Wiener ÖVP kritisert Corona-Streitigkeiten

Kritik an Corona-Streitigkeiten kam von der Wiener ÖVP.
Kritik an Corona-Streitigkeiten kam von der Wiener ÖVP. ©APA/ROLAND SCHLAGER (Symbolbild)
Die Wiener ÖVP hat am Mittwoch Kritik an der Streitigkeit um die Corona-Maßnahmen im Bund vorgebracht und dabei die Grünen ins Visier genommen.
Forderung von Schallenberg

Es sei wichtig, dass man beim Thema an einem Strang ziehe, bekräftigten Klubchef Markus Wölbitsch und Landesgeschäftsführerin Bernadette Arnoldner in einer Pressekonferenz nach einer Klubklausur der türkisen Stadtpartei. Sie plädierten dafür, zunächst die Ergebnisse des Lockdowns für Ungeimpfte abzuwarten bevor neue Verschärfungen angedeutet werden.

Wölbitsch über Lockdown für Ungeimpfte

Man müsse jetzt den Lockdown für Ungeimpfte entsprechend vollziehen, sagte Wölbitsch. Er zeigte sich überzeugt, dass dieser das richtige Mittel sei, um Menschen zur Impfung zu bewegen. "Was mir aber auch wichtig ist, dass man beim Thema Corona an einem Strang zieht." Dies tue man in Wien. "Das ist auch eine Erwartungshaltung an den Bund. Ich halte es daher nicht sehr zielführend, dass man eine gemeinsame Maßnahme beschließt und ein Vertreter wenige Stunden später wieder mit zusätzlichen oder anderen Vorschlägen in die Medien geht", betonte der Klubobmann.

"Weil einerseits zeugt das nicht von großem Teamgeist und andererseits verunsichert es die Menschen", befand Wölbitsch - der Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) nicht namentlich nannte. Allerdings war es der Ressortchef, der zuletzt erklärt hatte, dass etwa eine nächtliche Ausgangssperre ein möglicher nächster Schritt sei. Man müsse natürlich auf alles vorbreitet sein, so Wölbitsch. Man könne dabei nichts ausschließen, aber man müsse die gemeinsam mit den Ländern in die Wege geleiteten Maßnahmen vollziehen und dann überprüfen, ob weitere Schritte nötig seien.

Versprechen bezüglich Corona-Impfung

Man habe betont, so gab er zu bedenken, dass Menschen, die geimpft sind, weiter am öffentlichen Leben teilnehmen könnten. Dieses Versprechen solle man auch einlösen. Ein Blick auf den stark frequentierten Weihnachtsmarkt vor dem Wiener Rathaus zeige etwa, dass es vielen ein Bedürfnis sei, solche Veranstaltungen zu besuchen. Das Marktgelände kann ausschließlich mit einem 2G-Nachweis betreten werden.

Auch in der Klubklausur lag der Fokus auf der Pandemie - wobei dabei auch Kritik an der Stadtregierung laut wurde. Bei den meisten Maßnahmen im Gesundheitsbereich ziehe man zum Wohle der Menschen parteiübergreifend an einem Strang, wurde versichert. Aber für Unternehmer, die finanzielle Einbußen hinnehmen mussten, hätte eine ausreichende Unterstützung gefehlt, wurde konstatiert. Die Stadt solle sich hier am Bund ein Vorbild nehmen, empfehlen die Stadt-Türkisen. Ideen wie die "Stolz auf Wien Beteiligungsgesellschaft" hätten leider versagt.

"Wiener Steuerreform" verlangt

Einmal mehr pochte die Volkspartei darauf, die automatische Gebührenerhöhung abzuschaffen. Im Rahmen einer "Wiener Steuerreform" sollten mittelständische Unternehmen um jährlich 100 Mio. Euro entlastet werden, so die Forderung. Erreicht werden solle dies unter andere durch eine Reform bei den Gebrauchsabgaben.

Betont wurde auch, dass man sich zum Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur bekenne, aber gleichzeitig auch zu wichtigen Straßenprojekten wie dem Lobautunnel. Das Ziel sei weiters, den ruhenden Verkehr verstärkt unter die Erde zu verlagern, was Freiräume an der Oberfläche schaffen würde. Dazu solle zunächst der Bedarf erfasst und Leitkonzepte zu bestehenden Garagen erstellt werden. Sei die Nachfrage hoch, solle der Bau weiterer Parkgaragen bzw. Park&Ride-Anlagen geprüft werden, schlägt die ÖVP vor.

(APA/Red)

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