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Wiens Ärztekammer fordert Prüfung aller Schutzmasken in Spitälern

Fehlerhafte Schutzmasken: Hofer fordert Entlassung des Gesundheitsministers.
Fehlerhafte Schutzmasken: Hofer fordert Entlassung des Gesundheitsministers. ©APA/BARBARA GINDL
Die Wiener Ärztekammer hat am Freitag eine "sofortige" Kontrolle aller in Wiener Spitälern eingesetzter Schutzmasken gefordert.
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Anlass war die Entdeckung fehlerhafter Chargen von CPA- bzw. FFP2-Masken in Kärnten und Salzburg. Derartige Vorfälle dürften sich nicht wiederholen, warnte Wolfgang Weismüller, der Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte in der Wiener Kammer, in einer Aussendung.

Die Spitalsbetreiber sollten daher im Sinne der Gesundheit des Personals sowie der Patientinnen und Patienten "so rasch wie möglich" alle derzeit eingesetzten Masken überprüfen und auch die Qualitätskontrolle der zukünftig eingesetzten Schutzausrüstung "deutlich" verbessern. "Das Gesundheitspersonal an vorderster Front muss sich darauf verlassen können, sichere Schutzkleidung zu tragen", forderte er.

FPÖ sieht bei Mangel-Masken "größten Gesundheitsskandal"

Die FPÖ hat wegen der Verteilung von teilweise offenbar minderqualitativen CPA-Masken an Altenwohn- und Pflegeheimen scharfe Kritik an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) geübt. Bundesparteiobmann Norbert Hofer sah darin den "größten Gesundheitsskandal in der Geschichte der Zweiten Republik" und forderte die Entlassung des Ministers.

Laut der Aussendung wurde nur eine einzige Charge der Lieferung aus China überprüft - "erst nach Hinweisen aus einem Bundesland wurden weitere Überprüfungen vorgenommen", hieß es. "In Österreich sind bislang 2.616 Menschen an oder mit Corona verstorben. Rund 40 Prozent dieser Todesfälle - genauer gesagt 1.046 Menschen - haben einen Bezug zu Altenwohn- und Pflegeheimen. Die ungeprüften China-Masken wurden in Verantwortung des Gesundheitsministers genau dort eingesetzt. Der Bundeskanzler muss jetzt endlich die Konsequenzen ziehen und den Gesundheitsminister entlassen", forderte Hofer.

Der FPÖ-Obmann forderte die Regierung zudem auf, ausreichend Testkapazitäten für den Gesundheitsbereich zur Verfügung stellen. Mitarbeiter, Bewohner und Besucher müssten sicher sein. "Wir haben zudem mehrmals gefordert, dass Schutzausrüstung zentral beschafft werden muss. Und zwar von der öffentlichen Hand und nicht vom Roten Kreuz", erklärte Hofer. Es sei Aufgabe des Gesundheitsministers, bei dieser wichtigen Frage selbst aktiv zu werden. Dass die "China-Masken dann auch vom Gesundheitsministerium nicht ordentlich geprüft wurden und an die Altenheime verteilt worden seien, sei geradezu unfassbar".

Anschober zu Masken: "Das geht einfach nicht"

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Rande einer Pressekonferenz am Freitag auch zu den Mangel-Masken Stellung genommen. Die Masken seien über das Wirtschaftsministerium an die Bundesländer zugeteilt worden, wenn hierbei auch schadhafte Schutzprodukte in Umlauf gekommen seien, ist das "natürlich bedauerlich". "Das geht einfach nicht", so Anschober.

Noch am Tag des Bekanntwerdens habe das Ressort gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium reagiert. Alles wird und wurde aus dem Verkehr gezogen und noch mal geprüft, so Anschober. Zudem sollte es zu einem möglichst raschen Austausch kommen. Aus strategischen Lagern werde Neuware ausgeliefert.

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(APA/Red)

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