Zukunft des Welterbe-Prädikats für Wiener Innenstadt wird geklärt

Das umstrittene Heumarkt-Projekt sorgt immer wieder für Diskussionen.
Das umstrittene Heumarkt-Projekt sorgt immer wieder für Diskussionen. ©APA
Der Frage, ob die Wiener Innenstadt auch weiterhin ein UNESCO-Weltkulturerbe bleibt, geht derzeit der amtierende Präsident des Denkmalrats ICOMOS im Rahmen eines Wien-Besuchs nach.
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Der seit heuer amtierende Präsident des Denkmalrats ICOMOS, Toshiyuki Kono, ist in Wien, um sich der Frage nach der Zukunft des Welterbe-Prädikats für die Wiener Innenstadt zu widmen. Er trifft dieser Tage Mitarbeiter der Stadt, Vertreter des Investors oder auch Mitglieder von Bürgerinitiativen. Im Zentrum steht die Frage, ob das Heumarkt-Projekt den Status der City tatsächlich gefährden wird.

Eine Antwort darauf könne er noch nicht geben, betonte Kono am Montag im Gespräch mit Journalisten. Die aktuelle Monitoring-Mission sei dazu gedacht, um einen Überblick über die Situation zu erhalten und die künftige Entwicklung zu beurteilen. Münden werden die Recherchen in einen Report, der die Entscheidungsfindung der UNESCO unterstützt.

Heumarkt-Projekt: ICOMOS-Präsident Kono zu Besuch in Wien

Diese hat der Republik – die formal der Ansprechpartner ist – die Rute ins Fenster gestellt. Kritik wird dabei vor allem am geplanten 66 Meter hohen Turm beim Hotel Intercontinental und dessen Auswirkungen auf das Stadtbild geübt. Das UNESCO-Welterbekomitee hat die Republik aufgefordert, Anfang 2019 Lösungsvorschläge zu präsentieren. Andernfalls droht die endgültige Aberkennung des Prädikats. Auf der Roten Liste des gefährdeten Weltkulturerbes ist die Innenstadt bereits.

Kono betonte, dass er nicht darüber spekulieren wolle, wie eine Lösung aussehen könnte. “Ich hoffe aber, dass es eine solche geben wird”, zeigte sich der Japaner zumindest vorsichtig optimistisch. Er versprach ein differenziertes Vorgehen. Jedes World Heritage werde gesondert betrachtet, es gebe viele Arten von Welterbestätten. Das Zentrum einer Stadt sei durchaus anders zu betrachten als ein alleinstehendes Objekt.

Stadt Wien hob historische Stadt-Silhouette bei UNESCO hervor

Er gab jedoch zu bedenken, dass die Stadt selbst sich um die Aufnahme ihres Zentrums in die Liste beworben habe. Und die außergewöhnliche, historische Stadt-Silhouette habe man dabei eigens hervorgehoben. Somit sei man vertraglich verpflichtet, diese zu erhalten, sagte Kono. Keinesfalls ist es laut dem ICOMOS-Weltpräsidenten hingegen möglich, die Pufferzone rund um die City zu verkleinern. Dazu müsste es einen neuen Vertrag mit der UNESCO geben.

Auch die Österreichische ICOMOS-Chefin Caroline Jäger-Klein betonte, dass es nicht darum gehe, die Weiterentwicklung einer Stadt zu verhindern. Diese solle kein Museum werden, in dem nichts verändert werden darf. Es gehe vielmehr insgesamt um den Umgang mit dem historischen Erbe. Dabei stünden nicht nur Einzelprojekte, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Fokus.

(APA/Red)

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