Austria, Sturm oder Verbleib – was passiert mit Admira-Kapitän Christoph Schößwendter?

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Christoph Schösswendter steht bei der Bundesliga-Konkurrenz hoch im Kurs.
Christoph Schösswendter steht bei der Bundesliga-Konkurrenz hoch im Kurs. - © APA/EXPA/Sebastian Pucher
Christoph Schößwendter hat sich durch ein bärenstarkes Frühjahr in die Notizblöcke der Topklubs gespielt. Der Admira droht ihr Kapitän, Abwehrchef und Toptorschütze abhanden zu kommen.


Führungsspieler, Kapitän, Abwehrchef und Toptorschütze: Christoph Schößwendter war im Herbst bei Admira Wacker Mödling herausragend. Wenig erstaunlich ist deshalb, dass der 27-Jährige bei der Bundesliga-Konkurrenz heiß begehrt ist. Ein Transfer noch im Jänner steht im Raum.

Der Admira-Abwehrspieler wird seit einiger Zeit als potenzieller Nachfolger von Lukas Rotpuller, sollte dieser in die Türkei wechseln, bei der Austria gehandelt. Seit Montag scheint aber ein Wechsel zu Sturm Graz realistischer. Die Steirer standen davor, Michael Madl an Fulham abzugeben. Offizielle Anfragen für Schößwendter hat es bisher aber keine gegeben. Das bestätigte die Admira am Montagabend im Trainingslager in Belek.

“Im Sommer ist bezüglich meiner Karriereplanung von solchen Vereinen wie Rapid, Austria, Sturm Graz nicht die Rede gewesen. Ich hätte es nicht einmal gewagt, davon zu träumen, dass ich dort in einem halben Jahr auf der Liste stehe oder ein Wechsel dorthin ein Thema ist”, resümierte Schößwendter im APA-Gespräch.

Wechsel im Jänner für Schößwendter nicht fix

Trotzdem ist der Absprung von den Südstädtern im Winter alles andere als fix. “Ich habe schon härtere Jahre durchgemacht, wo es nicht so schön gelaufen ist, deshalb weiß ich es zu schätzen, was ich an der Admira habe”, sagte Schößwendter. Deshalb werde er nicht bei jedem Angebot sofort springen. “Es muss absolut alles passen, damit ich noch einen Wechsel mache im Jänner”, betonte der Verteidiger.

Da spielt neben dem Sportlichen auch das Finanzielle eine Rolle. “Wer was anderes sagt, lügt”, gab sich Schößwendter ehrlich. Die richtige Entscheidung zu treffen sei brutal schwierig. “Es ist aber schön, dass ich jetzt in der Ausgangslage bin. Ich habe eine gute Herbstsaison gespielt und kann wirklich warten bis vielleicht das kommt, was mir hundertprozentig taugt”, freut sich Schößwendter. Spätestens im Sommer kann er sich den Klub aussuchen, da läuft sein Vertrag aus.

“Der richtige Moment, den Sprung nach oben zu wagen”

Im Herbst ist der großgewachsene Innenverteidiger regelrecht explodiert, konnte nicht nur in der Defensive überzeugen, sondern sich auch als Goalgetter einen Namen machen. Fünf Tore in 17 Saisonspielen sind für einen Innenverteidiger beeindruckend. “Ich weiß nicht, wie oft ich noch so ein Halbjahr spielen werden, deshalb finde ich, dass es der richtige Zeitpunkt ist, nochmals den Sprung nach oben zu wagen”, so Schößwendter.

Der 1,95-Meter-Mann war bereits mit Rapid einmal bei einem absoluten TopKlub, konnte sich dort aber als Talent in der Saison 2009/10 nicht durchsetzen. “Es war meine erste richtige Profistation. Es haben mehrere Faktoren zusammengespielt, dass es ein unglückliches Jahr war, ich möchte es aber nicht missen”, erinnerte der Admira-Kapitän.

Lederer: “Wir müssen Schößwendter nicht herschenken”

Der zweite Anlauf bei einem Topklub soll erfolgreicher werden. Ob das bei Sturm sein wird, wird sich weisen. “Es ist zu früh darüber zu reden, weil ich noch nichts davon gehört habe”, sagte Schößwendter. Das dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein. “Es ist keine so erfreuliche Meldung, für den Mike (Madl/Anm.) schon, für uns aber nicht”, weiß Admira-Trainer Oliver Lederer.

Eis am Stiel? Zumindest Eis am Strand, aber nicht zum Lecken! Scheinbar doch ganz schön kühl in Belek…>> alle behind-the-scenes Videos unter http://bit.ly/YouTube_AdmiraTL16#herzblut

Posted by Admira Wacker on Dienstag, 26. Januar 2016

Fix ist aber, dass die Admira-Verantwortlichen nicht bei jedem Angebot kleinbeigeben werden. “Wir müssen einen Christoph Schößwendter nicht herschenken”, erklärte Lederer. Sein Abwehrchef werde für Interessenten von Tag zu Tag teurer. Sollte es doch zu einem Transfer kommen, strebt der Klub eine interne Lösung an. Mit Manuel Maranda (18) und Philipp Posch (22) gibt es hoffnungsvolle Alternativen in den eigenen Reihen. Zudem bestünde die Möglichkeit, einen Leihspieler zurückzuholen.

Für die Admira heißt es also noch ein paar Tage bangen. “Wenn wir die Transferzeit überleben, dann kann man davon ausgehen, dass wir mit dem untersten Platz nicht wirklich etwas zu tun haben werden. Dann wird unser Fokus in eine andere Richtung gehen”, kündigte Lederer an. Ein wichtiger Puzzlestein dabei ist auch Stephan Zwierschitz. Der ebenfalls nur bis Sommer gebundene 25-Jährige wechselt im Jänner sicher nicht. “Ich kann sagen, dass ich zu 99,9 Prozent bis Sommer bei der Admira bleibe”, sagte der Abwehr-Allrounder.

(APA, Red.)

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