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Zeitprotokoll zum Boot-Unfall auf der Donau zeigt: So lief die Rettung ab

Die Untersuchungskommission wartet auf weitere Daten zum Unfallhergang.
Die Untersuchungskommission wartet auf weitere Daten zum Unfallhergang. ©APA/HARALD SCHNEIDER
Ein Zeitprotokoll gibt nun Auskunft darüber, was nach dem Unfall mit dem Bundesheer-Boot auf der Donau geschah.
Zeugin spricht über Unfall
Ermittlungen gegen Bootsführer
Gesundheitszustand weiter kritisch
Bundesheer-Boot gekentert

Nach dem Unfall mit einem Pionierboot am Samstag in Hainburg (Bezirk Bruck/Leitha) ist eine vom Bundesheer eingesetzte Untersuchungskommission zu Wochenmitte unverändert an der Arbeit gewesen. Zwei Girls’ Camp-Teilnehmerinnen waren unter Wasser geraten und hatten reanimiert werden müssen. Sie befinden sich in Wiener Krankenhäusern.

Unfall mit Bundesheer-Boot auf der Donau: Untersuchungen dauern an

Die Untersuchungskommission warte unter anderem auf Daten der Schifffahrtsbehörde und der Rettungsleitstelle 144 Notruf Niederösterreich, sagte Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, am Mittwoch zur APA. In diesem Zusammenhang erinnerte er an Zeugenaussagen, dass etwa zum Unfallzeitpunkt am Samstagvormittag ein großes Schiff vorbeigefahren sei. Es gehe somit um die Klärung, “ob Wellen ein Thema sein könnten”.

Zeitprotokoll zur Rettungskette liegt vor

Der Frage, “wer hat wann, wo, wen alarmiert”, soll mit den Daten von 144 Notruf Niederösterreich nachgegangen werden. “Das wollen wir genau wissen”, betonte Bauer. Bei einem ihm bisher vorliegenden Zeitprotokoll der Untersuchungskommission handle es sich weiterhin um einen Erstbericht vom Sonntag, sagte der Sprecher:

  • 9.49 Uhr: Das Boot kippt um
  • 10.04 Uhr: Von der Feuerwehr wird ein Notruf abgesetzt
  • 10.08 Uhr: Die Rettungsleitstelle erhöht ihre Alarmierung auf Großunfall
  • etwa 10.15 Uhr: Das verunglückte Boot ist am Ufer und wird aufgekantet

Danach gibt es – jedenfalls bisher – kein weiteres Zeitprotokoll, so Bauer. Ergänzende Befragungen stünden ebenso noch aus wie die erwähnten Notruf-Daten.

Zeugenaussagen erweitern Zeitablauf

Der ORF Niederösterreich hat am Dienstagabend berichtet, dass sich “aufgrund der Aussagen von Helfern und anhand verschiedener Einsatzprotokolle” folgender Zeitablauf rekonstruieren lasse:

  • 9.49 Uhr: Das Bundesheerboot kentert, fünf Soldaten und acht Frauen werden in die Donau geschleudert.
  • 10.04 Uhr: Ein Feuerwehrmann, der auf der Donau an einer Übung teilnimmt, setzt einen Notruf ab. Das Bundesheer selbst setzt keinen Notruf ab.
  • 10.08 Uhr: Die Rettungsleitstelle löst Großalarm aus.
  • 10.15 Uhr: Das gekenterte Boot kann zu einer Sandbank in der Donau gebracht werden. Nach Angaben des Bundesheeres hatten Soldaten zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Personen unter dem Boot herausgezogen.
  • 10.21 Uhr: Die örtlich zuständigen Feuerwehren werden alarmiert und rücken mit weiteren Booten aus.
  • 10.28 Uhr: Die erste der beiden Frauen kann gerettet werden und wird reanimiert.
  • 10.30 Uhr: Wie in einer Notiz vermerkt wurde, trifft ein Notarzt auf der Sandbank ein.
  • 10.34 Uhr: Die zweite Frau wird aus dem Wasser gezogen. Laut einem Einsatzprotokoll ist jedoch noch unklar, ob noch jemand fehlt.
  • 10.41 Uhr: In einer Statusmeldung wird festgehalten, dass beide Frauen reanimiert werden.

(APA/Red)

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