AA

Deutschland stoppt vorerst Impfungen mit AstraZeneca

Auch Deutschland setzt Impfungen mit AstraZeneca aus.
Auch Deutschland setzt Impfungen mit AstraZeneca aus. ©Andrew Matthews / POOL / AFP
Auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts setzte Deutschland am Montag die Impfung mit AstraZeneca aus. Nach neuen Meldungen über Thrombosen sollen nun die Fälle geklärt werden. Erst am Vormittag hieß es, dass Deutschland an der Impfung festhalten würde.
Auch Irland verzichtet auf AstraZeneca
Keine erhöhte Gefahr für Blutgerinnsel
AstraZeneca: Die Nebenwirkungen

Corona-Impfungen mit dem ImpfstoffAstraZenecaa werden in Deutschland ausgesetzt. Die Regierung folge einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag mit. Nach neuen Meldungen über Thrombosen der Hirnvenen im Zusammenhang mit der Impfung seien weitere Untersuchungen notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, "ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken".

393.600 Astrazeneca-Dosen in Italien beschlagnahmt

Nach dem Tod eines Musiklehrers hat die italienische Region Piemont die Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca ausgesetzt. Zudem wurde die Konfiszierung der Charge ABV5811 beschlossen. Davon seien italienweit 393.600 Dosen beschlagnahmt worden, teilten die Carabinieri mit. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden starb der 57-Jährige am Sonntag in der piemontesischen Kleinstadt Biella, 17 Stunden nachdem er mit der Astrazeneca-Vakzine geimpft worden war.

Der Gesundheitsbeamte Luigi Genesio Icardi hatte zunächst erklärt, die Impfungen mit Astrazeneca würden vorläufig gestoppt, um zu untersuchen, ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Todesfall und der Impfung gebe. Wenig später erklärte die Region, dass der Astrazeneca-Impfstoff wieder verwendet werden dürfe. Ausgenommen davon sei die Charge, aus der die Dosis stammte, die dem später gestorbenen Lehrer verabreicht wurde. In dem Todesfall wird wegen Fahrlässigkeit ermittelt.

Zwei Militärs auf Sizilien nach Impfung verstorben

Italiens Arzneibehörde AIFA hatte am vergangenen Donnerstag eine Astrazeneca-Charge eingezogen, nachdem zwei Militärs und ein Polizist auf Sizilien nach der Impfung gestorben waren. Die Justiz ermittelt bereits in insgesamt sieben Todesfällen, die mit der Astrazeneca-Impfung zusammenhängen könnten.

Die Ermittlungen lösten weitreichende Reaktionen in Italien aus. Es gab bereits Tausende Abmeldungen für Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca, vor allem bei Sicherheits- und Lehrpersonal, berichteten italienische Medien. Allein in der norditalienischen Region Venetien wurden seit Samstag 50 Prozent der geplanten Impfungen mit dieser Vakzine storniert, berichtete der Präsident Venetiens, Luca Zaia, bei einer Pressekonferenz am Montag.

Zwei Millionen Italiener bereits geimpft

Zwei Millionen Italiener sind inzwischen bereits mit zwei Dosen Impfstoff immunisiert worden. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "BVA Doxa" wollen sich 84 Prozent der Italiener gegen Covid-19 impfen lassen, 65 Prozent wollen jedoch selbst über den Hersteller des Impfstoffs entscheiden dürfen.

(APA/red)

  • VIENNA.AT
  • Coronavirus Wien
  • Deutschland stoppt vorerst Impfungen mit AstraZeneca
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen