Rapid-Trainer Barišić: “Hab’ geglaubt, dass das Stadion wegfliegt”

Von David Mayr
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Rapid gelang die Aufholjagd gegen Ajax.
Rapid gelang die Aufholjagd gegen Ajax. - © sportpictures.org
Bei Rapid Wien ärgert man sich nach dem 2:2 gegen Ajax Amsterdam über eine “verschlafene” erste Hälfte, blickt dem Rückspiel nach der geglückten Aufholjagd in Unterzahl aber optimistisch entgegen. Ein Resümee zur Partie im Ernst-Happel-Station.

Endlich schwebte wieder ein Hauch der großen Fußball-Welt über dem Wiener Nachthimmel. Straßensperren um das Happel-Stadion, über den Prater kreisende Polizeihubschrauber und tausende grün-weiß gekleidete Fans, die mit den Öffis in die Leopoldstadt strömten, ließen die Bedeutung des Matches von Mittwochabend erahnen.

Zwei Jahre nach dem erfolgreichen Versuch der Wiener Austria kämpft heuer Erzrivale Rapid – wie auch Meister Red Bull Salzburg – um den Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League. Dass nach dem Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde dazu noch Chancen bestehen, haben die Grün-Weißen der Chancenauswertung der Gäste aus den Niederlanden und einer kämpferischen Glanzleistung in der zweiten Hälfte zu verdanken.

Rapids unterirdische 25 Minuten gegen Ajax

“Nach dem 0:2 zur Pause nehmen wir das 2:2 gerne mit”, sprach Trainer Zoran Barišić aus, was sich wohl jeder der 42.000 Rapid-Fans im Stadion dachte. Seine Mannschaft drohte gegen Ajax Amsterdam nach starken 20 Minuten zu Beginn, mit zwei guten Chancen durch Kapitän Steffen Hofmann und Linksverteidiger Stefan Stangl, auseinanderzubrechen. “Da war ich mit einigen Dingen nicht zufrieden”, gab sich Barišić auf Nachfrage von VIENNA.at, wie die Schockstarre seiner Schützlinge nach dem ersten Gegentreffer durch Davy Klaassen zu erklären sei, kritisch. “Wir haben schlecht attackiert, plötzlich haben viele Dinge nicht funktioniert, das Selbstvertrauen fehlte.”

Florian Kainz, dem nach der Pause der schnelle Anschlusstreffer gelingen sollte, fand, man habe die “erste Hälfte leider verschlafen”, Routinier Mario Sonnleitner präzisierte: “Da hatten wir keinen Zugriff auf die Ajax-Spieler, sie sind einige Male über die Seiten durchgebrochen.” Gleichzeitig erkannte der Innenverteidiger auch die Klasse des Gegners an: “Das sind Weltklasse-Spieler, die im Eins-gegen-Eins sehr stark sind.” Vor allem Flügelstürmer Daley Sinkgraven und Doppeltorschütze Klaassen waren im ersten Durchgang kaum zu halten, der niederländische Rekordmeister hätte zur Pause gut und gerne mit 4:0 in Führung liegen und damit die Champions-League-Träume seines österreichischen Pendants vorzeitig begraben können.

Rapids Kampfgeist hält CL-Traum am Leben

Doch Rapid schlug zurück. Kurz nach der Pause holte Kainz mit seinem Tor die Fans wieder ins Boot. “Beim Anschlusstreffer hab’ ich geglaubt, dass das Stadion wegfliegt”, beschrieb Barišić die Reaktion des Anhangs auf den Rängen. In Unterzahl – Stefan Schwab sah für eine Brutalo-Attacke gegen den erst 18-jährigen Ajax-Innenverteidiger Jairo Riedewald zu Recht glatt Rot – gelang seiner beherzt kämpfenden Mannschaft noch der Ausgleich. “Nach der Pause haben wir unser wahres Gesicht gezeigt”, sagte Sonnleitner und auch Kainz erklärte nach der geglückten Aufholjagd: “Jetzt fliegen wir mit Selbstvertrauen nach Amsterdam. Ich bin optimistisch, dass wir dort noch was reißen können.”

In der niederländischen Hauptstadt braucht Rapid kommenden Dienstag (20:15 Uhr, live auf ORF eins Sky und im VIENNA.at-Liveticker) einen Sieg oder ein Unentschieden mit drei erzielten Toren, um in die letzte Qualirunde, in der Duelle mit Kalibern wie Manchester United, Valencia oder Lazio Rom winken, aufzusteigen. Bei einem erneuten 2:2 ginge es in die Verlängerung und gegebenenfalls ins Elfmeterschießen.

Auf die Unterstützung eines Teils der lautstarken Fans darf Rapid auch in den Niederlanden hoffen. Sieben Chartermaschinen und einige Busse werden 2.500 Grün-Weiße nach Amsterdam bringen. Sonnleitner, der sich, wie auch seine Mitspieler und Trainer von den Anhängern beeindruckt zeigte, gab bereits nach dem Hinspiel die Marschroute vor: “Wir werden es dort richten!”

>> Zum Spielbericht: Rapid Wien erkämpfte sich 2:2 gegen Ajax Amsterdam trotz Unterzahl.

(Red.)

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