Westbahn feiert 10. Jubiläum mit neuen Zügen

Die Westbahn startet in die Klimaticket-Ära mit neuen Zügen und dem neuen Ziel München.
Die Westbahn startet in die Klimaticket-Ära mit neuen Zügen und dem neuen Ziel München. ©APA
Zur Einführung des Klimatickets am 26. Oktober gibt es noch weitere Neuerungen bei der Westbahn. So wird die Zugflotte mit 15 Zügen der Generation KISS 3 erweitert und es gibt mit München eine neue Destination.
Westbahn: Notvergabe für Strecke Wien-Salzburg endet

Zum zehnten Jubiläum wird die private Westbahn ihre seit Dezember 2017 im Einsatz stehende KISS 2 Flotte zur Einführung des Klimatickets am 26. Oktober mit 15 sechsteiligen Doppelstockzügen der neuen Generation KISS 3 erweitern. Mit dem Fahrplanwechsel wird die Westbahn dann wieder international und ab 12. Dezember wieder die Destination München Hauptbahnhof anbieten. All dies erfuhr man am Montag bei einer Pressefahrt vom Westbahnhof nach Tullnerfeld und zurück.

Westbahn fährt auch nach München

58 Zugfahrten zwischen Wien und Salzburg wird es täglich geben, davon zwölf Fahrten nach München, und zwar die "schnellste komfortabelste und energieeffizienteste Reise nach München", versprach Westbahn-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner den mitreisenden Medienvertretern. Man werde die Destination zum einem zehn Minuten schneller als bisher fahren und neben dem Münchner Hauptbahnhof auch München Ost als Haltestelle haben, da so der Flughafen schneller zu erreichen ist. Würde man nach München fliegen und hätte die Innenstadt als Ziel, wäre man insgesamt langsamer, so Haselsteiner.

Haselsteiner: Neue Ära mit Klimaticket

Mit dem "komfortablen innovativen spurtstarken S-Bahn-Zug" (KISS) der dritten Generation habe man nicht nur zehn Prozent mehr Sitzplätze als zuvor, die in zwei Jahren produzierten und zugelassenen Doppelstockzüge würden auch klimaschonenden Ansprüchen genügen, denn mit seinem geringen CO2-Verbrauch sei der Schweizer Hersteller Stadler Rail ein führendes Unternehmen, auch ein vergleichsweise geringes Gewicht zeichne die Wägen aus. "Das Klimaticket wird dann Ende Oktober eine neue Ära einleiten", ist sich Haselsteiner sicher, aus seiner Sicht wäre es unklug bei den Strecken Wien-Linz beziehungsweise Wien-Salzburg ein anderes Fortbewegungsmittel als die Bahn zu wählen.

Bahnhof Zürich als nächstes Wunschziel

Bei der Pressefahrt fehlte Verkehrs- und Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) krankheitsbedingt und wurde von ihrem Generalsekretär Herbert Kasser vertreten. Haselsteiner hatte eine Botschaft an Gewessler, denn er wolle, dass die Westbahn ihrem Namen weiter gerecht wird, was bedeute, dass man als weitere Destination Bregenz über München ansteuern wolle, eine "erhebliche Fahrzeitersparnis" würde das bedeuten - und als "Hoffnung und Vision" wäre dann der Bahnhof Zürich das nächste Wunschziel.

Gegenwärtig lobte Westbahn-Geschäftsführer Erich Forster noch einmal die neuen KISS 3-Garnituren, die Leichtbauzüge mit ihren rund 320 Tonnen seien mit 25 Prozent geringerem Verbrauch nicht nur "sehr energieoptimal, auch ein zentraler Punkt für die Wirtschaftlichkeit, wegen gestiegener Energiepreise", zudem sei man streckenschonend unterwegs, da der Achsendruck durch das geringere Gewicht die Infrastruktur schone - und gegen die "gemeinsame Gefährdung durch Corona" gebe es in den WCs Desinfektionsmittelspender. Zudem wird man auch auf ein Dreiklassenkonzept umstellen, das neben der zweiten (Standard Class, Orange) und ersten Klasse (First Class, Gelb) im KISS 3 noch die Comfort Class 2+ (Petrol) bieten wird. Die Farbcodierung soll dann an den Einstiegstüren und mit einem Leitsystem im Zuginneren für Übersicht sorgen. Eine "Klimaticketklasse" für das Klimaticket Now bzw. Österreich enthält ab dem 26. Oktober bei den neuen Zügen die Option, kostenlos in die Comfort Class upzugraden.

Corona: Westbahn steigt positiv aus

Was mögliche Verluste wegen Corona betrifft, da konnte Haselsteiner beruhigen, da man wie die ÖBB während der Lockdowns Coronahilfen beanspruchen konnte, so steige man positiv aus. "Für kommendes Jahr rechnen wir mit der Rückkehr der Kunden", so Haselsteiner, und zwar dann, wenn die Durchimpfungsraten hoch genug sind. Aktuell werde man sich aber Zugangsregeln überlegen müssen, wie alle Transporteure. Es gelte wohl, die Landtagswahlen in Oberösterreich abzuwarten, ehe man weiß, wie es weitergehen soll beziehungsweise was die Regierung will.

(APA/Red)

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