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Blümel schreitet im Nationalrat zur Budgetrede

Blümels erste Budgetrede im März war coronabedingt geplatzt.
Blümels erste Budgetrede im März war coronabedingt geplatzt. ©APA
Im März gab es wegen der Corona-Pandemie nur eine Budget-Erklärung, am Mittwoch wird Gernot Blümel im Nationalrat nun die "Erste Lesung" des Budgetentwurfs halten.
Blümel bleibt bei Rot-Türkis in Wien
Regierung rechnet mit 21 Mrd. Euro Defizit

Kaum ist die Wien-Wahl geschlagen, schlüpft ÖVP-Stadtparteiobmann Gernot Blümel wieder voll in seine Rolle als Finanzminister. Am Mittwoch ist seine erste (echte) Budgetrede angesetzt und allzu erfreuliches wird er angesichts der Corona-Folgekosten kaum zu vermelden haben.

Budgetrede im Frühjahr wegen Corona geplatzt

Blümels erste Budgetrede im März war ja geplatzt, nachdem der Corona-Ausbruch das eigentlich vorbereitete Zahlenwerk zur Makulatur gemacht hatte. Stattdessen gab es vom Finanzminister damals nur eine Erklärung, bevor das damals angesichts der Umstände wenig überraschend kaum aussagekräftige Budget 2020 mit dem ein oder anderen Stolperer - Stichwort: vergessene Nullen - den Nationalrat passierte.

Bei der Ausgabe 2021 geht wiederum alles den üblichen Gang. Unmittelbar nach dem Beschluss im Ministerrat schreitet Blümel im Nationalrat zur Budgetrede. Die anschließende erste Bewertung der Fraktionen ist gemäß Usus, damit genug Zeit zur Vorbereitung ist, erst für den Donnerstag angesetzt.

Die Rede steht unter dem Titel "Gemeinsam durch die Krise - Aus Verantwortung für Arbeitsplätze und Standort". Nach dem Beschluss im Ministerrat wird der Budgetvorschlag für das Budget 2021 und der Budgetrahmen bis 2023 an das Parlament übermittelt. Laut Parlamentsfahrplan ist der Beschluss für November geplant.

Vorarbeiten für Budgetrede laufen auf Hochtouren

"Dieses Budget ist natürlich von der Krise und den Hilfsmaßnahmen für Gesundheit, Arbeitsplätze und Unternehmen geprägt. Gleichzeitig haben wir auch bewusste Schwerpunkte unabhängig von der Corona-Pandemie gesetzt. Wir wollen nicht nur gut durch diese Krise kommen, sondern gestärkt daraus hervorgehen", sagte Blümel im Vorfeld in einer Stellungnahme.

Mit den Mitarbeitern der Druckerei sind rund 200 Personen im Ministerium an der Budgeterstellung beteiligt. In der Druckerei sind acht Mitarbeiter eineinhalb Wochen nur mit dem Budgetdruck beschäftigt. In Summe werden 1,6 Mio. Seiten bedruckt bzw. 820.000 Blätter. Ein "Budgetziegel" hat 3.876 Seiten und wiegt 12 Kilogramm.

Die Zahlen auf diesen Seiten sind tiefrot. Das Defizit liegt bei 6,3 Prozent der Wirtschaftsleistung bzw. 21 Mrd. Euro.

Weitere Themen im Nationalrat am Mittwoch

Am Mittwoch sind auch etliche andere Themen auf der Agenda der Abgeordneten, etwa Fördermaßnahmen für die Veranstalterbranche und den Tourismus. Bis zu 300 Millionen sind für die Subvention von Veranstaltungen und Kongressen vorgesehen.

Nichts mit Corona zu tun haben neue Kennzeichnungsvorschriften für Schusswaffen, bei deren Nichteinhaltung Geldstrafen bis zu 3.600 Euro oder bei gewerblicher Tätigkeit bis zu 10.000 Euro vorgesehen sind. Ausnahme: Schusswaffen, die vor dem 14. September 2018 im Besitz von Endverbrauchern standen, unterliegen der Kennzeichnungspflicht nicht.

Relativ klein ist auch die Asylnovelle, die am Mittwoch zum Beschluss ansteht. Unter anderem wird der Zeitpunkt für die Rückkehrberatung nach hinten verlegt und wird der Familienbegriff geringfügig ausgeweitet. Für die "Rot-Weiß-Rot-Karte" entfällt die Verpflichtung, einen Rechtsanspruch auf ortsübliche Unterkunft nachzuweisen.

Volksbegehren werden behandelt

Auch Weißrussland bleibt auf der Tagesordnung. In einem Entschließungsantrag werden Sanktionen auf europäischer Ebene gegen die Führung in Minsk unterstützt und wird eine unverzügliche Freilassung aller willkürlich Verhafteter verlangt. Getragen wird die Initiative von allen Fraktionen außer den Freiheitlichen.

Der zweite Tag der Plenarwoche hat neben der "Ersten Lesung" des Budgetentwurfs noch jene Volksbegehren zum Thema, deren Unterstützerzahl von über 100.000 eine Behandlung im Nationalrat notwendig gemacht hat. Das sind jene zum Klimaschutz, zu einem Euratom-Ausstieg, zum Nicht-Rauchen sowie zu einer menschlichen Asylpolitik. Schließlich wird noch seitens der Opposition versucht, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) das Misstrauen auszusprechen und wird ein Auslieferungsbegehren bezüglich des Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer (FPÖ) behandelt, der bei einer Veranstaltung den Koran als gefährlicher als Corona geschildert hatte.

(APA/Red)

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