Stefan Schwab: “Ab und zu nimmst du dir eben ein Herz”

Von David Mayr
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Auch die Austria konnte den Rapid-Run nicht stoppen.
Auch die Austria konnte den Rapid-Run nicht stoppen. - © sport-pictures.org/Thomas Haumer
Rapid besticht gegen die Austria durch Kaltschnäuzigkeit und freut sich über einen historischen Auswärtssieg in der Generali Arena.

In einem packenden, trefferreichen Spiel sorgte Stefan Schwab für das ästhetische Highlight des 314. Wiener Derbys. In Minute 33 lief Rapids Mittelfeldmotor einen Fehlpass von Austrias Derbydebütant Roi Kehat ab, setzte zum Schuss an und versenkte den Ball aus 18 Metern unhaltbar für Teamtorhüter Robert Almer im Kreuzeck.

“Ab und zu erkennst du den Moment und nimmst dir eben ein Herz”, ließ Schwab im Gespräch mit VIENNA.AT sein Traumtor zum zwischenzeitlichen 3:0 für Rapid Revue passieren. “Ich habe erkannt, dass mich niemand blockt und dann einfach draufgehalten. Aber egal, wie wir die Tore machen – so lange wir gewinnen, passt’s.”

“Man sieht, dass wir Klasse haben”

Bei Rapid passt momentan vieles. Saisonübergreifend seit 16 Pflichtspielen ungeschlagen, führen die Grün-Weißen nach vier Runden ohne Punkteverlust die Tabelle der tipico-Bundesliga an. “Es ist wunderschön für die ganze Mannschaft. Wir machen genau da weiter, wo wir letzte Saison aufgehört haben”, freut sich auch Schwab über das Schweben auf der sportlichen Wolke sieben.

Im Derby profitierten die sonst spielerisch dominant auftretenden Grün-Weißen von ihrer Kaltschnäuzigkeit. Die Austria hatte in Hälfte eins mehr Ballbesitz, Rapid erzielte in den ersten 33 Minuten allerdings drei Tore. “Wir haben der Austria den Ball etwas überlassen, wussten, dass sie hinten anfällig sind und haben das eiskalt ausgenutzt. Unsere Taktik ist voll aufgegangen”, analysierte Schwab und stellte fest: “Man sieht, dass wir Klasse haben.”

Rapids Abgezocktheit und die Fehleranfälligkeit der Austria sorgten für ein historisches Ergebnis. Noch nie hatte Rapid in der Bundesliga in einem Auswärtsderby fünf Treffer erzielt.

“Wenn einer glaubt, er muss auszucken, …”

Nun liegt der grün-weiße Fokus erst einmal auf dem Sonntagsgastspiel bei Sturm Graz (16:30 Uhr, live auf ORF eins, Sky und im VIENNA.AT-Liveticker), bevor man am Mittwoch (20:45 Uhr, live auf ORF eins und Sky) die ukrainische Brasilo-Enklave Schachtar Donezk zum Champions-League-Playoff-Hinspiel im Happel-Stadion empfängt.

“Wir fahren mit breiter Brust hin”, unterstrich Schwab das große Selbstvertrauen beim österreichischen Rekordmeister. “Schachtar hat das Derby sicher analysiert, die wissen auch, wer Rapid und Austria sind. Sie werden Respekt haben”, glaubt der 24-Jährige, ist sich aber bewusst: “Der Favorit sind ganz klar sie.”

Überhaupt ist man bei Rapid bemüht, den Ball trotz der Erfolgsserie flach zu halten. “Ich kann garantieren, dass wir am Boden bleiben werden”, sagte Trainer Zoran Barišić. “Wenn einer glaubt, er muss auszucken, … aber das wird nicht passieren.” Und sportlich sei sowieso “noch viel Luft nach oben”.

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