Rapid-Trainer Zoran Barišić: “Haben viele falsche Entscheidungen getroffen”

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Zoran Barišić ärgert sich über das grün-weiße Cup-Aus.
Zoran Barišić ärgert sich über das grün-weiße Cup-Aus. - © APA/Hans Punz
Rapid-Trainer Zoran Barišić hat nach dem Cup-Aus einiges auszusetzen, die Admira freut sich über einen geglückten Schachzug beim gehaltenen Elfmeter.

Für Rekordmeister Rapid ist aus einer Dreifachbelastung im Frühjahr schnell eine Doppelbelastung geworden. Admira Wacker Mödling warf die Hütteldorfer mit einem knappen 1:0-Sieg im Ernst-Happel-Stadion am Mittwoch im Viertelfinale aus dem ÖFB-Cup. Während die lange Durststrecke der Wiener im Cup weiterging, träumen die Südstädter jetzt vom Titel und Europacup-Einzug.

Die Rapidler wollten zum ersten Mal seit 2005 zumindest wieder ins Finale vorstoßen. Das blieb ihnen aber genauso verwehrt, wie der erste Cuptriumph seit 1995, der 15. insgesamt. “Scheinbar will uns dieser Bewerb nicht mehr. Wir sind natürlich sehr enttäuscht”, sagte ein geknickter Rapid-Trainer Zoran Barišić. Und der glücklose Elfmeterschütze Stefan Schwab ergänzte: “Es ist bitter für mich und die ganze Mannschaft.”

Rapid scheitert an fehlender Effizienz

Die Rapidler hatten die Aufgabe ernst genommen. Trotz der bevorstehenden Highlights – dem Wiener Liga-Derby am Sonntag sowie dem Europa-League-Gastspiel bei Valencia am Donnerstag – hatte Barišić auf Rotation verzichtet. “Die Einstellung war die richtige, die Spieler haben alles gegeben, sehr viel Aufwand betrieben, aber wir haben das Glück nicht auf unserer Seite gehabt”, resümierte Rapids Coach.

Tatsächlich fanden die Gastgeber mehr hochkarätige Chancen vor, die mangelnde Effizienz verhinderte aber die Führung. Schwab scheiterte mit einem Foulelfmeter am starken Admira-Goalie Jörg Siebenhandl (27.), “Joker” Steffen Hofmann setzte einen Freistoß an die Latte (77.) und Philipp Schobesberger hätte mehrmals treffen können. “Wir hätten aus der Vielzahl an Chancen einfach ein Tor erzielen müssen”, wusste Barišić.

Barišić erläutert seine Kritikpunkte

Das war aber nicht der einzige Kritikpunkt im Rapid-Spiel. Während im Gegensatz zum Frühjahrsauftakt gegen den WAC der Start passabel war, ließen die Wiener diesmal nach dem Seitenwechsel vieles vermissen. “Wir haben falsche Entscheidungen getroffen, nicht einfach genug gespielt”, analysierte Barišić. Zudem hätte Mitte zweiter Hälfte auch die Passqualität nicht gepasst. “Und wir waren da bei den zweiten Bällen nicht aktiv und zweikampfstark genug”, ergänzte der 45-Jährige.

Das sollte in den anstehenden Partien nicht passieren. Mit dem Ligahit gegen die Austria und dem Europa-League-Sechzehntelfinal-Hinspiel in Valencia stehen richtungsweisende Tage bevor. “Wir müssen jetzt schauen, in den anderen Bewerben in der Spur zu bleiben”, sagte Schwab. Die Niederlage gelte es so schnell wie möglich aus den Köpfen zu streichen. “Wir müssen uns aufrappeln und was Gutes machen. Das Derby ist ein ganz anderes Spiel, da müssen wir uns nicht extra motivieren”, sprach der Mittelfeldspieler Klartext.

Siebenhandl: Das Geheimnis hinter dem gehaltenen Elfer

Aufseiten der Admiraner gab es zwei Helden. Siebenhandl war nicht zu bezwingen, auch nicht vom Ex-Admiraner Schwab vom Elfmeterpunkt. “Das hat mir ein Vogerl gezwitschert, ich habe die Anweisung gekriegt, wo ich hinmuss”, verriet der Admira-Tormann. Sein Kapitän Christoph Schößwendter – er und Schwab sind seit der Kindheit sehr gute Freunde – hatte ihm einen Tipp gegeben. Siebenhandl hatte den etwas umstrittenen Elfmeter mit einem Zusammenstoß mit Matej Jelić verursacht und seinen Fehler mustergültig ausgebessert.

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Posted by Admira Wacker on Mittwoch, 10. Februar 2016

Zum Goldtorschützen avancierte mit Lukas Grozurek ein Ex-Rapidler, der Anfang 2015 von den Wienern abgegeben worden war. “Es ist ein unglaubliches Gefühl”, jubelte der 24-Jährige. Sein erster Admira-Pflichtspieltreffer fiel zu einem äußerst günstigen Zeitpunkt. “Ich freue mich sehr für ihn, weil ich weiß, dass es sehr an ihm genagt hat”, sagte Schößwendter. Grozurek war vor nur 6.200 Zuschauern zur Pause eingewechselt worden und brachte großen Schwung. Die Admiraner waren dann sehr mutig und wurden dafür belohnt. “Wir haben zur Pause gesagt, dass wir mehr nach vorne machen müssen. Mit der Hereinnahme von Grozurek sind wir eindeutig gefährlicher geworden”, lobte Coach Ernst Baumeister den Torschützen.

Schößwendter: Platzverweis “lächerlich”

Die Niederösterreicher stehen zum ersten Mal seit 2009 wieder im Cup-Semifinale. Das soll 2016 aber nicht der letzte Höhepunkt bleiben. “Jetzt wollen wir den Cup gewinnen”, tönte Siebenhandl. Den bisher letzten ihrer sechs Cupsiege holte die Admira 1966. Mögliche Gegner auf dem Weg ins Finale sind die Austria, Salzburg und St. Pölten. “Ein Niederösterreich-Derby wäre schon was Feines”, hoffte Admiras Schlussmann auf ein Duell mit dem Erste-Liga-Club.

Nicht dabei sein wird Schößwendter. Der Abwehrchef sah in der Schlussphase wegen einer Unsportlichkeit die Ampelkarte. “Ich finde es lächerlich”, ärgerte sich der 27-Jährige. Gebremst soll die Admira dadurch aber nicht werden. Baumeister sieht seine Truppe auf einem guten Weg. “Wir haben aber noch Luft nach oben, müssen schauen noch mehr in Ballbesitz zu kommen, bestimmender werden und sicherer in der Passqualität”, ist sich der Admira-Trainer bewusst. Sollte das im Frühjahr gelingen, ist für die Admira viel möglich.

(APA, Red.)

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