Rapid Wien nach 3:2 gegen Ajax Amsterdam im CL-Play-off

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Louis Schaub jubelt über den Erfolg seiner Mannschaft.
Louis Schaub jubelt über den Erfolg seiner Mannschaft. - © APA
Rapid Wien hat den Einzug in das Qualifikations-Play-off zur Fußball-Champions-League geschafft. Am Mittwochabend setzte sich die Truppe von Zoran Barisic mit 3:2 gegen den niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam durch und steht nach dem Heim-2:2 letzten Donnerstag fix in der Gruppenphase eines internationalen Bewerbs.

Rapid versetzte Ajax durch Treffer von Robert Beric (12.) und Louis Schaub (39.) schon in der ersten Hälfte zwei schwere Schläge, von denen sich die Gastgeber erst nach Wiederanpfiff etwas erholten. Arkadiusz Milik (52.) und Nemanja Gudelj (75.) schafften schließlich den Ausgleich, ehe neuerlich Schaub (77.) alles klar machte.

Rapid 3:2 Ajax

Der SK Rapid Wien hat am Dienstag vor 51.258 Stadionbesuchern das “Wunder von Amsterdam” vollbracht und steht in der Play-off-Runde zur Champions League. Die Grün-Weißen gewannen das Rückspiel der dritten Qualirunde gegen Ajax Amsterdam auswärts mit 3:2 (2:0) und stiegen damit mit einem Gesamtscore von 5:4 auf. Matchwinner war Mittelfeld-Youngster Louis Schaub mit zwei Treffern, darunter dem entscheidendem letzten Tor.

Führung durch Robert Beric

Rapid war in der 12. Minute durch einen Kopfball-Treffer von Robert Beric in Führung gegangen. Nach einer Maßflanke von Linksverteidiger Stefan Stangl, der wiederum ideal von Thanos Petsos bedient wurde, musste der völlig freistehende Slowene die Kugel einen Meter vor dem Tor nur noch einnicken. Vorangegangen war der Aktion ein leichtfertiger Ballverlust von Ajax-Mittelfeldspieler Daley Sinkgraven.

In der 39. Minute intensivierte Schaub, der diesmal gegenüber Philipp Schobesberger den Vorzug bekam, die Glücksgefühle der 2.500 mitgereisten Rapid-Fans. Nach einer ansehnlichen Kombination fand Kapitän Steffen Hofmann Schaub rechts außerhalb des Strafraums. Von dort zog der 20-Jährige in die Mitte und mit links ab, sein Schuss wurde von Joël Veltman unglücklich zum 0:2 abgefälscht.

Änderungen nach 2:2-Hinspiel

Rapid-Coach Zoran Barisic nahm im Vergleich zum dramatischen 2:2-Hinspiel vor einer Woche in Wien noch zwei weitere Änderungen vor: Für Stefan Schwab, der nach seiner Roten Karte wegen Brutalo-Fouls gesperrt wurde, spielte Grahovac im defensiven Mittelfeld, in der Innenverteidigung begann Christopher Dibon anstelle von Maximilian Hofmann.

Beide Mannschaften spielten vom Anpfiff weg mutig nach vorne, wobei sich die Niederländer bald die Feldüberlegenheit gesichert hatten. Nach der Gäste-Führung verstärkte Ajax den Druck, wirkte gegen eine hochkonzentrierte und kompakt stehende Rapid-Defensive aber auch ideenlos. Vor allem das Teamwork der offensiven Außenspieler und der Außenverteidiger in Grün-Weiß klappte im Gegensatz zum Hinspiel nahezu perfekt.

Erste Spielhälfte: Keine echte Torchance für Ajax

Die Hausherren hatten in einer intensiven und temporeichen ersten Hälfte zwar deutlich mehr Ballbesitz, bis auf einen Schuss von Viktor Fischer aber keine einzige echte Torchance vorzuweisen. Der Däne setzte einen Schuss in der 22. Minute knapp vorbei. Rapid präsentierte sich dagegen als Meister der Effizienz: Die ersten beiden gefährlichen Angriffe führten zu zwei Toren.

Nach der Pause spielte der Spielverlauf dafür Ajax in die Karten. Nach einer Flanke von Mitchell Dijks besorgte Arkadiusz Milik in der 52. Minute per Volley und im Fallen den 1:2-Anschlusstreffer. Was folgte, war rot-weißer Dauerdruck: Amsterdam dominierte mit rund 70 Prozent Ballbesitz, das Spielgeschehen konzentrierte sich immer mehr auf den Strafraum der Hütteldorfer, die kaum noch Entlastungsangriffe zustande brachten. Fast folgerichtig sorgte der eingewechselte Nemanja Gudelj mit einem Weitschuss für den Ausgleich (75.).

Erneut Schaub

Doch nur zwei Minuten später verzückte Schaub die Rapid-Fans erneut. Ähnlich wie bei seinem ersten Treffer dribbelte der Mittelfeldspieler von rechts Richtung Strafraum, verlud dann zwei Gegenspieler und ließ Keeper Jasper Cillessen keine Chance (77.). Danach schienen die Niederländer innerlich zu resignieren – ein Aufbäumen war nicht mehr zu erkennen.

Mögliche Gegner Rapids im Play-off sind nun Kaliber wie Manchester United, Valencia, Bayer Leverkusen oder Lazio Rom. Bei einem erneuten Weiterkommen wären die Grün-Weißen zum dritten Mal in der Champions-League-Gruppenphase, bei einer Niederlage im Play-off ist Rapid fix für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Die Auslosung für das Play-off findet am Freitag (12.00 Uhr) in Nyon statt.

Stimmen zum Spiel

Mario Sonnleitner (Rapid-Abwehrspieler): “Wir haben gewusst, dass es ein hartes Stück Arbeit sein wird. Aber wir haben viel Leidenschaft gezeigt, haben alles gegeben für den Aufstieg. Es war natürlich schön, gleich das 1:0 zu machen. Nach dem Tor von Ajax in der zweiten Hälfte war es ein bisschen brenzlig. Aber ich habe immer das Gefühl gehabt, dass wir es schaffen können.”

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): “Wir haben gewusst, dass wir die Sensation schaffen können, wenn alles passt. Das war am heutigen Tag der Fall. Wir sind natürlich überglücklich, dass wir die nächste Runde erreicht haben. Es ist ein großartiger Tag für den ganzen Verein. Gratulation an meine Mannschaft. Sie sind gut, das Problem ist, dass sie nicht wissen, wie gut sie sind. Heute ist ein großer Tag für sie. Sie haben sich nicht nur die heutige tolle Leistung belohnt, sondern für den ganzen Weg dahin. Es gibt dennoch sehr viel Luft nach oben.”

Louis Schaub (Rapid-Doppeltorschütze): “Wir sind 2:0 in Führung gegangen, haben dann nach der Pause gleich den Anschlusstreffer kassiert, dann war das Stadion wieder komplett da. Leider haben wir dann das 2:2 kassiert, aber prompt die richtige Antwort gegeben und den Sieg nach Hause gespielt. Ich glaube, es wird noch ein, zwei Nächte dauern, das zu realisieren. Wir haben Unglaubliches erreicht, viele haben uns das nicht zugetraut. Aber die Fans und wir selber haben an uns geglaubt. Auch schon, als wir erfahren haben, dass wir gegen Ajax spielen, haben wir gewusst, wir können das schaffen.”

Frank de Boer (Amsterdam-Trainer): “Das ganze Spiel war für uns ein Desaster, wir haben nicht damit gerechnet. Vor allem nach dem 0:1 haben wir gewusst, dass es ein schweres Spiel werden wird. Wir haben unser Spiel dann geändert und auch verdient auf 2:2 gestellt. Dann hätten wir nach hinten spielen müssen, das haben wir aber nicht gemacht und das dritte Tor kassiert. Wir hatten keine Erfahrung auf dem Platz, das war eine teure Lektion für uns. Letztendlich bin ich dafür verantwortlich. Die Europa League ist für uns wichtig.”

(apa/red)

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