Tiergarten Schönbrunn baut umstrittene neue Anlage für Eisbären

Ein schöneres Leben erwartet die Eisbären in Schönbrunn ab 2014. Oder nicht?
Ein schöneres Leben erwartet die Eisbären in Schönbrunn ab 2014. Oder nicht? ©APA
Im Tiergarten Schönbrunn sind derzeit keine Eisbären zu bewundern. Denn das Eisbärengehege wird bald erheblich vergrößert. Eisbärin Tania und Co. sollen ab 2014 doppelt so viel Platz haben - trotzdem nicht genug, meint der Österreichische Tierschutzverein.
Tania zieht aus

Das Gehege der Eisbären im Tiergarten Schönbrunn in Wien-Hietzing wird derzeit im großen Stil umgebaut. Es soll den Vierbeinern nach seiner Fertigstellung doppelt so viel Platz bieten wie bisher. Die Bauarbeiten sind ein Großprojekt, das erst 2014 abgeschlossen sein wird – und das nicht alle Wienerinnen und Wiener befürworten.

Schönbrunn übersiedelte Eisbärin

Die letzte Eisbärin, die derzeit noch in Schönbrunn lebte, wurde am 11. Oktober für die Dauer der umfassenden Bauarbeiten in den Budapester Zoo übersiedelt. Nach dem Umzug ihrer Zwillinge Arktos und Nanuq nach Hannover hielt die Bärenmama als letzte der Großbären in Schönbrunn die Stellung. Denn im November beginnen die Abrissarbeiten der alten Anlage, und 2014 soll die neue Eisbärenwelt eröffnet werden. Dort wird Tania dann auch wieder Gesellschaft bekommen. Platz bietet die neue Anlage jedenfalls genug. Oder?

Die neue Eisbärenanlage wird rund 1.700 m² umfassen und wird damit doppelt so groß sein wie das bestehende Gehege. Wechselnde Bodenstrukturen wie Sand, Gras, Erde und Schotter sowie verschieden tiefe Wasserbecken sollen den Tieren optimale Lebensbedingungen bieten. In einem speziellen Informationszentrum namens  “Polardom” werden die Besucher nach dem Umbau alles über die polare Tierwelt und ihre Gefährdung erfahren. Als besonderes Zuckerl wird es dann sogar möglich sein, die Eisbären unter Wasser zu beobachten. Faszinierende Einblicke in das Leben der Großbären sind damit in Schönbrunn garantiert.

Scharfe Kritik vom Tierschutzverein

Der Umbau des Geheges wird jedoch nicht ganz billig: Neun Millionen Euro wird das neue Zuhause der Eisbären den Steuerzahler insgesamt kosten. Seitens des Österreichischen Tierschutzvereins werden nun kritische Stimmen laut. Die Tierschützer halten den Umbau des Geheges für Geldverschwendung und stellen fest, dass keine noch so neue, große oder naturnahe Eisbärenanlage dieser Großbärenart jemals gerecht werden könne. Sie sind dafür, die Eisbärenhaltung in Schönbrunn generell auslaufen zu lassen und argumentieren dies mit der Empfehlung der EU, die sich schon vor Jahren dafür aussprach, keine Eisbären mehr in Zoos zu halten.

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