Rapid überrascht gegen Villarreal: “Wir zucken eh in der Kabine aus”

Von David Mayr
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Steffen Hofmann dreht nach seinem Siegestor jubelnd ab.
Steffen Hofmann dreht nach seinem Siegestor jubelnd ab. - © APA/Herbert Neubauer
Rapid Wien schlägt zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase mit Villarreal den aktuell Vierten der spanischen Primera División. Die Freude darüber wissen Kapitän Steffen Hofmann und Co. richtig einzuordnen.

Kurz nach 20:00 Uhr – Kapitän Steffen Hofmann hatte gerade per Elfmetertor das Heimspiel gegen Villarreal gedreht – wurden im Ernst-Happel-Stadion Erinnerungen an Rapids allerersten Auftritt in der Europa League wach. Vor sechs Jahren verzückten und überraschten die Wiener ihre Fans mit einem klaren 3:0 über den Hamburger SV, das Prater-Oval verwandelte sich in jenem Spiel in ein Tollhaus.

Diesen Donnerstag gab es einige Parallelen zu jenem Abend, nur 13.000 Plätze waren damals nicht frei geblieben. Wieder war ein Vertreter aus einer fußballerischen Topnation in Wien zu Gast, wieder sind die Grün-Weißen mit einem unerwarteten Heimsieg in die Gruppenphase gestartet und wieder ließen die Fans ihrer Begeisterung lautstark freien Lauf. Der 2:1-Triumph über das “Mini-Barcelona” von Villarreal war Rapids erster voller Erfolg gegen einen Gegner aus Spanien seit 47 Jahren.

Die “Maschine” Hofmann und der “fantastische” Prosenik

“2009 gewannen wir zu Beginn gegen den HSV, da dachten auch alle schon, wir müssen in die K.o.-Phase kommen”, trat Hofmann nach getaner Arbeit in der Mixed Zone zunächst auf die Euphorie-Bremse, ehe er doch einen verbalen Einblick in seine Gefühlswelt gewährte: “Ich bin heute sehr stolz auf die Mannchaft!” Und: Nicht nur die Fans auf den Rängen, “wir zucken eh auch in der Kabine aus”, beschrieb der 35-Jährige, der vor allem in kämpferischer Hinsicht eine überragende Leistung gezeigt hatte, die Freude über den Sieg.

Da war doch was heute!!!! So ein Tag, so wunderschön…….

Posted by SK Rapid Wien on Donnerstag, 17. September 2015

“Er ist eine unglaubliche Maschine”, schwärmte Philipp Prosenik, jener Mann, der den Strafstoß kurz nach dem Ausgleichstreffer von Stefan Schwab herausgeholt hatte über Hofmanns Laufarbeit. Trainer Zoran Barišić lobte wiederum seinen Super-Joker, der sich diesmal von Anfang an beweisen durfte: “Philipp Prosenik hat heute fantastisch für die Mannschaft gespielt, sich untergeordnet und Schläge eingesteckt.”

Ein Sieg der Effizienz

Ebenfalls einen guten Abend erwischte Flügelflitzer Florian Kainz. Der 22-jährige Steirer beeindruckte vor allem mit starker Technik und Ballkontrolle bei hohem Tempo, auch wenn ihm manchmal noch der letzte Biss in den Eins-gegen-Eins-Situationen fehlt.

“Wir konnten recht gut von hinten herausspielen, weil sie uns nicht hoch angepresst haben. Über Spielverlagerungen wollten wir schnell auf die andere Seite kommen und dort dann durchbrechen”, erklärte Kainz gegenüber VIENNA.at den ausgerufenen Matchplan. “Das ist uns teilweise ganz gut gelungen, aber wir haben zu wenige hundertprozentige Chancen herausgespielt”. Tatsächlich fanden beide Schüsse auf das Tor von Mariano Barbosa den Weg ins Netz.

Nach zuletzt drei sieglosen Spielen und zwei Niederlagen in Serie kann Rapid nun mit breiter Brust in das Heimspiel Zweiter gegen Erster der Bundesligatabelle gegen die Admira (Sonntag, 16:30 Uhr, live auf ORF eins und Sky) gehen. Was genau der Überraschungssieg gegen Villarreal für den weiteren Verlauf der Europa-League-Gruppenphase bedeuten könnte, darüber wollte sich Barišić noch gar keine Gedanken machen. Nur so viel: “Es war der Start, den wir uns erträumt hatten.”

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