Song Contest News-Ticker: Alle aktuellen Infos zum ESC auf einen Blick

Von Sarah van den Berg
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Für Österreich treten The Makemakes beim Song Contest an.
Für Österreich treten The Makemakes beim Song Contest an. - © APA
Wie laufen die Proben, was haben die Teilnehmer in den Pressekonferenzen verkündet, welche Termine stehen an und was sind die ersten Ergebnisse? In unserem News-Ticker halten wir Sie über alle wichtigen Informationen rund um den Song Contest auf dem Laufenden. Dieser Artikel wird bis zum 24. Mai 2015 laufend aktualisiert.

Wir berichten nicht nur live von den Song Contest-Shows am 19., 21. und 23. Mai, sondern halten Sie in der kompletten ESC-Woche vom 19. bis 24. Mai 2015 informiert.

News-Update vom 24. Mai 2015

Die ersten Reaktionen der Fans

Die Fans im Eurovision Village am Wiener Rathausplatz begrüßten die vorzeitige Verkündung von Schwedens Sieg mit ohrenbetäubendem Jubel, “We are the Heroes”-Chören, Fahnen – und blau-gelben Regenschirmen. “Wir sind so froh, das ist ein toller Song”, schwärmten zwei junge Schweden-Fans nach der Verkündung des Ergebnisses.

“Ich bin absolut begeistert!”, freute sich auch eine irische Zuschauerin über den Sieg der Schweden. “Ich wusste, es würde wirklich knapp werden zwischen Russland und Schweden und ich bin froh, dass es Schweden geworden ist.” Erleichterung darüber, dass Russland den Sieg knapp verpasste, drückten viele der Fans aus. “Wir sind froh, dass Russland nicht gewonnen hat, das wäre ein politischer Sieg gewesen”, meinte etwa eine Gruppe Australier.

ORF-Chef Wrabetz freut sich

Nach monatelanger Vorbereitungszeit wurde in der Nacht auf Sonntag der 60. Eurovision Song Contest in Wien abgehalten. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zeigte sich nach dem Event, aus dem der Schwede Mans Zelmerlöw mit “Heroes” als Sieger hervorgegangen ist, rundum zufrieden. Auch das selbstgesteckte Budgetziel werde man “sicher einhalten”, erklärte er.

Österreichisches Publikum votierte für Italien

Wäre es nach dem österreichischen Publikum gegangen, hätte das italienische Trio Il Volo beim 60. Eurovision Song Contest das Rennen machen müssen. Das geht aus den auf der offiziellen Eurovision-Homepage veröffentlichten Detailergebnissen des Votings hervor. Demnach landete hierzulande bei den Menschen vor den Bildschirmen Italien vor Bojana Stamenov aus Serbien und Australiens Guy Sebastian.

Die Expertenjury, bestehend aus dem dreifachen ESC-Sänger Gary Lux (56), seinem einfach angetretenen Kollegen Manuel Ortega (35), Musiker Christian Deix (50), seiner Kollegin Vanessa Leggenstein (33) und der Journalistin Franziska Trost (37), hatte dagegen Sebastian auf den ersten Platz gereiht, gefolgt vom nunmehrigen ESC-Sieger Mans Zelmerlöw aus Schweden und der Russin Polina Gagarina. In der Kombination ergab dies schließlich 12 Punkte für Australien, 10 Punkte für Italien und 8 Punkte für Russland aus Österreich.

“Man musste mir sagen, dass ich gewann”

Der Sieger des 60. Eurovision Song Contest steht fest: Mit 365 Punkten machte Mans Zelmerlöw das Rennen um die Nachfolge der “Queen of Europe” Conchita Wurst. Vor einer bis auf den letzten Platz gefüllten Wiener Stadthalle und einem millionenfachen Fernsehpublikum, hielt der 28-Jährige den Favoritendruck stand und heimste mit seinem Song “Heroes” den bereits sechsten Triumph für Schweden ein.

“Man musste mir sagen, dass ich gewonnen habe. Ich habe es nicht gehört. Jetzt bin ich einfach voller Stolz und Dankbarkeit”, sagte Zelmerlöw in der Nacht auf Sonntag bei der Sieger-Pressekonferenz. Er persönlich habe gar nicht mit dem Sieg gerechnet: “Ich war davon überzeugt, dass Italien oder Russland gewinnen werden. Als ich dann während des Votings Russland überholt habe, flossen bei mir die ersten Tränen.”

Makemakes nach Nullpunkter bereits mit neuen Plänen

Mit dem fünften letzten Platz in der ESC-Geschichte Österreichs ist das Abschneiden der Makemakes beim Finale das schlechtestmögliche geworden. “Wir waren echt Underdogs vom ersten Moment an”, sagte Dominic Muhrer nach dem Finale und wirkte dabei nicht etwa erschüttert. Er verriet, dass man mit der deutschen Teilnehmerin Ann Sophie, der mit null Punkten dasselbe Schicksal widerfuhr, Pläne habe. Ins Bockshorn jagen, das lassen sich die Makemakes nicht.

Wem Österreich Punkte gab

Österreich hatte beim Heim-Song-Contest in Wien leider das Nachsehen, gab es für The Makemakes mit ihrem Song “I Am Yours” doch 0 Punkte und damit ex aequo mit Deutschland den letzten Platz. Allerdings trug man einen Teil zum Sieg des Schweden Mans Zelmerlöw bei, dem nach kombinierten Voting von Publikum und Jury 7 Punkte vergeben wurden. Nachfolgend das Voting Österreichs im Detail:

  • Australien 12
  • Italien 10
  • Russland 8
  • Schweden 7
  • Estland 6
  • Belgien 5
  • Norwegen 4
  • Serbien 3
  • Israel 2

Wien hat den 60. Eurovision Song Contest bravourös überstanden

Am Tag – oder besser gesagt Stunden nach dem Sieg des schwedischen Sängers Mans Zelmerlöw beim 60. Eurovision Song Contest in Wien war schon der Moment der Bilanzen gekommen. Und diese fallen letztlich rundum positiv aus – wenn man vom Rekord absieht, den die Makemakes als Österreich-Vertreter aufstellten: Vier Mal 0 Punkte hat sonst noch kein Land in sechs Jahrzehnten ESC ausgefasst.

Trotz aller guter Organisation hielt es den Sieger des Musikwettbewerbs nicht mehr lange in Wien. Nachdem er in der Nacht noch gegen 3.30 Uhr eine kurzen Auftritt im offiziellen Euroclub absolviert hatte, bestieg Zelmerlöw bereits gegen 14 Uhr am Flughafen Schwechat die Maschine gen Stockholm, wo ihn wohl eine begeisterte Menschenmenge erwarten wird. In seiner Heimatstadt Lund soll dem frischgebackenen ESC-Helden ab 18 Uhr ein großer Empfang auf dem Marktplatz bereitet werden. Noch in der Nacht waren in Stockholm Hunderte auf die Straße geströmt und in Autokorsos durch die Stadt gezogen.

News-Update vom 23. Mai 2015

Rathausplatz verwandelte sich in riesige ESC-Party

Nieselregen und Kälte konnten am Samstagabend die Stimmung beim Public Viewing am Wiener Rathausplatz nicht einmal für einen Moment trüben. Tausende kamen, um eine große Party zu feiern. Bier, Tanz und Ponchos halfen, warm und halbwegs trocken zu bleiben. Viele Fans kamen nicht nur mit Flaggen, sondern sogar kostümiert.

Das finale Voting hat begonnen

Mit dem Zuschauervoting hat am Samstagabend der letzte Akt im Finale des 60. Eurovision Song Contests begonnen. Die internationalen Jurys haben bereits am Freitag ihre Stimmen abgegeben. Mit der klassischen Beschwörungsformel “Europe and Australia, start voting now” forderten die Moderatorinnen Arabella Kiesbauer, Alice Tumler und Mirjam Weichselbraun die Stimmen des Publikums ein.

Zocker sehen zur Halbzeit weiter Schweden vorn

Die Makemakes haben ihren Auftritt im Finale auch absolviert – und die globalen Zocker sehen die Österreich-Vertreter als Nummer 23. Und auch bei der Wette auf den Sieger hat sich nach dem Auftritt des favorisierten Mans Zelmerlöw nichts geändert: Der Schwede liegt weiter vorne beim Vergleich diverser Wettbüros. Serbiens Auftritt überzeugte jedoch die Quotenberechner, denn nach Bojana Stamenovs Auftritt stiegen ihre Chancen und sie kletterte auf den vierten Platz – damit zog sie an Estland, Belgien und Australien vorbei.

Dichtes Favoritenfeld dominierte erste Finalhälfte

Die erste Hälfte des großen Finales des 60. Eurovision Song Contests ist geschlagen, und bis dato wurde den Fans in der Wiener Stadthalle und vor den Bildschirmen eine stimmige Show geboten. Großteils lag das daran, dass im vorderen Starterfeld beinahe sämtliche Favoriten die Stimmen erhoben haben. Darunter auch der Schwede Mans Zelmerlöw sowie Guy Sebastian für Newcomer Australien.

ESC knackt Guinness-Weltrekord für “längsten jährlichen TV-Musikbewerb”

Noch bevor am Samstagabend das Finale des 60. Eurovision Song Contest in Wien über die Bühne ging, gab es für die European Broadcasting Union (EBU) Grund zur Freude: Sie erhielt ein Guinness-Zertifikat für den ESC.

Kaum Bewegung bei Wettquoten: Schwede ist Favorit

Aktuell geben die Buchmacher auf einen Sieg von Zelmerlöw durch die Bank Quoten von unter 1,3, womit sich der 28-Jährige deutlich von seinen Mitbewerbern absetzen kann. Russlands Polina Gagarina wird mit “A Million Voices” auf 2,25 bis 4 eingestuft, Italiens Opernpop “Grande Amore” von Il Volo bringt Zockern nach derzeitigem Stand im Falle eines Sieges beim Jubiläumsbewerb das 3,5- bis 4,6-fache ihres Einsatzes. Dahinter matchen sich Australiens Guy Sebastian (“Tonight Again”) und Loic Nottet (“Rhythm Inside”) um den vierten Platz, wobei der Belgier aktuell die Nase vorne hat.

Erstes Google-Doodle in der ESC-Geschichte

Premiere für den ESC: Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs gibt es ein Google-Doodle, also die grafische Veränderung des Firmenlogos auf der Startseite www.google.at, die zu feierlichen Anlässen erfolgt. Nun tanzen die sechs Buchstaben auf der Song-Contest-Bühne mit Österreichflagge im Vordergrund.

“Unglaublich toll”: Fanclub-Chef lobt Organisation

Markus Tritremmel, der Präsident des heimischen Fanclubs OGAE-Austria – wobei die Abkürzung für Organisation Generale des Amateurs de l’Eurovision steht – hat in einem Interview die Organisation des Megaevents in höchsten Tönen gelobt. “Es ist eine der besten Organisationen, wenn nicht überhaupt die beste, die ich in meinen zehn Jahren erlebt habe”, schwärmte er. “Die Freundlichkeit der Menschen ist unglaublich.” In der Stadthalle funktioniere alles sehr gut, was auch für das Pressezentrum gelte: “Das ist wirklich unglaublich toll gemacht.”

Skurriles ESC-Quiz bei den Komischen Künsten im MQ

Als Buchpräsentation, die Fragen aufwirft, hat sich am Freitag das ESC-Quiz im Wiener Museumsquartier entpuppt. Anhand des Werks “The Very Best Of Song Contest” wurden von Moderator Maximillian Zirkowitsch – im Beisein der Autoren – Fragen aus diesem gestellt. Unterhaltsam gestaltete sich der Abend vor dem großen Finaltag trotz des nur knappen Dutzends an Teilnehmenden, die sich in die Räumlichkeiten im quartier 21 eingefunden hatten.

News-Update vom 22. Mai 2015

Wer sind die Favoriten?

Spanien, Australien, Schweden und Aserbaidschan sind die heißesten Anwärter auf den Sieg im Finale des Eurovision Song Contest in Wien. Spanien hat die schönste Sängerin, Australien den Exotenbonus mit der guten Laune. Schweden geht mit der spektakulärsten Show ins Rennen und Aserbaidschan beeindruckt mit einem 5-Oktaven-Gesangswunder. Einige Wettbüros sehen hingegen die äußerst attraktive Sängerin Edurne aus Spanien beim ESC weit vorn.

Gesang für Israels Jungspund nach 2. Halbfinale

Die zehn ESC-Finalisten, die aus dem 2. Halbfinale hervorgegangen sind, haben sich Donnerstagnacht bei der Pressekonferenz den Fragen der Journalisten gestellt. Eine unangenehme erhielt dabei Schwedens Mans Zelmerlöw, der auf einen Tweet hingewiesen wurde, bei dem es um die Ähnlichkeit seines Songs mit einem von David Guetta ging. Stimmung machten hingegen die israelischen Fans.

“Seismograph” Fan Cafe: Schweden, Italien, Israel

Geht es nach dem Dancefloor des “Euro Fan Cafe” in der Wiener EMS Lounge, dann ist beim ESC 2015 Israel ein heißer Tipp: “Golden Boy” Nadav Guedj brachte beim zweiten Halbfinale nicht nur die Fans seines eigenen Landes zum Tanzen. Ebenfalls heftig akklamiert: Mans Zelmerlöws “Heroes” samt Strichmännchen sowie – obwohl nur im Schnelldurchlauf – Il Volo aus Italien und Guy Sebastian aus Australien.

Conchita-Lookalikes tummelten sich am Wiener Rathausplatz

Einen Tag vor dem großen Song Contest-Finale ist am Freitag Conchita Wurst, die “Queen of Austria”, im Eurovision Village am Rathausplatz im Mittelpunkt gestanden. Sie selbst war zwar nicht anwesend, dafür gleich mehrere Doppelgänger.

“LGBTI”-Community skeptisch über “Schub” durch ESC

Der Song Contest hat einen wachsenden Stellenwert bei der und durch die internationale LGBTI-Community erhalten. “LGBTI” steht für kurz für “Lesbian, Gay, Bi-, Trans-, Intersexual”. Vertreter lokaler Organisationen zeigten sich am Freitag bei einem Treffen in Wien eher skeptisch, was größere positive Auswirkungen auf Toleranz und Anerkennung in der täglichen Praxis durch den ESC-Hype angeht.

News-Update vom 21. Mai 2015

Ergebnis des 2. Halbfinales

Israel, Lettland, Aserbaidschan, Zypern, Montenegro, Norwegen, Schweden, Slowenien, Polen und Litauen haben den Sprung ins Finale geschafft.

Buchmacher sehen enges Rennen im 2. Halbfinale

An Schweden führt beim 60. Eurovision Song Contest kein Weg vorbei: Diesen Eindruck erweckt der Vergleich von 22 Wettanbietern, die Mans Zelmerlöw mit seinem Song “Heroes” bereits seit Wochen auf dem ersten Platz sehen. Dementsprechend sollte das zweite Halbfinale heute, Donnerstag, Abend in der Wiener Stadthalle für den 28-jährigen Beau kein Problem darstellen. Ganz im Gegensatz zu Portugal.

“Waterloo” für “Rise Like A Phoenix” im Akzent

Ein – im historischen Zusammenhang wohl kleines – “Waterloo” für Conchita Wurst: Das Publikum im Wiener Akzent-Theater kürte Mittwochabend bei der “Austria … 12 Points!”-Gala diverser Musical-Stars den ABBA-Song als All-Time-Winner der Song Contest-Siegertitel. “Rise Like A Phoenix” landete entgegen dem Motto des Abends nur auf Rang 3 hinter ESC-Legende Johnny Logan mit “What’s Another Year”. Maya Hakvoort & Co. hatten 45 ESC-Lieder – Siegersongs, kommerziell erfolgreiche Nicht-Winner und Österreichisches abseits von Conchita wie z.B. Thomas Forstners “Nur ein Lied” oder Waterloo & Robinsons “Meine kleine Welt” – ins Rennen geworfen.

Beziehungskiste: Der ESC und die Politik

Vor rund 100 Gästen lud die Erste Privatstiftung in den Festsaal der diplomatischen Akademie Wien zu einer Podiumsdiskussion, um die Frage zu klären, wie politisch der ESC ist. Der Einladung folgten ehemalige Song-Contest-Teilnehmer wie Radek Banga (Tschechische Republik 2009), Kim Cooper und Tini Kainrath (Österreich 2000) sowie Rambo Amadeus (Montenegro 2012). Sie alle vertraten nicht nur ihr Land beim größten Musikbewerb der Welt, sondern hatten ein politisches Konstrukt im Hintergrund. Weiters nahm der Australier Dean Vuletic an der Diskussion teil, der an der Universität Wien Vorlesungen über den ESC hält.

Kroatiens Starterin von 2011 wird ESC-Dissertantin

Daria Kinzer, die 2011 mit dem Song “Celebrate” für Kroatien beim Song Contest in Düsseldorf antrat, beschäftigt das Thema ESC weiterhin, denn die 26-jährige Doppelmagistra plant, ihre Doktorarbeit dem Event zu widmen. Thema: Alternative Finanzierungsmöglichkeiten eines ESC-Antritts.

Bärtige Briefmarke

Das Diözesanmuseum Graz hat eine Sonderbriefmarke herausgebracht – mit der Volksheiligen Kümmernis/Wilgefortis, die der Legende nach in Süditalien von ihrem Vater ans Kreuz geschlagen wurde, als sie sich der Heirat durch das Wachsen eines Bartes entzog. “Rechtzeitig zum Eurovision Song Contest”, so das Museum, hat man nun die Briefmarke mit der nicht von der Kirche als heilig anerkannten Dame im Wert von 68 Cent aufgelegt. Verkauft wird das Wertzeichen für 1,90 Euro.

Grünbewegte Kritik am Green Event

Der ORF hat sich die Ausrichtung des Eurovision Song Contests als ökologisch korrektes Green Event zertifizieren lassen. Am Donnerstag kam dennoch Kritik von der Tierschutzorganisation PETA Deutschland. So würden im Catering des Events zwar vor allem biologische und regionale Verpflegung sowie pflanzliche Angebote bereitstehen. Die Bitte im Vorfeld an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, das Catering rein vegan zu gestalten, sei jedoch nicht umgesetzt worden. “Eine quicklebendige Conchita Wurst passt viel besser zu einem grünen ESC als Bratwürste aus totem Tier”, wird Ernährungswissenschafterin Felicitas Kitali in einer Aussendung zitiert.

Public Viewing fällt regelrecht ins Wasser

Keine guten Nachrichten für Song Contest-Fans: Die Wettervorhersage für das Public Viewing am Wiener Rathausplatz könnte kaum schlechter sein. Meist ist es verregnet, die Temperaturen sind gedämpft, prognostizierte die ZAMG am Donnerstag. Am Samstag, am Tag des ESC-Finales, schüttet es fast durchgehend bei kühlen Temperaturen von zehn Grad.

Am Freitag dominieren fast den ganzen Tag über dichte Wolken das Wettergeschehen. Auflockerungen und kurze sonnige Abschnitte gibt es nur in den Morgenstunden. In weiterer Folge setzt dann erneut Regen ein, der auch in der Nacht auf Samstag anhält. Der Wind weht weiterhin mäßig und kommt aus nördlichen Richtungen. Mit Höchstwerten um nur 16 Grad und Abendtemperaturen bei 13 Grad bleibt es weiterhin kühl, keine guten Voraussetzungen für die Vorführung der Dokumentation “Conchita Unstoppable” im “Eurovision Village”.

Am Samstag regnet es über weite Strecken, teilweise auch recht intensiv. Auch während des großen ESC-Finales sollte man beim Public Viewing jedenfalls mit Regenschutz ausgerüstet sein. Bedingt durch mäßigen bis lebhaften Nordwestwind sind auch die Temperaturen weiterhin gedämpft. Es werden höchstens 13 Grad erreicht und während des Finales sinken die Temperaturen dann sogar noch etwas weiter ab, sodass man dann mit kaum mehr als zehn Grad rechnen darf.

News-Update vom 20. Mai 2015

Sebastian freut sich auf “Champagner im Green Room”

“Ich wurde wirklich vom Eurovisions-Fieber infiziert!” Der Song Contest hat es Guy Sebastian sichtlich angetan: Der australische Sänger, der am Samstag mit “Tonight Again” in der Wiener Stadthalle an den Start geht, zeigte sich am Mittwoch begeistert vom ersten Halbfinale, bei dem er einen Kurzauftritt hatte. “Das hat so viel Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf den Champagner im Green Room.”

Tränen, Freude und Sprachlosigkeit im 1. Halbfinale

Zehn strahlende zukünftige ESC-Finalisten, zum Teil mit glänzenden Augen, haben sich am Dienstag kurz vor Mitternacht der Presse gestellt. Nicht allzu viele Worte, aber umso mehr Emotion verbreitete die russische Kandidatin Polina Gagarina: “Ich bin total glücklich. Es war wirklich unglaublich, und ich bin so dankbar für diesen warmen Empfang, jeder sang mit mir mit”, freute sich die 28-Jährige.

>> Diese Länder sind im Finale dabei

“Eurovision ist wie eine Blase”

Mit seinen 16 Jahren ist Nadav Guedj einer der jüngsten Teilnehmer beim Eurovision Song Contest in Wien. Das hält den Israeli, der in Paris geboren wurde, aber nicht davon ab, mit “Golden Boy” als ein Geheimtipp ins Rennen zu gehen. Erstmal muss er aber das zweite Semifinale am 21. Mai überstehen und zeigt sich davor motiviert, sei die Bühne doch “mein Zuhause”, wie er betonte.

Analysen und Favoriten

In der Finalwoche des Eurovision Song Contests gibt es wahrlich keinen Mangel an Analysen, Umfragen und damit einhergehenden Favoritenlisten. In diesen Reigen reiht sich auch der Adobe Digital Index ein, dem zufolge der Australier Guy Sebastian am Samstag den Titel davontragen soll. Auf den weiteren Plätzen folgen Elnur Huseynov (Aserbaidschan) und Elhaida Dani (Albanien). Das Ranking basiert auf mehr als zwei Millionen Erwähnungen in sozialen Netzwerken. Täglich beschäftigen sich rund 10.000 Beiträge mit dem Thema ESC.

Soziale Herzen

Für alle Digital Natives und Twitter-User bringt der Song Contest ab sofort mehr Farbe in das Onlineumfeld. Auf dem Kurznachrichtendienst besteht nun die Möglichkeit, sogenannte Hashflags in die Tweets zu integrieren. Dabei handelt es sich um Herzen, die im Design der 40 Landesflaggen der diesjährigen ESC-Teilnehmer erscheinen. Eingegeben werden muss dazu lediglich ein Hashtag mit dem entsprechenden Landeskürzel, also etwa #AUT oder #GER.

Grüße nach Russland und an die ÖVP

Am Tag des zweiten Halbfinales des Eurovision Song Contest veranstaltet das Netzwerk “To Russia With Love Austria” in Wien einen Protestmarsch für Menschenrechte von LGBTIs (kurz für “Lesbian, Gay, Bi-, Trans-, Intersexual”). Treffpunkt ist am morgigen Donnerstag um 18 Uhr im Sigmund-Freud-Park, von wo man über die Ringstraße Richtung Mariahilfer Straße zum Christian-Broda-Platz zieht, wo die Abschlusskundgebung stattfinden soll. Organisiert wird der Marsch in Kooperation mit der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, MyGay und Queeramnesty. Anlass ist unter anderem auch die “neuerliche Ablehnung der ÖVP eines weitrechenden Diskriminierungsschutzes für LGBTIs” sowie die strafrechtliche Verfolgung von LGBTIs in über 70 Ländern.

“Heute hat die Bühne uns kennengelernt”

Die Makemakes freunden sich immer mehr mit der Wiener Stadthalle an. Die zweite Probe für den Eurovision Song Contest sei “sehr cool” gewesen, wie Sänger Dominic Muhrer am Mittwoch betonte. “Auch meine Stimme war heute besser, obwohl es noch morgen war. Das Finale ist aber zum Glück abends”, schmunzelte er. “Letztes Mal haben wir die Bühne kennengelernt, heute hat die Bühne uns kennengelernt.”

Verzichten musste das Rocktrio beim heutigen Durchlauf allerdings auf das brennende Klavier – immerhin könne man nicht jedes Mal ein Instrument ruinieren, wie auf Nachfrage klargestellt wurde. Aber ganz dem Grundgedanken des ESC entsprechend, wollen die Makemakes mit “I Am Yours” natürlich auch eine positive Botschaft verbreiten.Das Popera-Trio Il Volo hat sich am Mittwoch nach der Bühnenprobe als charmante Klischeeitaliener präsentiert.

News-Update vom 19. Mai 2015

1. Halbfinale

Moldawien, Armenien, Belgien, den Niederlanden, Finnland, Griechenland, Estland, Mazedonien, Serbien, Ungarn, Weißrussland, Russland, Dänemark, Albanien, Rumänien und Georgien treten im 1. Halbfinale an. Hier geht’s zum Live-Ticker.

Ann Sophie übte Brückenschlagen in den Börsensälen

Der Song Contest macht auch vor Diplomatenkreisen nicht halt, wie sich am Dienstag in den Wiener Börsensälen gezeigt hat. Dort erschienen auf Einladung der deutschen Botschaft die deutsche ESC-Vetreterin Ann Sophie sowie die Makemakes. Beide übten gleich einen zuvor von Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) angedachten deutsch-österreichischen Brückenschlag, indem sie zusammen “I Am Yours” sangen.

Bürgermeister Häupl: “The Makemakes” werden heuer gewinnen

Mit einem fixen Sieg der Makemakes beim Eurovision Song Contest rechnet Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). “Österreich wird gewinnen, keine Frage”, erklärte er bei einem Presserundgang durch den Green Room und den Bühnenbereich am Dienstag. Und Wien steht als Austragungsort auch wieder zur Verfügung: “Es wäre vernünftig, wenn ESC in Wien zur ständigen Einrichtung wird”, meinte er.

“Denn man sieht ja, wir können das”, betonte der Bürgermeister. Auch die Finanzierung eines weiteren ESC in Wien schreckte den Stadtchef nicht: “Über Geld spricht man nicht, Geld hat man.” Allerdings hätte Österreich schon harte Konkurrenz: “Die Skandinavier sind gut – vor allem der Schwede. Und auch die Italiener sind sehr gut”, fachsimpelte Häupl, der auf ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Fernsehdirektorin Kathrin Zechner und die Makemakes traf.

Public Viewing in Wien

Beim Halbfinale am 19. Mai gibt es in zahlreichen Locations in Wien Public Viewing. Unsere Eurovision Map bietet einen guten Überblick über alle Events:

Erste Juryshow beim Eurovision Song Contest in Wien gemeistert

Beim 60. Eurovision Song Contest sind am Montag die ersten Shows vor Publikum über die Bühne gegangen – beziehungsweise jene für die wichtigen internationalen Fachjurys, deren Stimmen 50 Prozent des Ergebnisses ausmachen. Im Doppeldurchlauf wurde das 1. Halbfinale des größten Musikwettbewerbs der Welt mit 16 Ländern in der Wiener Stadthalle abgespult.

“Great Voices”: Beiler und Wegas im Fan Cafe

Im zu Beginn nur spärlich besuchten Fan Cafe – die meisten Fans zog es wohl zur Eröffnung des Eurovision Village am Rathausplatz – kam erst zu späterer Stunde Partystimmung auf. Wegas musste sein Lied “Zusammen geh’n”, mit dem er 1992 antrat, noch im kleinen Rahmen singen.  Als Beiler ihren Song-Contest-Beitrag aus dem Jahr 2011 “The Secret Is Love” zum Besten gab, drängten sich die Gäste aber vor der Bühne und spätestens bei Loreens ESC-Hit “Euphoria” sangen alle lauthals mit. Karayiannis sang bereits vor dem offiziellen Beginn des Great-Voices-Abend für eine kleine Runde Fans unter anderem sein Lieblingslied “Thinking Out Loud” von Ed Sheeran. “Es ist die großartigste Erfahrung meines Lebens”, meinte er im APA-Gespräch zu seiner Song Contest-Teilnahme.

ESC “Rettungsanker” für Gay-Community

Seit Jahrzehnten wird der Eurovision Song Contest von den schwulen Communitys europaweit beinahe wie eine zweite Gay-Pride gefeiert, spätestens mit dem Sieg der transsexuellen Teilnehmerin Dana International 1998 wurde das auch den Medien klar. Das führt Queer-Studies-Forscher Peter Rehberg im APA-Interview vor allem auf die Funktion des Song Contests als schwuler “Rettungsanker” zurück. Grund für die schwule Affinität zum ESC sei vor allem der Camp-Faktor: “Eine Liebe zum Künstlichen und Übertriebenen von Pop, das Hoffnung und Rettungsanker für sexuell anders Empfindende ist, die ansonsten in einer Umwelt leben, wo ihnen von allen Seiten Heterosexualität als Lebensmodell und gültige Norm präsentiert wird”, erklärte Rehberg, der derzeit an der Universität von Texas lehrt.

Frauen und schwule Männer bilden Fan-Kern

Den Kern der deklarierten Fans des Eurovision Song Contest (ESC) in Österreich bilden laut einer Studie Frauen und homosexuelle Männer, zeigt eine Onlineumfrage. Zur Begeisterung trage vor allem das Gemeinschaftsgefühl unter den Fans und die Internationalität des Events bei. Der Auftritt von Conchita Wurst habe es leichter gemacht, sich als Fan zu outen und dem ESC Fans zurückgebracht. 636 Personen aus der österreichischen Fangemeinde des ESC nahmen an einer Onlinebefragung teil, die der Politikwissenschafter Maximilian Bauer im Rahmen seiner Masterarbeit an der Uni Wien durchgeführt hat. Zentrale Frage: Warum interessieren sich so viele homosexuelle Männer für das Event? Die Studienteilnehmer waren vor allem Leute, die sich in Sozialen Medien als ESC-Fans zu erkennen gaben, oder Mitglieder des offiziellen Song Contest-Clubs “OGAE”.

Australia im Austria-Eurovisionsfieber

Um 5 Uhr morgens steigt bei den eingefleischten Song-Contest-Fans Deb Shaw und Amy die große Party. Die beiden werden wie jedes Jahr live dabei sein, wenn wieder zwölf Punkte vergeben werden. Der frühe Start ist nötig, weil die beiden das Spektakel am anderen Ende der Welt verfolgen. Die Filmemacherin und die Übersetzerin gehören zu Millionen ESC-Fans in Australien. Dieses Jahr wird es für sie besonders spannend. Down Under tritt beim europäischen Grand Prix an. Das Übertriebene am ESC mache den Reiz aus, sagt Deb. “Windmaschinen und trommelnde Omas – da macht Zugucken doch richtig Spaß”, sagt sie. “Wir lieben den Wettbewerb nicht nur, weil er ein guter Grund ist, eine Party zu schmeißen. Wir kochen mit unseren Freunden Nationalgerichte des Gastgeberlandes und verkleiden uns entsprechend. Je ausgefallener und verrückter der Auftritt, desto besser.”

Positive Reaktionen auf Wiens “Danke”-Show

Gestern Nachmittag ging in der Stadthalle die erste Song Contest-Show vor Publikum über die Bühne: Die Karten für diese spezielle Show wurden von der Stadt Wien an AnrainerInnen, Pflegeeltern, ehrenamtliche MitarbeiterInnen von Sportvereinen und Organisationen des Dachverbandes Wiener Sozialeinrichtungen vergeben.

“Wir wollten damit Menschen ‚Danke‘ sagen, die sich in unserer Stadt für andere engagieren”, betonte Stadtrat Christian Oxonitsch. “Und dass die ersten Reaktionen von BesucherInnen so positiv sind, freut uns ganz besonders!” Auch Stadträtin Sonja Wehsely freute sich.

News-Update vom 18. Mai 2015

“Wir sind einfach drei gute Leute”

Der Eurovision Song Contest wird heuer bekanntlich von einem dynamischen Frauentrio moderiert: Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler werden bis zum Finale am 23. Mai durch die drei Musikshows führen – und zeigen sich im APA-Interview wohlgemut angesichts der großen Aufgabe. Einzig von der Diskussion um die Frage, dass drei Frauen moderieren, zeigten sie sich etwas genervt.

Conchita Wurst als “missing link”

Conchita Wurst und ein junges Song Contest-affines Publikum haben Homosexuellen und Transgender-Personen Toleranz, Akzeptanz und Respekt verschafft. “Das ist das, was die Politik in Österreich nie wollte”, konstatierte Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International (AI) Österreich. Conchita Wurst sieht er als “missing link” zu jahrelanger Arbeit von Organisationen mit demselben Ziel. Im internationalen Vergleich stehe Österreich in Sachen Anti-Diskriminierung Homosexueller gar nicht schlecht da, konzediert Patzelt, “aber es gab keine vorausschauenden Gesetze.

Bisher eine Demo gegen ESC angemeldet

Eine Demonstration ist bisher gegen den 60. Song Contest angemeldet. Das sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger am Montag zur APA. Der ehemalige Sprecher von Pegida Österreich, Georg Immanuel Nagel, hat für den Finalabend am Samstag eine Demo “gegen Dekadenz und Werteverfall” angekündigt. Die Demo-Teilnehmer wollen sich am Christian-Broda-Platz in Wien-Mariahilf sammeln und dann in Richtung Stadthalle ziehen. Dabei soll die Mariahilfer Straße allerdings gemieden werden. Andere Anmeldungen gibt es bisher weiterhin nicht.

Neue Bedrohungsszenarien gab es Hahslinger zufolge nicht. Auch die Bombendrohung gegen die deutsche TV-Show “Germany’s Next Topmodel” habe keine neue Bewertung der Risiken erforderlich gemacht. Auch an ein Platzverbot rund um die Halle ist weiterhin nicht gedacht.

(APA/ Red.)

Alle Infos rund um den Eurovision Song Contest finden Sie in unserem Special.

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