Schallenberg fordert von Mückstein einheitliche Linie

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) fordert von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) eine einheitliche Linie im Corona-Management.
Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) fordert von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) eine einheitliche Linie im Corona-Management. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Montagabend forderte Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) im Streit mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) in der "ZiB Spezial" eine einheitliche Linie beim Thema Corona.
Schallenberg gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) hat im Streit mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) diesen aufgerufen, eine gemeinsame Linie in der türkis-grünen Regierung einzunehmen. "Wir müssen gemeinsam sprechen und eine Linie verfolgen", sagte er Montagabend in der "ZiB Spezial". "Wir müssen gemeinsam agieren." Der Gesundheitsminister sei oft gefordert, aber er habe eine gute Gesprächsbasis mit ihm, so Schallenberg auf die Frage, ob Mückstein den Job gut mache.

Schallenberg fordert von Mückstein bei Corona "einheitliche Linie"

Schallenberg bekräftigte seine Ablehnung der von Mückstein vorgeschlagenen nächtlichen Corona-Ausgangssperre für alle. Die Regierung habe nicht einmal vor 24 Stunden weitgehende Beschlüsse gefasst und er könne sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass man jetzt von einem großen - geimpften - Teil der Bevölkerung Solidarität verlange. "Ich will die Ungeimpften zur Impfung bringen und nicht die Geimpften einsperren." Alle Maßnahmen würden darauf abzielen, die Ungeimpften zur Impfung zu bringen. Das sei auch das gemeinsame Ziel der Regierung.

Gastronomie-Schließung bringe Nachteile

Das Zusperren der Gastronomie bringe soziale und wirtschaftliche Nachteile, aber nur wenig zur Dämpfung der Pandemie. Das einzige Mittel aus "diesem Teufelskreis" herauszukommen, sei die Impfung. "Jeder Ungeimpfte wird sich früher oder später infizieren", sagte Schallenberg und wünschte "bei dieser Gelegenheit" dem infizierten FPÖ-Chef Herbert Kickl und seiner Familie eine rasche Genesung.

Kanzler skeptisch über Impfpflicht für alle

Skeptisch äußerte sich der Kanzler zu einer Impfpflicht für alle. Für besondere Berufe etwa im Gesundheitsbereich könne er sich das vorstellen, aber nicht für alle. "Ich setze weiterhin auf Überzeugung und Anreize und leider Gottes braucht es auch eine gewisse Drohkulisse." Die gestiegene Impfzahl der letzten Tage zeige, dass das funktioniere.

Neuerlicher Corona-Beratungsgipfel am Mittwoch

Schallenberg stellte zudem klar, dass es am Mittwoch keinen neuerlichen Corona-Beratungsgipfel gebe, sondern dieser Tag nur der zehntägige Stichtag seit der Einführung von 2G ist. Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner bezeichnete die derzeitige Performance der Regierung wörtlich als "desaströs". "Das geht besser", sagte er bei einem "Runden Tisch" im ORF. "Eine Bankrotterklärung" nannte Politikanalytiker Thomas Hofer in der "ZiB2" die Kommunikation der Koalition.

(APA/Red)

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