Europa League: Rapid Wien nimmt die Premiere in Angriff

Von David Mayr
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Louis Schaub will mit Rapid in Europa reüssieren.
Louis Schaub will mit Rapid in Europa reüssieren. - © APA/Roland Schlager
Rapid will beim fünften Antreten in der Europa League zum ersten Mal über die Gruppenphase hinauskommen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Seit sechs Jahren existiert die Europa League in ihrer aktuellen Form, 2009 wurde sie als Nachfolgebewerb des UEFA-Cups ins Leben gerufen. Seitdem wird auch die zweitwichtigste Konkurrenz auf europäischer Ebene zunächst in einer Gruppenphase ausgetragen, bevor man nach sechs Spieltagen ins K.o.-System übergeht.

Zum fünften Mal steigt Rapid Wien diesen Donnerstag (Ernst-Happel-Stadion, 19:00 Uhr, live auf Puls 4 und Sky) in den Hauptbewerb der Europa League ein, zum zweiten Mal unter Cheftrainer Zoran Barišić. War das bisherige Abschneiden der Grün-Weißen dabei überschaubar, will man heuer erstmals international überwintern.

Diese Ambition, nach dem unerwarteten Ausscheiden im Playoff vor einem Jahr gegen Helsinki, unterstreicht auch die Aussage des Coaches, wonach es “nicht unserer Mentalität entsprechen” würde, sich schon im Vorhinein mit einem Unentschieden zu Hause gegen Villarreal zufriedenzugeben.

Europa League als Karriere-Sprungbrett

Bei den vier Teilnahmen bis dato beendete Rapid die Vorrunde zweimal auf dem dritten und zweimal auf dem letzten Gruppenplatz. Dabei war man 2009 furios in den Wettbewerb gestartet, indem man den Hamburger SV mit 3:0 aus dem prall gefüllten und enthusiastisch feiernden Happel-Stadion schoss. Gegen Hapoel Tel Aviv war die damals von Peter Pacult trainierte grün-weiße Truppe allerdings chancenlos, gegen Celtic Glasgow reichte es zu zwei Remis. Mitte Dezember verabschiedete sich Rapid als Gruppenletzter aus dem internationalen Geschäft.

Ein Jahr später bekam man in der Vorrunde mit dem FC Porto und Beşiktaş Istanbul zwei übermächtige Gegner zugelost. Ein Auswärtssieg bei ZSKA Sofia bedeutete, dass die Wiener punktegleich mit den Bulgaren als Gruppendritter die Segel streichen mussten. Für Veli Kavlak, Yasin Pehlivan und Tanju Kayhan sollte sich jener Europacup-Herbst im darauffolgenden Sommer dennoch auszahlen. Das Wiener Trio wechselte im Juli 2011 ins Herkunftsland ihrer Eltern – Kavlak und Kayhan zu Beşiktaş, Pehlivan nach Gaziantep.

Niederlage gegen Dragović

Nach einem Jahr internationaler Pause gab es auch 2012 für Rapid wenig zu holen. Metalist Charkiw und Bayer Leverkusen marschierten durch die Gruppe, Rapid wurde unter Coach Peter Schöttel mit erneut nur einem Sieg (1:0 zum Abschluss daheim gegen Metalist) aus sechs Vorrundenspielen Gruppenletzter.

Zum bisher letzten Mal war Österreichs Rekordmeister im Herbst 2013 international vertreten – und so nah wie noch nie am Sechzehntelfinale der Europa League dran. Am letzten Spieltag der Gruppenphase hatte Rapid den Aufstieg noch selbst in der Hand, die Aufgabe auswärts bei Dynamo Kiew war jedoch denkbar schwierig. Zwar ging die bereits von Barišić trainierte Truppe durch Terrence Boyd früh in Führung, am Ende setzten sich die Ukrainer, bei denen der Ex-Austrianer Aleksandar Dragović durchspielte, dank ihrer Klasse mit 3:1 durch. Für Rapid blieb nur Gruppenplatz drei und somit das erneute Ende des europäischen Abenteuers bereits im Dezember.

Sportdirektor Müller: “Wir können alles gewinnen”

Heuer will Rapid endlich schaffen, was Red Bull Salzburg schon vier Mal gelungen ist: In der Europa League zu überwintern. Die Auslosung bescherte den Wienern mit Villarreal zwar einen klaren Favoriten, aber mit Viktoria Pilsen und Dinamo Minsk auch zwei lösbare Aufgaben als Gegner.

“Ich denke, dass da durchaus etwas drinnen sein kann”, zeigte sich Vizekapitän Mario Sonnleitner kurz nach Bekanntwerden der Rivalen optimistisch und Sportdirektor Andreas Müller meinte: “Das Motto ist wieder: Wir können alles gewinnen!”

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