Rapid-Gegner Villarreal: Rotationsmeister und bescheidener Favorit

Von David Mayr
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Villarreal-Trainer Marcelino wird seine Aufstellung gegen Rapid ordentlich durchwirbeln.
Villarreal-Trainer Marcelino wird seine Aufstellung gegen Rapid ordentlich durchwirbeln. - © APA/Krugfoto
Trotz der Abgänge dreier Stars im Sommer soll Villarreal noch stärker als in der letzten Saison sein. Rapids internationale Auftritte diesen Sommer ringen Trainer Marcelino allerdings Respekt ab.

Als Sechster der letzten Saison der spanischen Primera División ist der FC Villarreal klarer Favorit der Rapid-Gruppe der heurigen Europa League. Dabei hat der Klub aus der 50.000-Einwohner-Stadt Vila-Real, gute 60 Kilometer nördlich von Valencia, mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie der Gegner aus Wien.

Jahr für Jahr gehen die besten Spieler des “gelben U-Boots” von Bord, die Stars zu halten, ist auch für Villarreal praktisch nicht möglich. Diesen Sommer verließen Topstürmer Luciano Vietto (21), der vergangenen Februar noch die Abwehr Red Bull Salzburgs zerlegt hatte, Flügelflitzer Denis Cheryshev (24), der von Stammklub Real Madrid zurückgeholt wurde und Spielmacher Giovani dos Santos (26), der Europa hinter sich ließ und bei L.A. Galaxy anheuerte, den Verein. Deshalb weiß auch Rapid-Trainer Zoran Barišić: “Diese Mannschaft ist nicht mit jener der letzten Saison vergleichbar.”

Marca-Journalist: “Villarreal stärker als im Vorjahr”

Trotz der qualitativ hochwertigen Abgänge schätzte ein Kollege der spanischen Sportbibel Marca Villarreal VIENNA.at gegenüber stärker ein als im Vorjahr: “Sie haben im Sommer knapp 50 Millionen Euro investiert und sind besser als letzte Saison”, sagte einer der nur sechs für die Partie akkreditierten Journalisten von der iberischen Halbinsel. Für Barišić ändert die Fluktation im Kader des Gegners wenig, denn “der Spielstil und das System bleiben gleich.”

Während in diesen Minuten die Kassen für das heutige Match gegen Villarreal öffnen, weisen wir Euch gerne auf ein Porträ…

Posted by SK Rapid Wien on Donnerstag, 17. September 2015

Villarreals prominentester Neuzugang wird gegen Rapid allerdings fehlen. Ex-Nationalspieler Roberto Soldado, im August für 16 Millionen von Tottenham gekommen, ist leicht angeschlagen. “Wir wollten nichts riskieren, deshalb ist er zu Hause geblieben”, erklärte Coach Marcelino knapp. Denis Suárez, beim FC Barcelona ausgebildeter, offensiver Mittelfeldspieler, dürfte Donnerstagabend hingegen beginnen.

Marcelino bestens über Rapid informiert

Während die Spieler Villarreals, was Informationen über den Gegner betrifft, etwas im Dunkeln tappen (“Nein, ich kenne keinen Spieler von Rapid”, gestand Rechtsverteidiger Antonio Rukavina ein), weiß sein Trainer über die Grün-Weißen Bescheid. “Sie sind eine der besten Mannschaften Österreichs, spielen in einem 4-2-3-1-System, beginnen immer mit gutem Kombinationsspiel und viel Druck und können auch gut kontern”, stellte der 50-Jährige seine Kenntnisse unter Beweis.

Nach Rapids starken Leistungen gegen Ajax Amsterdam und Schachtar Donezk sieht er die Ausgangsposition nicht so klar, wie manch anderer. “Obwohl wir aus einer deutlich besseren – vielleicht der besten Liga der Welt – kommen, sind wir nicht klarer Favorit”. Auf Nachfrage von VIENNA.at, ob die Wiener nach Villarreals drei ungeschlagenen Spielen gegen Betis Sevilla (1:1), Espanyol Barcelona (3:1) und Granada (3:1) der bisher stärkste Gegner für seine Mannschaft sei, wollte Marcelino keine klare Antwort geben: “Der schwierigste Gegner ist immer der nächste. Ich habe vor jedem Gegner maximalen Respekt und wichtig ist sowieso nur, was während der 90 Minuten auf dem Platz passiert.”

Zahlreiche Rotationen bei Villarreal

Am Donnerstag wird er eine, im Vergleich zum Auswärtssieg in Granada vom vergangenen Sonntag, stark veränderte Elf auf den Rasen des Ernst-Happel-Stadions schicken. Glaubt man den Kollegen aus Spanien, soll nur Innenverteidiger Víctor Ruiz in der Mannschaft bleiben, auf den zehn anderen Positionen wird rotiert. Neben Ruiz dürfte Ex-Milan-Profi Daniele Bonera, im zentralen Mittelfeld Giovani dos Santos’ Bruder Jonathan zum Einsatz kommen. Für Tore soll das Sturmduo Leo Baptistão und Adrián López sorgen.

Nachteil sieht man beim “gelben U-Boot” durch die vielen Rotationen keinen. “Ich glaube, es ist gut, dass wir viel durchwechseln. Wir haben praktisch zwei gleich gute Mannschaften”, erklärte Rukavina. “Es wechseln nur die Spieler, Spielphilosophie und Mentalität bleiben gleich”, pflichtete der Routinier aus Serbien auch Barišić bei.

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