Heumarkt: Demonstration der Hochhausgegner vor dem Wiener Eislaufverein

Bei der Demonstration gegen das Hochhausprojekt am Heumarkt
Bei der Demonstration gegen das Hochhausprojekt am Heumarkt - © APA
Samstagnachmittag haben die Gegner der Neugestaltung des Wiener Heumarkt-Areals gegen das Hochhausprojekt demonstriert. Laut Polizei nahmen rund Hundert Menschen an der Protestkundgebung am Beethovenplatz gegenüber dem Wiener Eislaufverein teil. Sie sammelten Unterschriften für den sofortigen Stopp des Projekts.

Organisiert wurde die Kundgebung von der Initiative Denkmalschutz und der Initiative Stadtbildschutz. Herbert Rasinger, Obmann der Initiative Stadtbildschutz, kritisierte in seiner Rede den “gewaltigen Eingriff” in das Stadtbild und warf den Verantwortlichen vor, dass es ihnen nur um Geld gehe. Durch das Hochhausprojekt würde der sogenannte Canaletto-Blick vom Belvedere aus, der auch im Rahmen des Weltkulturerbes erwähnt werde, zerstört. “Ich erwarte mir, dass die Stadt Wien ihre eigenen Zusagen gegenüber der UNESCO einhält”, forderte Rasinger.

Demo für Hochhausprojektstopp

“Man muss beachten, dass dieses Projekt eigentlich nur als Pilotprojekt zur Zerstörung der gesamten Ringstraßenzone zu sehen ist”, warnte Friedmund Hueber, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege. Unterstützung erhielten die Demonstranten auch von der IG Autorinnen Autoren, deren Aufruf zum Projektstopp sich laut Geschäftsführer Gerhard Ruiss bereits 500 Künstler angeschlossen haben. Durch das Projekt würde der Platz “sozial umgewidmet”, kritisierte Ruiss. “Es geht auch um öffentlichen Raum, den dürfen wir uns nicht wegnehmen lassen”, meinte er.

Rasinger zeigte sich hoffnungsvoll, dass die Umgestaltung noch abwendet werden könne: “Jetzt ist die Bürgerbeteiligung da, da kann man nicht wie eine Dampfwalze drüberfahren”, so Rasinger. “Es ist nicht zu spät”, zeigte sich auch Ruiss überzeigt.

Debatte um Neugestaltung des Heumarkt-Areals

Auf den Transparenten der Demonstranten war unter anderem “Stadtbildschutz statt Stadtbildzerstörung” oder “Make Vienna beautiful again” zu lesen. Die Organisatoren der Kundgebung riefen die Teilnehmer dazu auf, Stellungnahmen gegen den Flächenwidmungsentwurf zu unterzeichnen. Der Entwurf liegt noch bis 16. März öffentlich auf, solange können Stellungnahmen abgegeben werden.

Die Neugestaltung des Heumarkt-Areals, das das Hotel Intercontinental, den WienerEislaufverein und das Konzerthaus einschließt, sorgt seit Monaten für Debatten. Grund ist vor allem die Drohung der UNESCO, die Wiener Innenstadt infolge des projektierten 66-Meter-Turms auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten zu setzen. In weiterer Folge droht die Aberkennung des Weltkulturerbe-Status.

(apa/Red)

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