Expertin: Komplettes Aus für Maskenpflicht jetzt "nicht der richtige Zeitpunkt"

Impfkoordinatorin Reich sprach sich gegen ein Masken-Aus im Juli aus.
Impfkoordinatorin Reich sprach sich gegen ein Masken-Aus im Juli aus. ©ORF.at/ZiB2
Ein Wechsel von der FFP2-Maske auf den simplen Mund-Nasen-Schutz ab Juli stelle laut Katharina Reich kein Problem dar. Ein komplettes Aus der Schutzmaßnahme lehne die Impfkoordinatorin jedoch ab, wie sie im "ZiB2"-Interview betonte.
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Impfkoordinatorin Katharina Reich hat sich am Dienstagabend in der "ZiB2" des ORF klar gegen ein komplettes Aus für die Masken - etwa in Handel oder Öffis - mit 22. Juli ausgesprochen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte eine solche weitere Lockerung vor gut einer Woche in Aussicht gestellt, sofern sich die Situation weiterhin gut entwickelt. "Ich sage es ganz offen, ich bin nicht für ein Ende der Maskenpflicht", sagte Reich im ORF.

Impfkoordinatorin Reich gegen komplettes Masken-Aus im Juli

Die Maske sei einfach und billig, die Bevölkerung sei gut daran gewöhnt. Gleichzeitig betonte Chief Medical Officer Reich, sie verstehe, dass man nun ab 1. Juli in (den meisten Bereichen) von der FFP2-Maske auf den simplen Mund-Nasen-Schutz (MNS) wechseln könne.

Die Impfkoordinatorin verwies auf die hohen Temperaturen, die das Tragen der FFP2-Masken schwieriger machen würden. Wenn die Infektionszahlen niedrig und die Temperaturen hoch sind, dann sei der MNS eine "gute Methode". Aber ganz ohne Mund-Nasen-Schutz in kritischen Bereichen (wie eben etwa in Öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Handel) ist für Reich derzeit "nicht der richtige Zeitpunkt".

Expertin verteidigte weitere Öffnungsschritte

"Die Pandemie ist dann vorbei, wenn sie für die Welt vorbei ist", sagte sie. "Das wird nicht Ende Juni der Fall sein." Auch verwies sie auf die Mobilität: Österreich sei "keine Insel".

Die ab 1. Juli in Kraft tretenden umfangreichen Öffnungen - etwa das Aufsperren der Nachtgastronomie oder das Wegfallen der Maskenpflicht in zahlreichen Bereichen - verteidigte die Beamtin: Es gehe darum, jetzt, wo die Infektionszahlen gut sind, "Dinge" zu ermöglichen. "Jetzt sind die Jungen dran", wiederholte sie ein Zitat von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Man sei auch "gerüstet" und könne auch gegen die Delta-Variante einiges tun. Es sei besser, Feiern im kontrollierten Setting zuzulassen, als dass dies ohne Übersicht im privaten Bereich passiere.

Impfwilligkeit der Österreicher sinkt

Ein klares Ja kam von Reich für eine Impfpflicht in bestimmten Berufssparten: Zwar sei dies Sache der Länder, aber es bestehe diesbezüglich eine Empfehlung des Gesundheitsministeriums für Hochrisikoberufe.

Angesprochen auf die schwindende Impfwilligkeit der Bevölkerung stellte Reich mögliche Anreizsysteme in Aussicht, ohne allerdings konkret zu werden. Man werde aber versuchen, mit der "Impfung mobil zu werden": So überlege man etwa mit Impf-Bussen "alle Winkel Österreichs" zu erreichen. Gefragt, wie viele Personen bis zum Herbst geimpft werden müssten, um gegen die Delta-Variante erfolgreich sein zu können, sagte Reich: "Am liebsten sind uns 80 Prozent" - oder mehr.

Derzeit haben in Österreich etwas mehr als 50 Prozent den Erststich erhalten; 32,7 Prozent der Österreicher waren Anfang dieser Woche bereits voll immunisiert.

(APA/Red)

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