Todesfall am Wilhelminenberg aufgeklärt: Opfer lebt

Zumindest für den Todesfall am Wilhelminenberg gab es Entwarnung
Zumindest für den Todesfall am Wilhelminenberg gab es Entwarnung ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Eine Wende ergeb sich am Mittwoch im vermuteten Todesfall am Wilhelminenberg. Der Staatsanwalt gibt Entwarnung: Das Opfer ist am Leben.
Todesfälle im Heim
Kommission bald fix
Eine Erzieherin erzählt

Die Staatsanwaltschaft gab am 19. Oktober klare Entwarnung zu den schwerwiegenden Vorwürfen gegen das ehemalige Heim am Wiener Wilhelminenberg bezüglich eines Todesfalles. Ein Kind sei in den Fünfzigerjahren dort angeblich von einer Lehrerin totgeprügelt worden, wie eine heute 69-jährige Frau berichtete, die diese Misshandlungen selbst beobachtet haben will.

Wie jetzt bekannt wurde, ist dieser Fall jedoch bereits 2010 eingehend untersucht worden. Dabei fand man heraus, dass das totgeglaubte Heimkind lebt. Im Detail erklärte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, auf Anfrage der Tageszeitung “Kurier”, dass es 2010 ein Ermittlungsverfahren gegen eine Erzieherin des Kinderheimes Wilhelminenberg gab. Maria H. war wegen mutmaßlicher, schwerer Misshandlung eines Heimkindes in den 1950er Jahren angeklagt. Aufgezeigt und den Vorwurf erhoben habe ein anderes damaliges Heimkind, Elfriede S. (Name geändert).

Die Misshandlung am Wilhelminenberg blieb ohne Todesfolge

Laut Vecsey handelt es sich um keinen Todesfall, das mutmaßliche Opfer von damals lebt und soll Mitte der 1950er Jahre aus dem Heim Wilhelminenberg gekommen sein. Das Verfahren wurde im September 2010 wegen Verjährung eingestellt. Körperverletzungsdelikte ohne Todesfolge verjähren österreichischem Recht zufolge nach längstens zehn Jahren.

Opfer-Anwalt Öhlböck, der am Dienstag von Todesfällen am Wilhelminenberg gesprochen hat, sagte zur Wende in diesem Fall: “Ich habe das mitgeteilt, was Elfriede S. authentisch wiedergegeben hat.” Der Ermittlungsakt selbst sei ihm nicht bekannt. Damit kann für die schwerwiegenden Vorwürfe gegen das Heim am Wilhelminenberg eine erste Entwarnung gegeben werden – ob dies auch für die Vorwürfe von Serienvergewaltigung und Kinderprostitution gelten kann, wird sich zeigen.

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