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Wien-Anschlag konnte dank Upload-Plattform vollständig rekonstruiert werden

100 Ermittler sichteten die Daten zum Anschlag in Wien, die auf die Polizei-Upload-Plattform hochgeladen wurden.
100 Ermittler sichteten die Daten zum Anschlag in Wien, die auf die Polizei-Upload-Plattform hochgeladen wurden. ©APA/HANS PUNZ
Insgesamt 24.000 Uploads zum Anschlag in Wien wurden von der Polizei geprüft und gesichtet, dadurch konnte der komplette Tatablauf "sehr gut und vollständig" rekonstruiert werden. Nun wurde die Plattform wieder deaktiviert.
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90 Minuten nach dem Terroranschlag mit vier Toten am Montagabend in der Wiener Innenstadt hat das Bundeskriminalamt (BK) erstmals seine Medien-Upload-Plattform aktiviert und die Bevölkerung aufgefordert, Videos und Fotos den Sicherheitsbehörden zu übergeben.

24.000 Uploads wurden von Bürgern hochgeladen. 100 Ermittler sicherten die Daten innerhalb von 48 Stunden. In der Nacht auf Sonntag wurde die Plattform deaktiviert. Das BK dankte der Bevölkerung für die Mithilfe.

Uploads ermöglichten vollständige Rekonstruktion des Wien-Anschlags

"Mit dem Videomaterial ist der komplette Tatablauf sehr gut und vollständig rekonstruierbar", berichtete Erhard Frießnik, Leiter des Cybercrime-Competence-Centers (C4) im Bundeskriminalamt, der APA. "Diese Upload-Tools bieten der Polizei fast in Echtzeit neue Ansichten des Tathergangs", sagte der Experte. Zusammengesetzt zeigen die Videos und Bilder den Anschlag aus den verschiedensten Perspektiven beinahe als Gesamtbild.

20.000 Mal wurde die Upload-Plattform von der Bevölkerung genutzt. "Manche Videos wurden 100-fach übermittelt", berichtete Frießnik. Die Plattform war am Montag um 21.35 Uhr freigeschaltet worden, "um 21.42 Uhr gab es den ersten Upload", sagte Frießnik. Der Großteil der Videos, Fotos und Screenshots unter anderem von Einträgen in Social Media Plattformen wurde noch in den Nachtstunden hochgeladen.

120 Gigabyte Material in 48 Stunden geprüft und gesichtet

35 Ermittler begannen noch in der Nacht, das Material zu prüfen. "Wir haben das System sehr einfach aufgesetzt: Jeder Ermittler, der zusätzlich helfen wollte, wurde für den Zugriff zur Plattform auf seinem dienstlichen Account freigeschalten", berichtete Frießnik. Die Daten wurden auf Ihre Relevanz hin geprüft und gesichtet. Innerhalb von 48 Stunden wurden insgesamt die Uploads mit einer Datengröße von rund 120 Gigabyte geprüft. "Am Mittwochabend waren wir fertig", sagte der Ermittler. Dann war auch klar, dass beim Anschlag ein Täter für die Schussabgaben verantwortlich war.

Plattform wurde deaktiviert: Dank an Bevölkerung für Unterstützung

Am 8. November 2020 um 00.00 Uhr wurde die Plattform wieder deaktiviert. "Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Bevölkerung für die enorme Unterstützung und Bereitschaft, private Aufnahmen der Polizei zur Verfügung zu stellen", sagte der C4-Chef. Sollten Zeugen weiterhin Bilder und Videos den Sicherheitsbehörden zur Verfügung stellen wollen, dann ist dies jederzeit direkt telefonisch unter dem Notruf 133 oder persönlich auf jeder Polizeiinspektion in Österreich möglich.

Die Medien-Upload-Plattform wurde vom Cybercrime-Competence-Center entwickelt. Erfahrungen holte man sich dazu unter anderem aus dem benachbarten Deutschland, vom Polizeipräsidium München, das beim Amoklauf 2016 in München sehr gute Erfahrungen mit einem Medien-Upload gemacht hat. Die Plattform wurde erst kürzlich fertiggestellt, noch vor einem Probebetrieb erfolgte am Montag der Echteinsatz. "Die Feuerprobe hat sie sehr gut überstanden", bilanzierte Frießnik. "Das Tool muss für die Menschen einerseits selbsterklärend und einfach zu nutzen sein und andererseits darf es zu keinen technischen Schwierigkeiten kommen, wenn tausende Menschen gleichzeitig riesengroße Datenmengen uploaden." Zudem muss die Sicherheit gewährleistet sein: Die übermittelten Daten sind daher sowohl auf dem Übertragungsweg als auch am Speicherort verschlüsselt.

Die Medien-Upload-Plattform wird auch zukünftig den Landespolizeidirektionen in besonderen Lagen zur Verfügung gestellt. Sie soll helfen, rasch weitere Erkenntnisse über Tatvorgänge und somit neue Ermittlungsansätze zu gewinnen.

(APA/Red)

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