Studie: Kinder sind nicht der Hauptgrund für Teilzeitarbeit

Viele Eltern wollen auch einfach mehr Zeit mit dem Nachwuchs verbringen.
Viele Eltern wollen auch einfach mehr Zeit mit dem Nachwuchs verbringen. ©pixabay.com
Kinderbetreuung ist nicht der Hauptgrund für Teilzeitarbeit, fand eine Studie des Katholischen Familienbundes heraus. Über die Hälfte der Teilzeitarbeitenden hätten keine Kinder und nur ein Fünftel aller Befragten würde auch auf mehr Stunden aufstocken.
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Die Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten befindet sich nicht aus Gründen der Kinderbetreuung in dieser Beschäftigungsform. Nur 43 Prozent der teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen leben mit Kindern in einem Haushalt. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Integral-Studie im Auftrag des Katholischen Familienverbandes, die am Mittwoch in einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Befragt wurden 1.500 Erwerbstätige online in drei Wellen im Juni und Juli.

Teilzeit überwiegend nicht ungewollt

Ein Viertel der befragten Berufstätigen (26 Prozent) arbeitet Teilzeit oder ist geringfügig beschäftigt, im Schnitt mit 20 Wochenstunden. Von diesen Teilzeitbeschäftigten wünscht sich lediglich ein Fünftel (21 Prozent) eine Stundenaufstockung. Die Vereinbarkeitssprecherin des Familienverbandes, Barbara Fruhwürth, erklärte dazu, dass Teilzeit nicht überwiegend ungewollt sei, wie das häufig suggeriert werde. Fast drei Vierte wünschen sich keine Stundenaufstockung.

Kinderbetreuung nicht Hauptgrund für Teilzeitbeschäftigung

Der Präsident des Familienverbandes, Alfred Trendl, folgerte aus der Umfrage auch, dass es nur bedingt zutreffe, dass fehlende Kinderbetreuungsplätze für die hohe Teilzeitbeschäftigung verantwortlich seien. Drei Viertel, die aufgrund von Betreuungspflichten Teilzeit erwerbstätig sind, machen das, weil sie neben der Erwerbsarbeit noch Zeit für Kinder haben wollen. Weitere 26 Prozent geben an, es sei kein flexibles oder qualitatives Kinderbetreuungsangebot vorhanden, für 25 Prozent sind die angebotenen Betreuungsmöglichkeiten zu teuer und 11 Prozent bemängeln ein fehlendes ganztägiges Betreuungsangebot. "Die Umfrage macht deutlich, dass der alleinige quantitative Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen wenig zielführend ist", sagte Trendl. "Es müssen auch die Qualität und die Leistbarkeit stimmen."

Kindererziehungszeiten sollen anerkannt werden

Fruwürth forderte auch Maßnahmen gegen die Altersarmut von Frauen. Konkret verlangte sie eine bessere und längere pensionsrechtliche Anrechnung der Kindererziehungszeiten. Statt des Medianeinkommens der Frauen solle das höhere allgemeine Medianeinkommen als Bemessungsgrundlage für die Pension herangezogen werden. Und die pensionsrechtliche Anerkennung von Kindererziehungszeiten solle nicht nur bis zum vierten Lebensjahr des Kindes erfolgen, sondern bei Teilzeitarbeit aufgrund von Betreuungspflichten solle es eine betraglich abgestufte Regelung bis zum achten Lebensjahr des Kindes geben.

(APA/red)

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