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Wien-Wahl 2020: Erste Reaktionen zur Trendprognose

Die erste Trendprognose sieht die SPÖ auf Platz 1.
Die erste Trendprognose sieht die SPÖ auf Platz 1. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Eine am frühen Sonntagabend veröffentlichte Trendprognose sieht die SPÖ klar auf Platz 1. Hier die Reaktionen der einzelnen Parteien auf die erste Prognose.
SPÖ nach erster Hochrechnung auf Platz 1

Die SPÖ hat bei der Wien-Wahl am Sonntag laut einer ersten Trendprognose von APA, ORF und ATV/Plus24 klar Platz eins geholt. Laut dieser auf Umfragen basierenden Schätzung dürfte die SPÖ auf etwa 42 Prozent der Stimmen kommen. Platz zwei belegt demnach die ÖVP mit 17,5 Prozent vor den Grünen mit 15 Prozent. Die FPÖ stürzt auf 10 Prozent ab, die NEOS landen bei 8 Prozent. Offen ist, ob das Team Strache den Einzug schafft, die Trendprognose weist für Strache 4 Prozent aus.

Trendprognose: Noch keine Wahlergebnisse

Basis der Trendprognose sind Wahltagsbefragungen von SORA und Peter Hajek - und noch keine Wahlergebnisse. Die Schwankungsbreite liegt bei 2,5 Prozentpunkten. Damit weist diese Prognose eine deutlich geringere Genauigkeit auf als die klassischen Hochrechnungen auf Basis erster Teilergebnisse, die ab 18.00 Uhr erwartet werden. Die Hochrechnungen sind heuer aufgrund der vielen Briefwahlstimmen schwieriger zu berechnen als bisher.

Laut der vorliegenden Trendprognose legt die SPÖ gegenüber der letzten Wiener Gemeinderatswahl zu. 2015 hatte die Sozialdemokratie 39,59 Prozent der Stimmen erhalten. Die FPÖ erzielte vor fünf Jahren 30,79 Prozent, die Grünen 11,84 Prozent. Die ÖVP musste 2015 mit 9,24 Prozent einen Negativ-Rekord hinnehmen, die NEOS zogen damals mit 6,16 Prozent erstmals in den Landtag ein.

APA

SPÖ: Novak freut sich über erste Prognosen

SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak hat sich nach der Veröffentlichung der ersten Prognosen erfreut gezeigt, die die SPÖ bei über 40 Prozent ausweisen. Gleichzeitig verwies sie aber darauf, dass es nur Prognosen sind, nun warte sie "mit Spannung auf das Endergebnis", sagte Novak gegenüber dem ORF. In Sachen Koalition hielt sich Novak bedeckt, dies sei eine Frage des Wahlergebnisses. Daher heiße es jetzt einmal warten, bis alle Stimmen ausgezählt sind.

Freilich gelte aber die "ganz klare Aussage" vor der Wahl, dass es keine Koalition mit den Freiheitlichen oder mit dem Team Strache geben werde, so Novak: "Das gilt auch heute. Alles andere ist offen."

Rendi-Wagner: "Stärkung der gesamten SPÖ"

SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner sieht in dem sich abzeichnenden Erfolg bei der Wien-Wahl ein "sensationelles Ergebnis" und "eine Stärkung der gesamten SPÖ" sowie "eine Fortsetzung des Aufwärtstrends für die Sozialdemokratie". Sie erinnerte an die Erfolge bei den Landtagswahlen im Burgenland und den Kommunalwahlen in der Steiermark und zuletzt in Vorarlberg.

"Wir nehmen diesen Schwung, diesen Zuspruch der Wählerinnen und Wähler und die klare Bestätigung für sozialdemokratische Kernthemen mit: Denn gerade jetzt, angesichts der herrschenden Rekordarbeitslosigkeit, braucht es eine starke SPÖ, die sich gemeinsam und mit ganzer Kraft für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen einsetzt", erklärten die SPÖ-Chefin und ihr Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch in einer gemeinsamen Aussendung.

Rendi-Wagner sprach von einem "starken Votum für ein sozialdemokratisch geführtes Wien, das bei Bürgermeister Michael Ludwig in den richtigen Händen ist". Sie verwies darauf, dass es in ganz Europa nur wenige Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Millionenstädten gebe, die so ein starkes Wählervertrauen haben.

Die SPÖ Wien habe auf sozialen Zusammenhalt und auf sozialdemokratische Kernthemen gesetzt: Arbeit und Beschäftigung, Spitzenmedizin und Pflege für alle, bestmögliche Bildung und leistbares Wohnen. "Für die Wienerinnen und Wiener sind diese sozialdemokratischen Kernthemen wichtig und vor allem sachliche Lösungen ohne parteipolitisches Hick-Hack - das ist sicher eines der Erkenntnisse aus dieser Wahl", sagte Deutsch.

ÖVP: Arnoldner erwartet größten Zugewinn aller Parteien

ÖVP-Landesgeschäftsführerin Bernadette Arnoldner hat sich nach Wahlschluss optimistisch gezeigt, dass die Volkspartei den größten Zugewinn aller Parteien einfährt und von Platz vier "deutlich nach vorne" kommt. Das sagte sie in einer ersten Stellungnahme gegenüber der APA. "Heute ist ein besonderer Tag. In einem besonderen Wahlkampf. In einem besonderen Jahr", so Arnoldner.

"Die Stimmung ist gut, entscheidend sind aber die tatsächlichen Stimmen. Wir sind sehr gespannt auf die tatsächlichen Ergebnisse", so Arnoldner nach Veröffentlichung der ersten Trendprognosen, die die ÖVP bei 17,5 Prozent sehen. Die Volkspartei hat sich damit vom historischen Tiefpunkt 2015 (9,2 Prozent) erholt. "Wir gehen davon aus, dass wir von Platz vier deutlich nach vorne kommen. Und wir hoffen, dass wir den größten Zugewinn aller Parteien erreichen", so Arnoldner.

Ob die ÖVP als nunmehr zweitstärkste Partei den Regierungsanspruch erhebt, wollte Landesgeschäftsführerin Bernadette Arnoldner nicht sagen. Über die Koalitionsfrage "entscheidet der Bürgermeister", sagte sie in einer ersten Stellungnahme vor der ÖVP-Zentrale. Dass die ÖVP es voraussichtlich nicht geschafft hat, sich zu verdoppeln, sah sie nicht als Dämpfer. Man sei mit dem Sprung auf Platz zwei und dem größten Zugewinn aller Parteien zufrieden.

"Es ist ein besonderer Tag", so Arnoldner.

Wölbitsch: "Ergebnis ist Auftrag für mehr Türkis in Wien"

ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch sah ein "sensationelles und großartiges Ergebnis". Nach dem historisch schlechtesten Abschneiden 2015 (9,2 Prozent) habe niemand an die ÖVP Wien geglaubt, aber "wir haben uns geöffnet, modernisiert und wir sind weiblicher geworden". Auf die Frage, ob das Wahlergebnis ein Regierungsauftrag sei, antwortete Wölbitsch: "Das Ergebnis ist ein Auftrag für mehr Türkis in dieser Stadt. (...) Es wird an der SPÖ liegen, sich einen Partner zu suchen."

Blümel sieht "Sensation und Wahnsinn"

ÖVP-Spitzenkandidat Gernot Blümel hat sein Ergebnis als "Sensation und Wahnsinn" bezeichnet. "Ich kann es gar nicht glauben", sagte er in einer ersten Reaktion auf die erste Hochrechnung, wonach sich die ÖVP von 9,2 auf knapp 18,7 Prozent verdoppelt hat. "Wir sind von Platz vier auf Platz zwei vorgerückt und haben den größten Zugewinn in der Geschichte der ÖVP erreicht. Ich bin tief dankbar", so Blümel.

"Die ÖVP Wien ist wieder da. Wir haben fünf Jahre auf diesen Tag hin gearbeitet. Und heute wissen wir, es hat sich ausgezahlt."

Kurz sieht "türkisen Weg" bestätigt

Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat das gute Ergebnis der ÖVP bei der Wien-Wahl als Bestätigung für den "türkisen Weg" gesehen. "Die heutige Wien-Wahl brachte für die Neue Volkspartei ein weiteres sehr erfolgreiches Ergebnis. Für uns bedeutet dieses Ergebnis den achten Landtagswahl-Erfolg in Serie und ist ein Zeichen, dass der türkise Weg weiter an Zustimmung gewinnt", so Kurz in einer ersten Stellungnahme gegenüber der APA.

Gernot Blümel sei es gelungen, "mit Sachlichkeit und einer Politik des Hausverstandes bei den Wählerinnen und Wählern zu punkten". Die Wiener Volkspartei habe es nicht nur geschafft von Platz vier auf Platz zwei zu kommen, sondern könne am heutigen Wahltag auch die meisten Stimmenzugewinne für sich verzeichnen und das Ergebnis verdoppeln. "Ich gratuliere Gernot Blümel und seinem Team zu diesem Erfolg und danke allen Wählerinnen und Wählern für ihre Unterstützung", so Kurz.

Wegen Corona keine Feier, aber wir genießen es

Eine Wahlparty wird es bei der ÖVP Corona-bedingt nicht geben. Aber die Türkisen werden heute und in den nächsten Tagen ihr Wahlergebnis "genießen", sagte Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz in einer ersten Reaktion vor der Parteizentrale. Er sei nicht nur "sehr, sehr glücklich, sondern auch extrem positiv überrascht". Er habe sich "15 Prozent und vielleicht ein bisschen mehr erwarten", nicht aber eine Verdoppelung des Ergebnisses. So etwas "kommt sehr selten vor".

Auf Fragen nach einer Regierungsbeteiligung der ÖVP verwies Kurz auf Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). "Der Ball liegt jetzt bei der Sozialdemokratie." Er mische sich hier nicht ein.

Grüne: Ellensohn hoch erfreut, will Rot-Grün fortsetzen

Hoch erfreut hat sich Sonntagnachmittag der Wiener Grünen-Klubchef David Ellensohn von den in der Trendprognose vorausgesagten 15 Prozent für seine Partei bei der Wiener Gemeinderatswahl gezeigt. "Wir freuen uns. Wenn es stimmt, ist es das beste Ergebnis (auf Wiener Gemeindeebene, Anm.)", sagte er vor Journalisten im Rathausklub. Er sprach sich dafür aus, die Koalition mit der SPÖ fortzusetzen.

Grüner Landesgeschäftsführer: "Wurden gestärkt"

Überaus zufrieden mit dem Ergebnis für die Grünen bei der ersten Trendprognose zeigte sich der grüne Landesgeschäftsführer Christian Tesar. "Die Grünen wurden gestärkt", sagte er der APA. Er sieht das Ergebnis auch als Zuspruch für Rot-Grün in Wien: "Es spricht eigentlich alles für eine Fortsetzung des rot-grünen Weges."

Rot-Grün wäre damit bestätigt, sollte die Umfrage stimmen. Beide Parteien hätten dazugewonnen, dass sei für Regierende nicht so selbstverständlich. Der Ball liege nun bei Bürgermeister und SP-Landesparteichef Michael Ludwig. Er, Ellensohn, sei jedenfalls dafür, die seit zehn Jahren laufende Koalition für weitere fünf Jahre fortzusetzen.

Kaineder sieht Votum für weitere rot-grüne Koalition

Der Grüne Vizeparteichef auf Bundesebene, Stefan Kaineder, hofft auf eine Fortsetzung der grünen Regierungsbeteiligung in Wien. "Falls sich die Prognosen bestätigen, schaut es nach einem klaren Votum der Wienerinnen und Wiener für eine Fortsetzung der Rot-Grünen Koalition aus", sagte Kaineder in einer Aussendung am Sonntag: "Und schon jetzt scheint klar, dass Parteien, die die Krise nutzen wollten, um zu spalten, bei dieser Wahl abgestraft wurden."

Ganz klarer Auftrag für Rot-Grün

Die Grüne Spitzenkandidatin Birgit Hebein sieht im voraussichtlichen Ergebnis der Wien-Wahl einen "ganz klaren Auftrag" für eine Fortsetzung der Rot-Grünen Koalition. Sowohl der große als auch der kleine Koalitionspartner hätten gewonnen, nach zehn Jahren Koalition sei beiden Parteien der Rücken gestärkt worden, sagte die Vizebürgermeisterin. Koalitionsbedingungen wollte sie nicht nennen, der Ball liege jetzt bei Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Wien. Zu den laut den Hochrechnungen sich abzeichnenden Zugewinnen für die Grünen sagte Hebein: "Die Freude ist groß." Ob es das angestrebte historisch beste Resultat werde, sei aber noch offen. "Außergewöhnlich" ist für Hebein auch, dass in der Koalition in Krisenzeiten von Corona und Klima nicht nur der Erste sondern auch der Zweite in der Koalition Zuwächse verzeichnet.

"Sehr, sehr gutes Ergebnis" der Grünen

Der Grüne Bundessprecher Werner Kogler sieht in dem Resultat seiner Partei bei der Wien-Wahl ein "sehr, sehr gutes Ergebnis". Voraussichtlich werde es nach Mandaten das beste Ergebnis der Geschichte. Den rot-grünen Regierungskurs in Wien sieht der Vizekanzler "bestätigt", wie er im ORF sagte.

In die selbe Kerbe schlug auch die grüne Klubobfrau Sigrid Maurer. Beide Regierungsparteien haben dazugewonnen, "dementsprechend ist dieses Votum so zu werten", sagte Maurer in einer Diskussionsrunde auf "Puls24". Die Wienerinnen und Wiener wünschten sich eine Fortsetzung von Rot-Grün in Wien.

FPÖ-Klubchef: Viel Vertrauen wegen Strache verspielt

Der Wiener FPÖ-Klubchef Anton Mahdalik sieht den Grund für den laut erster Trendprognose massiven Absturz seiner Partei auf 10 Prozent vor allem beim früheren Parteichef Heinz-Christian Strache. "Da wurde viel Vertrauen verspielt", verwies Mahdalik gegenüber der APA auf die Ibiza- und Spesenaffäre des Ex-Vizekanzlers. "Dafür kann die aktuelle Parteiführung gar nichts."

Mahdalik erwartet sich insofern auch keine Obmann-Debatte. "Dominik Nepp hat einen Wahlkampf aus einem Guss geführt." Es habe zuletzt "einen nicht viel schwereren Job" gegeben, als nach den Skandalen Straches die FPÖ zu führen, sagte der Klubobmann.

Die Themenlage sei außerdem nicht gerade im Sinne der FPÖ gelegen. "Corona spielt den Regierenden in die Hände", so Mahdaliks Analyse. Außerdem habe es 2015, als die FPÖ mehr als 30 Prozent hatte, die große Flüchtlingsbewegung gegeben.

Enttäuscht zeigte sich auch FPÖ-Landesparteisekretär Michael Stumpf. Größter Verlierer sei aber nicht die FPÖ, sondern die Wienerinnen und Wiener. Als Gründe für die Verluste machte Stumpf im ORF das Schüren von Angst durch die Bundesregierung im Zuge der Corona-Pandemie und das Antreten von Ex-Parteichef Strache mit einer eigenen Liste aus. Auch für Stumpf war Dominik Nepp "der beste Spitzenkandidat" und "der beste Mann zu richtigen Zeit am richtigen Ort". Auch die Themen der FPÖ seien die richtigen gewesen.

Für Nepp liegt Ursache in Ibiza

Für FPÖ-Spitzenkandidat Dominik Nepp liegt die Ursache für den freiheitlichen Absturz in Ibiza. Der Verlust sei "schmerzlich". Das Ergebnis habe aber in Ibiza seinen Ausgangspunkt. Jetzt gehe es darum, "mit harter konsequenter Arbeit" das Vertrauen wieder zurückzugewinnen, meinte er im ORF.

Wien. Gefragt danach, ob er an Rücktritt denke, meinte er, dass nun einmal das Ergebnis analysiert werden müsse. Zudem verwies er auf den Landesparteitag in den kommenden Monaten. Eine Versöhnung mit Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, sollte dieser in den Landtag einziehen, könne es erst geben, wenn dieser "Buße" tue.

Nepp bedauerte, dass mit der dezimierten Mandatsstärke nicht mehr die gleiche Oppositionsarbeit ausgeübt werden könne: "Die Kontrollkraft wird darunter leiden."

NEOS-Mandatar Ornig jubelt über "sensationelles Ergebnis"

Der Wiener NEOS-Wirtschaftssprecher und Landtagsabgeordnete Markus Ornig zeigte sich höchst erfreut über die erste Prognose. "Es ist natürlich ein sensationelles Ergebnis für uns", sagte er in der Parteizentrale in Wien-Neubau. "Bürgermeister Ludwig (SPÖ, Anm.) kann man gratulieren", sagte Ornig und fügte an, dass es nun an ihm liege, wie mutig dieser sei. "Wir sind für Gespräche offen und haben auch schon fünf Punkte vorgegeben als Basis für eine Zusammenarbeit."

Wiederkehr: "Unser Kurs hat offenbar Nerv getroffen"

NEOS-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr zeigte sich nach der ersten Trendprognose für die Wien-Wahl, die Zugewinne für die Pinken prognostiziert, vorsichtig erfreut. "Im Moment schaut es sehr gut aus - wir müssen natürlich abwarten, was die Hochrechnungen sagen", meinte er zur APA: "Aber unser Kurs, mit den Themen Schulen und Kindergärten, lebendige Betriebe und einem Ende der Freunderlwirtschaft, hat offenbar bei den Wählerinnen und Wählern einen Nerv getroffen."

Man warte jetzt die ersten Ergebnisse ab, sagte Wiederkehr. Aber die derzeitig prognostizierten 8 Prozent wären "ein sensationeller Erfolg".

Höchst zufrieden zeigte sich auch die Listenzweite, Gemeinderatsabgeordnete Bettina Emmerling. "Ich glaube, es war ein sehr starkes Signal von den Wählerinnen und Wählern", sagte sie und bekräftigte den Wunsch nach einer Regierungsbeteiligung mit der SPÖ: "Wir stehen auf jeden Fall bereit, wenn wir die Themen, die uns am wichtigsten sind, umsetzen können."

Donig sieht "sensationelle Prognose" für NEOS

Für NEOS-Generalsekretär Nick Donig sind die seiner Partei bei der Wien-Wahl vorhergesagten fast acht Prozent "eine sensationelle Prognose. Diese bedeutet ein Drittel mehr Stimmen als 2015", sagte Donig in einer Aussendung.

Besonders interessant ist für Donig, dass die Rechtsparteien ÖVP, FPÖ und Team Strache "für ihre plumpe, verantwortungslose und menschenverachtende Politik abgestraft" worden seien. Im Vergleich zu 2015 verlieren sie zusammen gut 15 Prozentpunkte auf rund 25 Prozent - für die ÖVP prognostizieren die Hochrechnungen freilich eine Verdoppelung. "Die Bürgerinnen und Bürger haben eine Alternative in der Mitte gesucht und mit NEOS und Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr eine innovative, verantwortungsvolle neue Mitte gefunden", meinte Donig.

Meinl-Reisinger erfreut über Zugewinne der NEOS

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger freut sich über das gute Abschneiden der NEOS bei der Wien-Wahl: "Die Tatsache, dass wir vor der FPÖ liegen, ist sensationell", sagte sie am Abend in der NEOS-Parteizentrale, nachdem SORA eine entsprechende Hochrechnung publiziert hatte. Erstmals sei es möglich, dass die NEOS in eine Koalition gehen und mit dieser eine solide Mehrheit bilden könnten. Die Freude sei riesengroß.

"Jetzt wollen wir auch beweisen, was noch weiter gehen würde, wenn die NEOS in einer Regierung sind", sagte Meinl-Reisinger. "Ich glaube, es war eine Teamarbeit, aber ganz vorn stand ein Mann, dem wenig zugetraut wurde", lobte sie den Spitzenkandidaten Christoph Wiederkehr. Ihm habe sie vor dem Wahlkampf etwas ganz Wichtiges mitgeteilt. "Ich habe ihm gesagt, er soll nicht auf mich hören, sondern auf sich selbst."

Dass die NEOS mitregieren wollen, ist für Meinl-Reisinger klar. "Es geht uns um die beste Zukunft unserer Kinder", betonte sie und fügte die weiteren für die Partei wichtigen Themen wie Transparenz und das Schaffen neuer Arbeitsplätze an.

Team HC-Parteisekretär Höbart: "Es wird knapp"

"Es wird knapp", so hat der Parteisekretär des Team Strache, Christian Höbart, die ersten Prognosen, die die Gruppierung des ehemaligen Vizekanzlers und FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache nicht im Landtag sehen, gegenüber dem ORF kommentiert. Aber: "Die Chance lebt."

Höbart verwies darauf, dass das Team HC in den Prognosen schlechter eingestuft werde, da die "Bekennerquote" zu Strache wegen der Berichterstattung um vermeintliche Skandale "sicher nicht in den Himmel reicht". Das stimme ihn positiv, "dass wir die fünf Prozent Marke erreichen", so Höbart.

Team-Strache-Klubchef hat keine Hoffnung auf Einzug mehr

Der Klubchef des Team Strache, Listenmitbegründer Karl Baron, war nach den ersten Hochrechnungen um 18.00 Uhr alles andere als optimistisch, dass die Fünf-Prozent-Hürde und damit der Einzug ins Stadtparlament noch geschafft werden können. "Nein, es gibt keine Hoffnung mehr", sagte Baron der APA im Rathaus. Ob es das Team weiter geben soll, müsse man besprechen.

Sollte Straches Liste tatsächlich scheitern, wäre das eine ganz große Enttäuschung, meinte Baron: "Dann war alles umsonst." Ob die neue Partei trotzdem bestehen bleiben wird? "Das werden wir besprechen."

Inhaltliche Gründe für das schlechte Abschneiden sieht Baron nicht: "Sonst hätten wir uns ja verbiegen müssen." Aber das Team Strache habe nur ein Zehntel des Wahlkampfbudgets wie die FPÖ gehabt, führte er ins Treffen. Genugtuung über das ebenfalls katastrophale FPÖ-Ergebnis verspüre er aber nicht, versicherte der Klubchef.

Strache hat Hoffnung noch nicht aufgegeben

Der ehemalige Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat die Hoffnung, mit seinem Team Strache in den Gemeinderat einzuziehen, noch nicht aufgegeben. "Ich bin zuversichtlich, dass wir noch deutlich über fünf Prozent kommen", sagte er im ORF nach den ersten Hochrechnungen, die jedoch alle das Team HC mit großer Wahrscheinlichkeit draußen sahen.

Schuld am Abschneiden der FPÖ sei die derzeitige Führung, denn diese habe "herzlos" eine Spaltung herbeigeführt. Diese habe viele Menschen "nicht nur verletzt, sondern vor den Kopf gestoßen". Seine Nachfolger hätten "eiskalt und herzlos" agiert und die freiheitliche Familie zerstört. Sie müssten daher ersetzt werden, so Strache.

(APA/Red)

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