Neo-Rapidler Murg: “Jetzt ist die Rechnung mit der Austria beglichen”

Von David Mayr
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Thomas Murg war die öffentliche Aufmerksamkeit bei seinem ersten Derby für Rapid gewiss.
Thomas Murg war die öffentliche Aufmerksamkeit bei seinem ersten Derby für Rapid gewiss. - © APA/Georg Hochmuth
Zwei Tore innerhalb der ersten Viertelstunde ebnen Rapid den Weg zum Derbysieg. Mittendrin im grün-weißen Jubeltaumel: Der Ex-Austrianer Thomas Murg.

Acht Grad Celsius, Regenschauer, der Wind bläst durchs Stadion und auf dem Rasen zwei Teams, die sich im Kampf um wichtige Punkte und Derby-Ehren nichts schenken – die 12.500 Zuschauer in der Generali-Arena erlebten Sonntagnachmittag einen Valentinstag der wenig romantischen Art.

Am Ende des 316. Duells der Wiener Großklubs hatten die Rapid-Fans dann doch Herzerl in den Augen. Ihre Mannschaft hatte der Austria zum zweiten Mal in dieser Saison in deren Stadion keine Chance gelassen, nach dem 5:2 im August hieß es diesmal 3:0 für Grün-Weiß. Dazwischen liegt ein 2:1-Auswärtssieg der Austria Ende Oktober.

Ein eigentlich perfekter Abend für die Grün-Weißen, sollte man meinen, allerdings hatte Rapid-Routinier Mario Sonnleitner dann doch eine Kleinigkeit an seinem Valentinstag auszusetzen: “Ich hab’ meiner Freundin eigentlich versprochen, dass ich ein Tor mach’, jetzt muss sie halt mit den drei Punkten zufrieden sein”, grinste der 29-jährige Steirer in der Mixed Zone. Drei Punkte, die jetzt einmal Platz zwei in der Tabelle bedeuten, ex aequo mit Leader und Titelverteidiger Red Bull Salzburg.

Murg: Ex-Austrianer leitet Rapid-Sieg ein

Auch ein anderer Herr aus der Steiermark war an diesem Sonntagnachmittag ein gefragter Interviewpartner in Wien-Favoriten. Thomas Murg erzielte in seinem erst dritten Spiel für Rapid – im ersten von Beginn an – sein Premierentor in der grün-weißen Dress. Ausgerechnet gegen die Austria, ausgerechnet vor der Osttribüne, dem Sektor des harten Kerns des FAK-Anhangs. Dass er dabei hauchdünn aus Abseitsposition gestartet war, bereitete dem Mittelfeldspieler kein schlechtes Gewissen. “Das hab’ ich jetzt schon ein paar Mal gehört. Es ist mir wirklich egal.”

SO kann eine Woche enden – mit einem verdienten und unglaublich wichtigen Derbysieg! 3:0, Schlusspfiff, wir sind punktegleich mit dem Tabellenführer!Foto: © GEPA.

Posted by SK Rapid Wien on Sonntag, 14. Februar 2016

Murg hatte von 2012 bis 2014 für die Violetten gespielt, war als 17-jähriges Supertalent vom GAK nach Wien gekommen. Bei der Austria konnte sich der technisch versierte Linksfuß jedoch nicht durchsetzen und wurde nach nur 26 Profispielen in zwei Jahren nach Ried abgegeben. Starke Leistungen dort ebneten ihm im Jänner 2016 schließlich den Weg zurück in die Hauptstadt – zu Rapid.

Die Demontage in Favoriten hat der heute 21-Jährige nicht vergessen, vor dem Derby sprach er von einer Rechnung, die er mit der Austria noch offen hätte. “Die ist jetzt beglichen”, war Murg die Zufriedenheit nach dem 3:0-Sieg (Steffen Hofmann in Minute 14 und Matej Jelić in der 72. erzielten die weiteren Treffer) anzusehen. Mehr ließ er sich nicht entlocken. “Ich habe versucht, das Drumherum im Vorfeld auszublenden, das ist mir ganz gut gelungen”, gab er – perfekt mediengebrieft – zu Protokoll.

Sonnleitner: “Fliegen nach Valencia, um etwas mitzunehmen”

Hinter Teil eins der Schlager-Wochen kann Rapid somit ein grünes Hakerl setzen. “Ab Montag gilt der Fokus Valencia“, erklärte Sonnleitner gegenüber VIENNA.at die Marschroute für die kommenden Tage. Am Donnerstag (21:05, live auf Puls 4, Sky und bei uns im Liveticker) gastieren er und Kollegen beim angeschlagenen spanischen Traditionsklub im respekteinflößenden Estadio Mestalla, bevor es dann nächsten Sonntag (16:30 Uhr, live auf ORF eins, Sky und im Ticker) nach Graz zu Sturm geht.

Zwar feierte Valencia Samstagabend gegen Espanyol Barcelona den ersten Liga-Sieg unter Gary Neville, aber: “Wir fliegen dort hin, um etwas mitzunehmen. Dieses Selbstvertrauen haben wir uns mittlerweile erarbeitet.” Sprach Sonnleitner und verabschiedete sich zur grün-weißen Kabinenparty.

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