Public Viewing in Wien: So erlebten die Fans am Rathausplatz das EM-Finale

13.000 Fans verfolgten das EM-Finale am Wiener Rathausplatz.
13.000 Fans verfolgten das EM-Finale am Wiener Rathausplatz. - © APA/Hans Punz
Nicht nur in Paris, auch am Wiener Rathausplatz fieberten die Fans von Portugal und Frankreich beim Finale der EURO 2016 mit. Die Veranstalter der “Fan Arena” in der Innenstadt ziehen eine positive Bilanz.

Ein dramatisches Finale ist den Zuschauern beim Public Viewing zum Abschluss der EM 2016 am Wiener Rathausplatz geboten worden. Rund 13.000 haben am Sonntag das Zusammentreffen von Gastgeber Frankreich und Portugal verfolgt. Sie erlebten ein nervenaufreibendes Spiel. Außenseiter Portugal siegte in Saint-Denis bei Paris trotz eines verletzten Cristiano Ronaldo und holte sich so den ersten Europameistertitel.

Vor dem Anpfiff um 21:00 Uhr rechneten zwei junge Franzosen noch mit einem knappen Sieg. Selbiges prophezeite auch ein bärtiger Portugiese – aber natürlich für seine Mannschaft. “Unser Team hat zwar schwach begonnen, aber wurde stärker und stärker. Ich glaube, sie werden diesen Weg weitergehen und heute gewinnen”, sagte er. In der öffentlichen Wahrnehmung würde die Leistung von Portugal zu sehr auf Ronaldo reduziert. “Dass wir nun im Finale stehen, zeigt, dass das nicht stimmt”, ließ der junge Mann aus einer Kleinstadt nahe Porto die APA wissen.

Auch Portugal-Fans in Wien von Ronaldo-Verletzung geschockt

Diese Prognose schien am Anfang noch sehr gewagt: Nach dem Anpfiff sorgte Frankreich sogleich für gehörigen Druck und die Zuschauer in Wien schienen dies mehrheitlich zu goutieren. Für die Portugiesen sollte es aber wirklich schlimm kommen, denn ein Schockmoment folgte in der 23. Minute. Da war es klar, dass der verletzte Ronaldo vom Feld musste – ein Teil der Anwesenden kommentierte dies mit unsportlichem Jubel.

Ein Mann vom Fach blieb aber trotz frankophiler Tendenzen sachlich: “Wenn sich Portugal von diesem Ausfall demoralisieren lässt, hat es Frankreich leicht. Aber die Portugiesen haben genug starke Spieler wie Sanches oder Nani”, kommentierte Bampa B., einer von zwei in Wien lebenden Brüdern aus der Demokratischen Republik Kongo, und selbst als Fußballer in der Wiener Liga tätig. Sein Herz schlug aber trotzdem für Frankreich, denn seine Lieblingsspieler verortete er bei den “Les Bleus”.

Diese zeigten auch weiterhin ihre Gefahr und so sorgte die “Équipe tricolore” in der 24. Minute mit einem gefährlichen Schuss für Stimmung beim Publikum. Jedoch zeigte die gegnerische Mannschaft im Gegenzug mit ihren Kontern, dass auch mit ihnen weiterhin zu rechnen war. Die umkämpfte erste Hälfte sollte jedoch torlos enden.

Public Viewing Rathausplatz zieht positive Bilanz

Weiterhin angespannt, aber doch eher ruhig verfolgten die Public-Viewer dann die letzte Halbzeit der EM 2016, ehe in Minute 66. ein Kopfball der Franzosen für einen kollektiven Aufschrei sorgte – erneut aber ohne anschließenden Torjubel. Der Gastgeber erhöhte den Druck dann immens – der Gegner hielt diesem aber Stand. Minute 80 zeitigte dann eine Chance für Portugal, in der 92. dann wiederum gab es eine große für die Equipe – doch die fortwährende Torlosigkeit mündete in die Verlängerung. Diesmal gab es Applaus, als der verletzte Ronaldo zurück aufs Spielfeld kam, um seine Kameraden mit seiner Anwesenheit zu unterstützen.

Die Spannung ließ weiterhin nicht nach, denn es hatte nicht den Anschein, dass einer der Gegner Sympathien für ein Elfmeterschießen hatte. Trotzdem blieb es nach dem Ende der ersten Hälfte der Verlängerung torlos. Ein Wiener Familienvater prognostizierte in der Pause schon ein Elfmeterschießen mit Sieg für Portugal. Anfangs sei er zwar auf der Seite der Franzosen gestanden, doch im Laufe des Spiels seien die Sympathien gewechselt – nicht zuletzt wegen des ungesühnten Fouls an Ronaldo. Minute 109 brachte dann aber die Entscheidung: Die immer mutiger aufspielenden Portugiesen kamen vor das Tor, trafen dank des eingewechselten Eder – und siegten.

Positiv bilanzierte die “Fan Arena” am Rathausplatz mit einer Gesamt-Besucheranzahl von 245.200 Fans. Erwartungsgemäß war der Andrang bei allen Österreich-Spielen besonders groß, womit der Platz aufgrund der erreichten, behördlich maximal zugelassenen, 13.400 Personen geschlossen wurde. Nennenswerte Zwischenfälle und “Menschenschaden” gab es laut Veranstalter nicht.

(APA, Red.)

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