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Strache ist eine Zumutung

HC Strache verkündete gestern seinen Antritt bei der Wien-Wahl.
HC Strache verkündete gestern seinen Antritt bei der Wien-Wahl. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Gastkommentar von Johannes Huber. Der ehemalige FPÖ-Chef tritt bei der Wiener Gemeinderatswahl an. Sein Ziel, Bürgermeister zu werden, wird er zum Glück verfehlen. Doch schon der Rücktritt vom Rücktritt ist unerträglich.
Strache will Bürgermeister werden

Seit einem Jahr läuft’s gar nicht mehr für Heinz-Christian Strache: Am 17. Mai 2019 wurde das Ibiza-Video bekannt. Unmittelbar darauf zog er sich (vorübergehend, wie man heute weiß) aus der Politik zurück. Jetzt hat er endgültig sein Comeback angekündigt – er wird für eine Liste mit dem holprigen Namen „Die Allianz für Österreich“ (DAÖ) bei der Wiener Gemeinderatswahl im Oktober antreten. Ziel: Bürgermeister werden. Das jedoch ist so unrealistisch wie noch nie. Und überhaupt. 

Stand 1. Mai 2020 steht die Coronakrise über allem. Regerende sind in diesem Zusammenhang extrem populär geworden. Die ÖVP von Sebastian Kurz könnte bundesweit fast schon mit einer absoluten Mehrheit rechnen. Zusammen mit den Grünen würde sie wohl zu einer Zweidrittelmehrheit kommen. Auch auf kommunalpolitischer Ebene gibt es eher mehr Zuspruch für die führenden Parteien. In Wien kann’s Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) recht sein; zumindest hier könnte die Sozialdemokratie einen Achtungserfolg erzielen.

Die Erklärung für diese Entwicklung ist einfach: In Krisenzeiten klammern sich viele an Persönlichkeiten, die Verantwortung tragen und bei alledem mit ruhiger Hand agieren. Das gibt zumindest ein bisschen Sicherheit. Vertreter der Fundamentalopposition schaffen dagegen nur zusätzliche Unruhe. Und das will niemand. Also hat die FPÖ zuletzt noch weiter verloren, also sind die Verhältnisse auch für Heinz-Christian Strache gerade sehr ungünstig.

In Wien ist für Strache vorerst nur ein Duell mit seiner ehemaligen Partei, der FPÖ, möglich: Er kann ihr schaden. Beziehungsweise sich rächen an ihr, nachdem sie ihn mit nassen Fetzen hinausgeworfen hat. Mehr ist nicht drinnen. Das Bürgermeisteramt schon gar nicht: Dazu müsste Strache über 30 Prozent kommen und die SPÖ überholen. Oder über 20 Prozent kommen, stärker als die ÖVP werden und dann auch mit ihren Stimmen zum Stadtoberhaupt gewählt werden. Weder auf das eine noch auf das andere sollte man jedoch wetten; zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld verloren ist.

Heinz-Christian Strache kann lediglich auf zwei Wahlmotive setzen: Mitleid und Trotz. Anders ausgedrückt: Es gibt sicher ein paar Menschen, denen er unendlich leid tut und die ihn daher unterstützen. Und es gibt wohl auch einige Männer und Frauen, die ihn jetzt erst recht wählen, um ÖVP, SPÖ und Grünen eins auszuwischen.

Aber sonst? Vor einem Jahr hat der damalige Vizekanzler und FPÖ-Chef jeglichen Führungsanspruch verloren: In dem Ibiza-Video hat er davon gesprochen, wie er Macht missbrauchen könnte. Für Geld und wie es ihm gefällt. Alkoholspiegel und Macho-Gehabe sind und waren keine Ausrede dafür: Zu konkret waren die Äußerungen. Und überhaupt: Allein die vielen Unsäglichkeiten auszusprechen wären schon Grund genug gewesen, nicht nur vorübergehend zurückzutreten, sondern sich auch dauerhaft fernzuhalten von der Politik.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik

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