Wie stehen die Chancen für Zoe beim Song Contest 2016?

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Wir wünschen "Lycka till, Zoe! (Viel Glück, Zoe!)" - doch wie stehen ihre Chancen?
Wir wünschen "Lycka till, Zoe! (Viel Glück, Zoe!)" - doch wie stehen ihre Chancen? - © APA/HELMUT FOHRINGER
Am Dienstagabend ist es soweit: Das erste ESC-Halbfinale steht an und Zoe wird mit Startnummer 12 um den Finaleinzug singen. Schafft sie es? Und kann sie gewinnen? Wir haben uns angeschaut, was die Buchmacher und bisherige Statistiken sagen.

42 Nationen treten beim 61. Eurovision Song Contest in Stockholm gegeneinander an. Am Montagabend fand bereits die Halbfinalshow für die internationalen Jurys statt – und nach dieser Performance ist Österreichs Song Contest-Hoffnung Zoe leider in der Gunst der Zocker gesunken. Nun heißt es, Österreich muss um den Finaleinzug beim Eurovision Song Contest zittern.

Nur 10 Länder kommen ins Finale – Zoe auf Platz 12

Hatten die Buchmacher die heimische Kandidatin Zoe mit “Loin d’ici” vor dem Juryfinale noch auf Platz 11 von 18 Teilnehmern gesehen, rutschte die 19-Jährige am Dienstag kurz vor der Entscheidung um einen weiteren Platz nach hinten. Platz 12 wäre insofern fatal, dass von den 18 am Abend in der Stockholmer Globe Arena antretenden Ländern nur zehn einen Startplatz im Finale am Samstag erhalten.

Zoes Konkurrenz: Diese Länder sind Favoriten

Ganz vorne bei der Prognose für einen Aufstieg steht weiterhin Russland, gefolgt von Armenien und Malta. Die Niederlande haben nach einer guten Performance für die Jurys am Montagabend Boden gut gemacht und landen derzeit auf Platz 4. Der aus österreichischer Sicht rettende Platz 10 wird derzeit von Aserbaidschan belegt – und das beim Detailblick auf die Quoten bereits mit deutlichem Abstand auf Österreich. Immerhin Jüri Pootsmann aus Estland, der derzeit knapp vor Zoe auf Platz 11 gereiht wird, wird nicht bei allen verglichenen 19 Wettanbietern vor der Popelfe aus der Alpenrepublik gesehen. Für Spannung ist am Abend also zumindest aus österreichischer Sicht gesorgt.

Doch wie hat es in der Vergangenheit ausgesehen – was haben die Songs und Interpreten gemeinsam, die beim ESC den finalen Sieg davontrugen? Ein Blick in die Statistik gibt Aufschluss.

Song Contest: Laut Statistik gewinnt langsame, fröhliche Frau

Welchen Song Jury und Publikum favorisieren, hängt nicht zuletzt vom Charisma des Interpreten und der Qualität des Liedes ab. Jedoch gibt es einige weitere Kriterien, die sich in den vergangenen 60 Ausgaben als Erfolgsgaranten herauskristallisiert haben.Betrachtet man die 42 Kandidaten des heurigen Jahres, so treten diesmal sieben Bands und 35 Solomusiker an, von denen wiederum 13 männlichen und 22 weiblichen Geschlechts sind. Gehört man letzterer Gruppe an, hat man statistisch betrachtet die größte Chance zum Sieg.

Denn ein Blick auf die Sieger der vergangenen Bewerbe zeigt, dass man tendenziell im Vorteil ist, wenn man solo antritt und eine Frau ist: Mit 35 an der Zahl machen die weiblichen Teilnehmer die Mehrheit der insgesamt 63 Sieger – 1969 gab es gleich vier davon – aus. Dana International und Conchita Wurst wurden hier gar nicht mitgezählt, aber auch so ist die Bilanz eindeutig: Nur 17 Mal konnte eine Band den Sieg holen, nur neun Mal hatte ein Mann am Ende das Siegerlächeln im Gesicht.

Midtempo-Songs in Moll haben gute Chancen

Was die Tonart des Songs betrifft, so gilt es im Gesamtvergleich, Dur gegenüber Moll zu bevorzugen, denn auch hier sprechen die Zahlen mit 40 zu 23 eine deutliche Sprache. Jedoch hat sich in den vergangenen Jahren ein Paradigmenwechsel vollzogen, denn seit der Jahrtausendwende ist Moll dominant geworden: Von den 14 Siegertiteln seit 2001 haben elf diese oft melancholisch wahrgenommene Tonart aufgewiesen.

Die erfolgsversprechende Geschwindigkeit, die bei Musik in “beats per minute” (bpm) gemessen wird, liegt hingegen im Midtempo-Bereich. Die 63 Siegertitel hatten bisher eine Bandbreite von eher getragenen 27 (1995, Secret Garden aus Norwegen) bis hektischen 134 (1998, Dana International aus Israel), wobei Vorjahressieger Mans Zelmerlöw und sein Song “Heroes” mit 124 bmp eher im oberen Bereich zusiedeln sind. Mit Blick auf die gesamte ESC-Geschichte hat sich allerdings die Wahl einer Schlagzahl im Bereich zwischen 61 und 70 bpm als siegbringend herausgestellt, die in 20 Fällen zum Erfolg führte. Schon die zweiterfolgreichste Tempogruppe, 71 bis 80 bpm, kommt nur noch auf zehn Sieger.

Romantische und pathetische Texte ziehen beim ESC

Bliebe also noch die Frage des Textes, die in einer Untersuchung der Musikwissenschafterin Mariya Aleynikova betrachtet wurden. Sie teilt die Lyrics der Siegersongs in die vier Kategorien “hoffnungsvoll”, “romantisch”, “pathetisch” oder “frech”. Auch hier gab es mit den Jahren Veränderungen, denn während in den Anfangsjahren eher romantische Texte auf der Siegerstraße landeten, gab es in den vergangenen elf Jahren einen eindeutigen Trend hin zum Pathos, der sieben Mal zum Erfolg führte.

Zoes Pluspunkte: Weiblich, allein und fröhliche Melodie

Die besten Siegeschancen hätte laut Analyse also ein Midtempo-Song mit 61 bis 70 bpm, der eine fröhliche bis neutrale Melodie aufweist und bei dem eine weibliche Sängerin einen pathetischen Text präsentiert. Nach diesen Kriterien dürfte es mit Blick auf das heurige Teilnehmerfeld einige Favoritinnen geben. Österreichs ESC-Hoffnung Zoe hat das passende Geschlecht und die fröhliche Melodie, obgleich der Song in Moll geschrieben ist. Das wäre also die statistische Habenseite, wobei “Loin d’ici” mit über 140 bpm recht flott im Rennen liegt. Und ob die Suche nach dem Paradies, in dem man singt und tanzt als “romantisch” oder “pathetisch” gewertet wird, ist wohl Geschmackssache.

>>Österreichs ESC-Beitrag: Offizielles Video zu “Loin d’ici” von Zoe

(apa/red)

 

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