ÖFB-Testspiel: Sechstligist verspricht “angezogene Handbremse”

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Das ÖFB-Team bereitet sich in der Schweiz auf die EURO 2016 vor.
Das ÖFB-Team bereitet sich in der Schweiz auf die EURO 2016 vor. - © APA/Robert Jäger
Das österreichische Nationalteam testet am Donnerstag gegen den Schweizer Amateurverein Schluein Ilanz. Teamchef Marcel Koller will damit den Leuten in der Region etwas zurückgeben.

Das österreichische Nationalteam trifft am Donnerstag (17:45 Uhr, live auf ORF eins) in einem Trainingsspiel auf den US Schluein Ilanz. Für den Schweizer Sechstligisten, auf dessen Anlage die ÖFB-Auswahl diese Woche auch trainiert, ist es das “Spiel des Jahres”. Österreichs Teamchef Marcel Koller dagegen will in der EM-Vorbereitung für ein wenig Abwechslung sorgen.

Alles andere als ein Kantersieg wäre eine Riesenüberraschung. Vergangenes Jahr hatte Schluein einen Test gegen den Hamburger SV mit 1:13 verloren. “Ein Tor zu machen, das ist eigentlich das Ziel”, gab Vereinspräsident Simon Lutz die Marschroute vor. “Zwischen einem Profi von dieser Klasse und einem Amateur liegen noch einmal Welten.”

“Angezogene Handbremse”, um Verletzungen zu verhindern

Vor übereifrigen Schweizer Amateuren müssen sich die Österreicher aber nicht fürchten. Lutz kündigte eine “angezogene Handbremse” an. Drei Wochen vor der EM in Frankreich kann das ÖFB-Team keine Verletzungen gebrauchen. Die 700 Zuschauer fassende Haupttribüne ist bereits ausverkauft. 25 Franken (22,50 Euro) waren für einen Sitzplatz zu berappen. Inklusive Stehplätzen und Zusatztribünen bietet die Raiffeisen Arena Crap Gries 2.300 Menschen Platz. Mehr als 1.500 werden zum Spiel erwartet.

“Es ist auch eine Abwechslung, wenn du vom Training her einmal gegen die Einheimischen spielen kannst”, meinte Koller. Überbewerten will er den Test, der am Feiertag live in ORF eins übertragen wird, nicht. “Es wird eine Möglichkeit sein, sich zu bewegen, auch in dem Trainingsprozess in dieser Woche zu sichten und einen Schritt nach vorne zu machen.”

Schweizer beneiden Österreich um Koller

Koller sieht das Spiel auch als Belohnung für die Arbeit seiner Landsleute. Selbst die Schluein-Spieler, im Zivilberuf Elektriker, Fliesenleger oder Banker, hätten am Platz Hand angelegt. Der Rasen war im Vorjahr für das HSV-Trainingslager neu verlegt worden. Dazu wurde die Tribüne samt Klubhaus saniert. Koller: “Es ist auch ein Zückerchen für die Leute hier, die alles sehr gut vorbereitet haben für uns.”

Nicht nur dieser Geste verdankt der Teamchef seinen guten Ruf in der Region. Koller besitzt in der Nähe eine Ferienwohnung. “Es kennen ihn viele. Er wird hier sehr geschätzt”, erklärte Lutz. “Er ist etwas, worum wir euch Österreicher beneiden.”

Die Schweizer sind mit ihrem Nationalcoach Vladimir Petković nicht ganz so uneingeschränkt zufrieden. Schlueins Klubchef: “Der Trainer spaltet ein bisschen die Leute – und er tut auch nichts, um das zu ändern. Vielleicht sind wir verwöhnt, aber derzeit herrscht wenig Feuer für die Schweiz.” Nicht zuletzt deshalb hat er zwei Flaschen Wein gewettet. “Darauf, dass Österreich bei der EM weiter kommt als die Schweiz.”

(APA, Red.)

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