefordert habe. Denn angesichts der Vorwürfe wäre er oberster Chef der Ermittlungsbehörden gewesen, und das als FPÖ-Generalsekretär zu der Zeit, zu der Strache seine Aussagen getätigt habe: “Das geht sich für mich nicht aus.” Die Neuwahlen sah Edtstadler als einzig gangbaren Weg angesichts der “schockierenden Bilder” von Strache und dessen angekündigtem Machtmissbrauch.

Strache-Comeback “nicht ausgeschlossen”

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky schloss in der ATV-“Elefantenrunde” ein Polit-Comeback des freiheitlichen Obmanns Heinz-Christian Strache nicht aus. Dieser wolle nun eine Klärung der rechtlichen Vorwürfe erreichen. Sei er danach weiß gewaschen, wovon er ausgehe, werde diese Frage zu beurteilen sein. Die Vertreter der Opposition forderten indes den Rücktritt auch der weiteren freiheitlichen Regierungsmitglieder. Es sei eine Gefahr für Österreich, “dass die Räuberbande noch immer in der Regierung sitzt”, meinte etwa der SPÖ-Listenerste Andreas Schieder.

Opposition fordert Abtritt sämtlicher FPÖ-Minister

Auch Claudia Gamon von den NEOS verlangte von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), alle Minister der FPÖ “aus der Regierung zu schmeißen”. Es bestehe Gefahr im Verzug. EUROPA-JETZT Frontmann Johannes Voggenhuber würde die freiheitlichen Vertreter des Kabinetts Kurz keinen Computer mehr benutzen und keine Akte mehr in die Hand nehmen lassen, wenn der Ruf nach Aufklärung ernst gemeint sei.

Beginnen mit den Entlassungen aus der Regierung würde der Grüne Spitzenkandidat Werner Kogler bei Innenminister Herbert Kickl: “Da ist es am heikelsten.” Grundsätzlich sei es aber ein “Gebot des Anstands, dass alle zurücktreten”.

Edtstadler: “Stehe hier für volle Aufklärung”

Zumindest bei Kickl deutete auch die für Spitzenkandidat Othmar Karas in die Diskussion geschickte VP-Listenzweite Karoline Edtstadler an, dass dieser das Innenministerium verlassen sollte, da er an der Spitze der Ermittlungsbehörden stehe. Und dass nur zwei Personen involviert waren, wie dies die FPÖ behaupte, zog sie in Zweifel. Dass Kurz keine entsprechenden Überlegungen anstellte, bestritt die Staatssekretärin im Innenministerium: “Warum glauben sie, brennen am Ballhausplatz die Lichter?” Sie stehe jedenfalls hier für volle Aufklärung.

Entrüstung über FPÖ als mögliche Koalitionspartnerin

Für einige Entrüstung bei der Opposition sorgte, dass Edstadtler die FPÖ nach der Neuwahl nicht explizit als Koalitionspartnerin ausschloss. In dem Zusammenhang erinnerte Gamon daran, dass ohne die ÖVP die Freiheitlichen gar nie in eine Regierung gekommen wären.

Schieder wies darauf hin, dass Kurz mit der FPÖ weiter gemacht hätte, wenn diese Innenminister Kickl geopfert hätte. Auch Voggenhuber betonte, dass die Freiheitlichen ohne den Innenminister der ÖVP weiter gut genug gewesen wären.

“Vertrauensbruch” – Zusammenarbeit mit ÖVP nicht vorstellbar

Diese Darstellung bestätigte durchaus der während der Diskussion forsch bis aggressiv agierende FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, der von einer Übereinkunft berichtete, dass man nach einem Rücktritt von Vizekanzler Strache und dem geschäftsführenden Klubobmann Johann Gudenus in der Regierung weiter machen würde: “Dann auf einmal haben wir warten und noch länger warten müssen.” Schließlich sei die Forderung nach dem Kickl-Abgang gekommen. Eine neuerliche Zusammenarbeit mit Kurz ist für Vilimsky nach dem “Vertrauensbruch” eher nicht vorstellbar, eine Koalition mit einer Kurz-losen ÖVP schloss der blaue Spitzenkandidat hingegen nicht aus.

Eidesstattliche Erklärung bei ATV-“Elefantenrunde” unterschrieben

Immerhin bei einem waren sich alle einig, nämlich im Unterzeichnen einer von Kogler vorgelegten eidesstattlichen Erklärung, wonach im EU-Wahlkampf alle Spenden dem Rechnungshof gemeldet wurden und auch keine Umgehungskonstruktionen gewählt wurden.

>>Alles zur EU-Wahl

(apa/red)

 

  • VIENNA.AT
  • Europawahl
  • ATV-Elefantenrunde zur EU-Wahl: Vilimsky schließt Strache-Comeback nicht aus
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen