Weiterer Omikron-Verdacht: Wiener in Salzburg positiv getestet

Der Wiener ließ sich in seinem Zweitwohnsitz in Salzburg testen.
Der Wiener ließ sich in seinem Zweitwohnsitz in Salzburg testen. ©APA/dpa/Oliver Berg
Ein Wiener, der am Freitag mit dem Flugzeug aus Südafrika einreiste, wurde in einem Salzburger Labor positiv getestet. Es könnte sich um die Omikron-Variante handeln, wie Auffälligkeiten vermuten lassen.
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Am Montag hat auch in Salzburg ein Labor einen ersten Verdachtsfall auf die neue Corona-Variante Omikron an die Gesundheitsbehörden gemeldet. Wie das Land am Nachmittag informierte, stammt die positive Probe von einem Wiener, der am Freitag mit dem Flugzeug aus Südafrika heimgekehrt ist. Der Mann hatte sich offenbar an seinem Zweitwohnsitz in einer Teststraße einem PCR-Test unterzogen. Die Probe wurde darum in Salzburg ausgewertet und zeigte Auffälligkeiten.

Warten auf Sequenzierung

"Es gibt derzeit keine Kenntnis darüber, dass es Kontaktpersonen hier bei uns in Salzburg gibt. Das überregionale Contact Tracing der AGES ist voll angelaufen, da die Flugpassagiere kontaktiert werden müssen", erklärte Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Die Kontaktpersonen-Nachverfolgung im Bundesland sei jedenfalls unmittelbar nach Bekanntwerden der neuen Variante B.1.1.529 vergangene Woche bereits angepasst worden. Nun gelte es angesichts des Verdachtsfalles auf das Ergebnis der Sequenzierung zu warten, die in Salzburg erfolgen soll.

Verbreitung von Omikron verlangsamen

"Jeder Verdachtsfall wird von uns prioritär behandelt, die Reiseanamnese genau gemacht, die PCR-Probe sequenziert sowie die Kontaktpersonen erhoben und abgesondert", so Juhasz. Eine Freitestung sei dabei weder für Indexperson noch für Kontaktpersonen möglich. "Ähnlich wie die Delta-Variante wird auch die Omikron-Variante vermutlich nicht aufzuhalten sein. Wir können ihre Ausbreitung bestenfalls verlangsamen. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sie ansteckender sein könnte".

Nicht auf "angepassten" Impfstoff warten

Juhasz appellierte aber an die Salzburger, weder mit der Impfung noch der Auffrischung auf einen "angepassten" Impfstoff zu warten. "Auch die bisherigen Impfstoffe dürften nach derzeitigem Kenntnisstand gegen die neue Variante eine Wirkung zeigen", erklärte sie. Das Land hat vor dem Wochenende alle Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika dazu aufgerufen, sich bei der Hotline 1450 zu melden. Betroffene sollen sich einem PCR-Test unterziehen, die Proben werden auf die neue "Omikron"-Mutation überprüft. Diesem Appell seien bisher acht Personen gefolgt, sagte ein Sprecher des Landes am Montag zur APA.

Primer kann Omikron-Variante erkennen

Das Salzburger Labor Medilab, das etwa die behördlich angeordneten PCR-Tests im Bundesland analysiert, screent bereits alle positiven Proben auf die neue Virusvariante. Bei der Mutationsanalyse wird nach Mutationen gesucht, die bei der neuen Omikron-Variante vorkommen, nicht aber bei der derzeit gängigen Delta-Variante. "Wenn wir eine dieser Mutationen finden, handelt es sich damit um einen potenziellen Omikron-Verdachtsfall", erklärte Labor-Facharzt Hans Georg Mustafa im APA-Gespräch. Noch im Laufe dieser Woche kämen dann im Labor speziell entwickelte Primer zum Einsatz, mit denen sich die neue Variante bereits recht verlässlich beweisen lasse. Die deutlich zeitaufwendigere Sequenzierung erfolge dann nur noch sicherheitshalber.

Bei Novogenia, jenem Eugendorfer Biotech-Labor, das unter anderem die "Salzburg gurgelt"-PCR-Tests abwickelt, erfolgt kein flächendeckendes Screening auf die neue Variante. Wie ein Sprecher des Unternehmens zur APA sagte, brauche es dazu eine behördliche Anordnung. Ansonsten sei Novogenia wie andere Labore auch aber vertraglich dazu verpflichtet, einen Teil der Proben nach Mutationen zu screenen.

(APA/red)

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