OÖ-Wahl: Umfragen sehen Chancen für impfskeptische MFG

MFG wird als impfskeptisch beschrieben.
MFG wird als impfskeptisch beschrieben. ©APA/ULRIKE INNTHALER (Symbolbild)
Der oberösterreichische Landtagswahlkampf war lange nicht von Aufregung geprägt, riesige Überraschungen schienen nicht am Programm zu stehen. Jetzt attestieren mehrere Umfragen der impfskeptischen Liste "Menschen - Freiheit - Grundrechte" (MFG) durchaus die Möglichkeit, den Einzug in den Landtag zu schaffen.

Ein Plakat mit großer, durchgestrichener Spritze und "Nein bleibt Nein" zeigt das Kernthema der Gruppe. In der Präambel zum Parteiprogramm sieht man die Corona-Maßnahmen gegen Demokratie sowie Freiheits- und Grundrechte gerichtet. MFG war auf Social Media und mit einer Wahlkampftour sehr aktiv, wenn auch recht monothematisch unterwegs. Auf ihren Kanälen tut sich die Liste in erster Linie mit Impfskepsis und Corona-Maßnahmenkritik hervor. Großen Raum nimmt dabei auch das Thema Schulen bzw. die Abmeldung von diesen ein.

Vor OÖ-Wahl: Plakatkampagne von MFG stärker sichtbar

Die Plakatkampagne hatte zwar weit nicht das gleiche Ausmaß wie jene der Landtags- bzw. Parlamentsparteien, übertraf in ihrer Sichtbarkeit aber deutlich die Auftritte der anderen Kleinparteien. Affichiert wurden die Botschaften vor allem im Innviertel, aber auch im Zentralraum, vor allem im Finale des Wahlkampfs nahm die Präsenz deutlich zu.

Spitzenkandidat ist der 1976 geborene Steuerberater Joachim Aigner, hinter ihm reihen sich die Kandidaten weitgehend nach dem Reißverschlusssystem. Nummer zwei ist Dagmar Häusler, nach eigenen Angaben u.a. freiberufliche biomedizinische Analytikerin und klinische Studienkoordinatorin. Die Proponenten der MFG waren in der politischen Landschaft bisher weitgehend unbekannt. Blickt man auf die Wahlkampf-Stände, so findet sich dort ein recht buntes Publikum, auch viele Schüler und Frauen scheinen sich angesprochen zu fühlen. Ob die MGF tatsächlich vor allem bei der FPÖ knabbern wird, bleibt daher abzuwarten.

Mehrere Forderungen auf MFG-Website vor Oberösterreich-Wahl

Schaut man auf die Website der MFG, so gibt es zwar eine ganze Palette von Forderungen: Sie reicht von der Stärkung der Oppositionsrechte und der Bürgerbeteiligung über Abschaffung des Amtsgeheimnisses bis hin zu Misstrauensanträgen der Bevölkerung gegen Regierung und Bundespräsident, man ist für eine strikte Trennung von Kirche und Staat und will Experten statt Berufspolitiker am Ruder sehen. Sichtbar in Erscheinung getreten ist MFG aber fast nur mit dem Corona-Thema.

Die Gruppe kann sich auf eine Bundesorganisation stützen. Deren stv. Vorsitzender Christian Fiala hat u.a. die "Initiative für evidenzbasierte Corona-Informationen" organisiert, die ein Volksbegehren zur "Wiedergutmachung der COVID-19-Maßnahmen" anstrebt, darin werden u.a. die Rücknahme der Maßnahmen, aber auch die Refundierung der Strafen verlangt.

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(APA/Red)

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