“Geiler Teamspirit”: Kein Lagerkoller im Koller-Team

Prächtige Stimmung im ÖFB-Trainingslager in der Schweiz.
Prächtige Stimmung im ÖFB-Trainingslager in der Schweiz. - © APA/Robert Jäger
Das ÖFB-Nationalteam wird während der Vorbereitung auf die EURO und der Endrunde in Frankreich selbst über einen Monat lang beisammen sein.

Zumindest 33 Tage ist das österreichische Nationalteam bis nach der bevorstehenden EM in Frankreich zusammengezogen. Sollten die Österreicher beim Turnier das Achtelfinale erreichen, wären es bis zu 38, beim Viertelfinaleinzug über 40. Lagerkoller soll im Team von Marcel Koller dennoch keiner entstehen. Schon in der Vorbereitung in seiner Heimat setzt der Schweizer auf Abwechslung.

Am Dienstag standen die ÖFB-Kicker nicht einmal auf dem Trainingsplatz. Stattdessen ging es im Panoramawaggon der Rhätischen Bahn durch die Rheinschlucht und dort zu einer kurzen Wanderung. Am Nachmittag stand Golf auf dem Programm. Besonderen Ehrgeiz auf der Driving Range entwickelte Marko Arnautović. Die Könner Marc Janko, Zlatko Junuzović, Martin Harnik, Florian Klein, Lukas Hinterseer, Martin Hinteregger, Stefan Ilsanker und Sebastian Prödl wagten sich auf eine Runde.

ÖFB-Team: Mentale Entspannung in der Natur

“Solche Tage tun gut, weil die Saison lang war und manche Beine noch schwer sind”, meinte Verteidiger Prödl. “Das ist auch für den Kopf ganz wichtig. Der Anblick der Natur entschleunigt.” Die Saison sei für viele Spieler hart gewesen. Einige befanden sich lange im Abstiegskampf. “Und auch wenn es nicht jeder zugeben will, du hast die EURO im Hinterkopf, dazu die Konzentration auf den Klub. Das sind mentale Aufgaben, die nicht so einfach zu bewältigen sind.”

In der Schweiz bleibt dafür ausreichend Zeit. Den Großteil der Vorbereitung im Ausland zu absolvieren, sei laut Prödl eine gute Entscheidung gewesen. “Hier haben wir mehr Ruhe, mehr Stressfreiheit”, sagte der Watford-Legionär, der als einer von fünf ÖFB-Spielern bereits die Heim-EM als Referenz vorweisen kann. “Ich habe es 2008 schon miterlebt, da waren wir die ganze Zeit in Österreich, außer zehn Tage in Sardinien.”

Baumgartlinger: “Glaube, dass es relativ kurzweilig wird”

Acht Jahre später kehrt das Team erst neun Tage vor der Abreise zum Turnier in die Heimat zurück. Nach dem Testspiel am 31. Mai in Klagenfurt gegen Malta haben die Spieler eineinhalb Tage frei. Auch nach der EM-Generalprobe am 4. Juni in Wien gegen die Niederlande gibt es noch einmal zwei Tage Freizeit. Danach folgt am 7. Juni die offizielle Verabschiedung im Bundeskanzleramt, ehe es am 8. Juni ins EM-Quartier nach Südfrankreich geht.

“In Frankreich wird das Hotel bewacht sein. Wir werden da auch nicht groß rausgehen können. Daher wird es wichtig sein, auf die Spieler einzugehen oder die Situation, die dann aktuell herrscht”, meinte Koller. “Wir haben so einen geilen Spirit in dem Team. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer von uns da einen Lagerkoller bekommt”, entgegnete Mittelfeld-Abräumer Stefan Ilsanker ob dessen Namens mit einem breiten Grinser in Richtung Teamchef.

Für den Großteil der Spieler ist die lange gemeinsame Zeit dennoch etwas Neues. “Es wird vielleicht einmal eine Phase kommen, wo man sich denkt, ich hätte gerne einmal drei Tage mein Schlafzimmer zu Hause”, meinte Julian Baumgartlinger. “Aber ich freue mich viel mehr auf die sportliche Herausforderung, auf das Event, das da vor der Tür steht.” Für Abwechslung sei gesorgt – und die Stimmung im Team sowieso gut. “Ich glaube, dass es relativ kurzweilig werden wird.”

(APA, Red.)

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