Rapid-Blitzstart bringt Grün-Weiß den Derbysieg

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Grün-weißer Jubel in Favoriten.
Grün-weißer Jubel in Favoriten. - © APA/Georg Hochmuth
Rapid Wien lässt dem Erzrivalen Austria auch im zweiten Auswärtsderby keine Chance und feiert in der Generali-Arena einen ungefährdeten 3:0-Sieg.

Mit einem 3:0 (2:0)-Erfolg bei der Austria hat sich Rapid am Sonntag zum 130. Mal und durchaus verdient den Sieg im großen Wiener Derby gesichert. Frühe Tore von Neo-Rapidler Thomas Murg (9.) und Kapitän Steffen Hofmann (14.) brachten die über weite Strecken überlegenen Gäste auf die Siegerstraße, Matej Jelic machte den Sack in der Schlussphase zu (73.).

Schnelle Tore brachten Rapid 130. Sieg in Wiener Derby

Vier Tage nach dem enttäuschenden Cup-K.o. gegen die Admira lieferte Grün-Weiß im 316. aufeinandertreffen der Erzrivalen eine gelungene Generalprobe für das Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Valencia am Donnerstag, zog in der Tabelle mit Leader Salzburg nach Punkten (je 40) gleich und verdrängte Violett (38) auf Platz drei. Schon im ersten Heimderby im August hatte die Austria den Kürzeren gezogen, hatte damals auch mit drei Toren Unterschied 2:5 verloren. Die Partie bei Rapid hatte man im Oktober hingegen 2:1 gewonnen.

Einen besonderen Tag erlebte Murg, der just bei seinem Startelfdebüt für Rapid etwas überraschend den Vorzug gegenüber Philipp Schobesberger bekommen hatte und schon in der neunten Minute über sein erstes Tor in Grün-Weiß jubeln durfte. Im Sommer 2014 war der zwischenzeitliche Rieder nicht gerade in Harmonie von den “Veilchen” geschieden. Kleiner Wermutstropfen für Rapid könnten lediglich neuerliche Strafen der Bundesliga für Bengalen und Böller sein, die im Fan-Sektor der Hütteldorfer gezündet wurden.

Während Rapid die Derby-Bilanz weiter aufbesserte, hält die Austria bei 71 Remis und weiter 115 Siegen. In der Generali Arena (vormals Horr-Stadion) gab es in 38 Spielen 14 Austria-Siege, 16 Remis, und 7 Erfolge Rapids. Die Partie war aber die vorerst letzte am Verteilerkreis, übersiedeln die Favoritner wegen des Stadionumbaus doch ab Sommer für zwei Saisonen ins Ernst-Happel-Stadion.

Spielbeginn mit Trauerminute für Ex-Rapidler Trifon Iwanow

Bei Rapid war neben der Rochade Murg-Schobesberger Kapitän Steffen Hofmann im Vergleich zum Cup wieder von Anfang an dabei. Austria-Coach Thorsten Fink hatte wieder seine Standard-Abwehr-Kette zur Verfügung, im Mittelfeld kehrte Roi Kehat nach seiner Bänderverletzung im Knöchel zurück.

Die Partie begann nach einer Trauerminute für den am Samstag verstorbenen Ex-Rapidler und -Austrianer Trifon Iwanow aggressiv, schnell und allgemein recht vielversprechend. Erst erwies sich der Winkel für Matej Jelic nach schönem Lochpass Stefan Stangls aber zu spitz, Hadzikic parierte (2.). In der nächsten Aktion blieb der allein aufs Rapid-Tor zustürmende Austrianer Olarenwaju Kayode bei einem Zusammenprall mit Goalie Strebinger liegen, konnte aber wenig später weitermachen. Die Aktion lief weiter, Stangl musste vor Gorgon klären.

Ein Tor lag aber nicht nur in der Luft. In der neunten Minute verwertete der aus schwer abseitsverdächtiger Position gestartete Murg ein Zuspiel von Steffen Hofmann sicher. Der Routinier selbst legte nur fünf Minuten später aus einem Foul-Elfer souverän nach (14.). Dem Penalty war eine ungeschickte Attacke Vanche Shikovs an der Strafraumgrenze an Jelic vorausgegangen und brachte die Hausherren um die Früchte des engagierten Beginns.

Zu langer Schockmoment der Wiener Austria

Die Austria brauchte eine Weile, um sich von diesem Schock einigermaßen zu erholen, fand jedoch bis zur Pause nicht richtig zu ihrem Spiel – auch, weil Rapid nun auf Sicherheit bedacht, vor allem auf Kontrolle und Konter setzte. Mit einem gefährlichen Weitschuss von Thanos Petsos – ins Out abgefälscht von Lukas Rotpuller (22.) -, sowie einer von Hadzikic vereitelten Jelic-Chance (29.) wurden die Gäste bis zur Pause aber nur noch zweimal in der Offensive auffällig.

Nach dem Seitenwechsel sahen die 12.500 Zuschauer im ausverkauften Stadion zumeist ein Spiel auf ein Tor. Die Austria, bei der Cup-Siegestorschütze Kevin Friesenbichler den unauffälligen Kehat ersetzte, wirkte bemüht, konnte aber nicht mehr für Spannung sorgen. Ein Gorgon-Weitschuss in die Arme Strebingers (49.) und eine Flanke Fabian Kochs, die der allein lauernde Kayode nicht verwerten konnte (56.), blieben vorerst die einzigen Chancen. Die beste machte Mario Sonnleitner zunichte: Nach einem Shikov-Kopfball aus Kurzdistanz klärte der Rapid-Innenverteidiger knapp vor der Linie ebenfalls mit “Köpfchen”.

Wenig später machte Rapid mit dem ersten schön ausgespielten Konter der zweiten Hälfte alles klar: Der eingewechselte Schobesberger behauptete nach Zuspiel von Florian Kainz den Ball im Strafraum souverän, seinen Pass verwertete Jelic aus wenigen Metern zu seinem vierten Saisontreffer.

Meinungen zum Wiener Derby

Thorsten Fink (Austria-Trainer): “Wenn man in einem Derby nach 14 Minuten 0:2 hinten liegt, wird es schwierig. Wir hatten Chancen auf das 1:2, waren aber letztlich nicht effektiv genug. Ich kann nicht sagen, dass Rapid nicht verdient gewonnen hat. Das erste Rapid-Tor war abseits, das ist ärgerlich. Das ist ein trauriger Tag für uns alle, aber die Saison ist noch lang. Wir haben noch ein Derby und können unsere Saisonziele nach wie vor erreichen.”

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): “Wir haben gut ins Spiel gefunden, waren giftig und entschlossen. Die schnelle 2:0-Führung hat uns die Karten gespielt. Mit dem 3:0 war das Spiel erledigt. Wir haben schon oft in dieser Saison bewiesen, dass wir mit schwierigen Situationen positiv umgehen können.”

Thomas Murg (Rapid-Torschütze): “Ich habe eine Stunde vor der Partie erfahren, dass ich von Beginn an spiele. Das Tor und der Sieg waren sehr schön für mich. Ich habe versucht, alles rundherum auszublenden. Die Rechnung mit der Austria ist jetzt beglichen.”

Steffen Hofmann (Rapid-Torschütze): “Wir haben gut verteidigt und unsere Chancen genützt. Dass ich jetzt der Legionär mit den meisten Bundesligaspielen bin (396 vor Szabolcs Safar/395), habe ich von unserem Pressechef erfahren. Wichtig ist nur, dass wir Spiele gewinnen und ich gesund bleibe.”

(apa/red)

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