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Brand in Wien-Simmering: 190 Wohneinheiten betroffen

190 Wohneinheiten sind vom Brand in Wien-Simmering betroffen.
190 Wohneinheiten sind vom Brand in Wien-Simmering betroffen. ©APA/Lukas Huter
Am Samstag kam es in einem Wohnkomplex in der Simmeringer Haupstraße zu einem Brand. Die Löscharbeiten dauerten rund zehn Stunden an. Um 21:45 Uhr wurde "Brand aus" gegeben. Bis zu 370 Bewohner in 190 Wohneinheiten sind vom Brand betroffen gewesen. 
Großbrand in Wien-Simmering unter Kontrolle
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"Mussten sofort raus"
Löscheinsatz der Feuerwehr
Brand in Wien-Simmering
Wohnhausbrand in Wien-Simmering

Bei dem Brand in einem Wohnkomplex in der Simmeringer Hauptstraße in Wien-Simmering hat die Berufsfeuerwehr am Samstag um 21.45 Uhr “Brand aus” gegeben. Das sagte Feuerwehrsprecher Lukas Schauer der APA. Der seit 10.00 Uhr dauernde Einsatz war damit allerdings nicht beendet. Die Alarmstufe wurde von 5 auf 3 reduziert und einige Löschkräfte abgezogen. Allerdings setzten die Einsatzkräfte vor allem Sicherungs- und Kontrollarbeiten fort.

190 Wohneinheiten von Brand in Wien-Simmering betroffen

Bis zu 370 Bewohner sind von dem Brand in Wien-Simmering betroffen gewesen. Der Wohnbaukomplex mit der Adresse Simmeringer Hauptstraße 68-74 umfasst 190 Wohneinheiten, wie die Magistratsdirektion am Samstagabend mitteilte. In ihnen sind 370 Personen gemeldet.

Mitarbeiter der Magistratsdirektion waren ebenfalls an dem Einsatz beteiligt. Sie halfen unter anderem bei der Organisation der Absperrungen und Umleitungen und beschafften einen Stadtservice Bus für die Betreuung der Bewohner, ebenso einen Bus der Wiener Linien als vorübergehenden Aufenthaltsort für die Hausbewohner. Sie kümmerten sich außerdem um Babynahrung und Windeln. Darüber hinaus wurde der Ärztefunkdienst für Medikamente und Rezepte angefordert.

Stadler stellt Soforthilfe von 1.500 Euro nach Brand in Wien zur Verfügung

Sechs Menschen wurden in Hotels in der Nähe untergebracht. Die Hausverwaltung sicherte die Kostenübernahme zu. Allerdings kümmerten sich die meisten Bewohner selbst um ein Quartier für die Nacht, meist bei Freunden oder Angehörigen.

Die Gruppe Sofortmaßnahmen organisierte mit der Hausverwaltung eine Brandsanierungsfirma, die bereits Material zur Sicherung der betroffenen Wohnungen angeliefert hat. Bezirksvorsteher Paul Johann Stadler (FPÖ) stellte als Soforthilfe 1.500 Euro zur Verfügung, weil die meisten Personen ohne Bargeld geflüchtet waren. Die Berufsfeuerwehr war am Abend noch mit der Bergung von Haustieren – unter anderem Katzen – beschäftigt. Am Sonntag sollte das Gebäude soweit saniert und gesichert werden, dass die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren bzw. die notwendigsten Habseligkeiten mitnehmen können.

200 Einsatzkräfte beteiligt

Das Feuer im Dachgeschoß des Komplexes Simmeringer Hauptstraße – Enkplatz – Sedlitzkygasse wurde gegen 10.00 Uhr entdeckt. Es breitete sich rasch aus und entwickelte sich zu einem Großbrand. Die Rauchsäule war kilometerweit in Wien zu sehen. Warum das Feuer ausgebrochen ist, war bis in die Abendstunden unklar. Die Feuerwehr vermutete laut ihrem Sprecher Gerald Schimpf das Dachgeschoß am Eck Simmeringer Hauptstraße – Enkplatz als Entstehungsort des Brandes.

Ein Augenzeuge alarmierte die Einsatzkräfte. Ein Funkwagen der Polizei bemerkte Rauch und schlug Alarm, schilderte Polizeisprecher Harald Sörös. Binnen weniger Stunden war der gesamte Hausdachbereich in Flammen, was zu dessen teilweisen Einsturz führte. Die Feuerwehr rief Alarmstufe 5 aus. Insgesamt waren knapp 200 Mann mit rund 40 Fahrzeugen im Einsatz.

Alarmstufe 5 war Samstagabend in Simmering weiter aufrecht

Fünf Menschen wurden mit Verdacht auf eine leichte Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Bei den Verletzten handelte es sich um eine 87-jährige Frau sowie um eine vierköpfige Familie.

Die Löschbereitschaften versuchten, mit zwei Drehleitern und zwei Teleskopmastbühnen über das Dach die Flammen zu bekämpfen. Während sie im Bereich Simmeringer Hauptstraße/Enkplatz das Feuer allmählich unter Kontrolle bekamen, wurde die Situation im Laufe des Nachmittags im Gebäudeteil Enkplatz/Sedlitzkygasse immer prekärer. Am frühen Abend hatten die Feuerwehrleute in der Nähe des Nachbarhauses in der Sedlitzkygasse eine sogenannte Riegelstellung errichtet, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Die Berufsfeuerwehr hielt Alarmstufe 5 auch am Abend weiter aufrecht. Die Löschgruppen wurden laufend ausgewechselt. Teile der dienstfreien Mannschaften wurden einberufen, dazu kamen Freiwillige Feuerwehren aus Niederösterreich, die ihre Wiener Kollegen auf diversen Hauptfeuerwachen ergänzten und für Einsätze abseits des Simmeringer Brandgeschehens zur Verfügung standen.

Das Haus sowie der Bereich rund um den Enkplatz wurden evakuiert. “Bitte meiden Sie das Gebiet”, schrieb die Wiener Polizei über Twitter, die mit 50 Beamten den Einsatz unterstützte. Dennoch hatten sich am Einsatzort, der zwischen Kopalgasse und Grillgasse großflächig abgesperrt war, zahlreiche Schaulustige eingefunden.

Wiener Berufsrettung war mit Großaufgebot vor Ort

Die Wiener Berufsrettung war ebenfalls mit einem Großaufgebot in Simmering und bekam Unterstützung von den Rettungsgemeinschaften des Arbeiter Samariter Bundes, des Roten Kreuzes, der Johanniter Unfall Hilfe und des Malteser Hospitaldienstes. Von der Polizei waren die Bereitschafteinheit, die Ordnungsdiensteinheit, die Landesverkehrsabteilung sowie Beamte aus den Bezirken Favoriten, Simmering und Landstraße sowie ein Hubschrauber im Einsatz.

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein vierstöckiges Wohnhaus mit zehn Stiegen, in dem an die 150 Wohnungen untergebracht sind. Im Erdgeschoß befinden sich auch Geschäfte, wie etwa eine Blumenhandlung.

Ermittlungen haben begonnen

Nach dem verheerenden Brand in Wien-Simmering haben die Ermittlungen zur Ursache begonnen. Das Feuer dürfte am Hausdach in der Simmeringer Hauptstraße/Ecke Enkplatz ausgebrochen sein. Die Feuerwehr war am Sonntag zudem damit beschäftigt, das Gebäude vor herabfallenden Teilen zu sichern. Laut Sprecher Gerald Schimpf könnten die ersten Bewohner bereits in das Mehrparteienhaus wieder zurück kehren.

(APA/Red)

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