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#sinnfluencer: Ein Guide über 20 Bloggende und ihre Ideen für eine bessere Welt

Was man so alles für eine bessere Welt anstellen kann, verraten 20 Nachhaltigkeits-Blogerinnen und Blogger im Buch "#sinnfluencer"
Was man so alles für eine bessere Welt anstellen kann, verraten 20 Nachhaltigkeits-Blogerinnen und Blogger im Buch "#sinnfluencer" ©VIENNA.at/Daniela Herger
Wenn eine Nachhaltigkeitsbloggerin ihre besten Kolleginnen und Kollegen vorstellt: Das Buch "#sinnfluencer" vereint Storys, Tipps und DIY-Projekte einiger der bekanntesten Influencer rund um Umweltschutz und Co.
Nachhaltigkeitsguide: "Just share it!"
"Achtsam Anziehen": Fair Fashion-Buch

Wer nachhaltiger und bewusster leben möchte und viel in den sozialen Medien unterwegs ist, wird viele der hier genannten Namen schon gehört bzw. deren Content gesehen haben - etwa Justine Siegler alias @justinekeptcalmandwentvegan, Verena Hirsch a.k.a. @allmydeer oder die @fashionchangers, hinter denen Vreni Jäckle, Jana Braumüller und Nina Lorenzen stehen.

Storys, Tipps und DIY-Projekte von Nachhaltigkeitsbloggenden

Den Schritt von digital zurück zu analog macht Bloggerin Annemarie Imgrund, selbst auf dem Instagram-Account @todayis_de aktiv, mit dem Buch "#sinnfluencer - Storys, Tipps und DIY-Projekte deiner NachhaltigkeitsbloggerInnen." Darin werden insgesamt 20 Influencer präsentiert, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mehr oder weniger regelmäßig im Netz Inhalte für eine bessere Welt zu teilen - sei es zu nachhaltiger Ernährung, DIY-Kosmetik, Wohnen, Fair Fashion, Reisen oder sonstigen Umweltschutz-Themen. Die Richtung, in die es dabei gehen soll, bringt Imgrund bereits im Vorwort des Buches auf den Punkt:

"Zum Glück gibt es unzählige Dinge, die wir alle im Alltag umsetzen können, um zu einem gesunden Planeten beizutragen. Dabei können wir wichtige Ressourcen sparen und unseren ökologischen Fußabdruck auf ein gesundes Maß bringen." Was hier noch theoretisch klingt, wird in "#sinnfluencer" erfreulich praktisch dargeboten - jede Menge Inspiration garantiert.

In medias res - besser Essen für einen besseren Planeten

Warum Veganismus nicht nur erstrebenswert, sondern zukunftsträchtig ist, erfährt man im Kapitel "Wie unsere Ernährung das Klima beeinflusst", Grundwissen zu Bio-Lebensmitteln wird ebenso vermittelt wie Infos zu regionalem und saisonalem Einkaufen und zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung - doch wer davon spontan überfordert ist, kann sich direkt die leicht umsetzbaren Rezepte und Co. im Buch vornehmen.

"Lieber kleine als keine Schritte" - so etwa das Motto von Julius Friedrich a.k.a. @juliusfriedrich97, seines Zeichens Tierarzt in spe, der im Buch vegane Rezepte zum einfachen Nachmachen präsentiert: "Fluffige Apfelpancakes" und "Veganes Rührei". Wer größer aufkochen will, möchte sich vielleicht an "Gefüllten Süßkartoffeln mit Grünkohlpesto und Kichererbsen" à la Justine Siegler versuchen und zum Nachtisch "Vegane Brownies" kredenzen.

Schminken und Pflegen: Best of DIY Kosmetik

Will man auf Naturkosmetik setzen und weniger Plastik im Bad haben, wird man in "#sinnfluencer" ebenfalls schöne Projekte finden, die man direkt umsetzen und damit in Summe einen großen Unterschied machen kann. Denn hier werden nicht nur problematische Inhaltsstoffe in Produkten erläutert, die wir uns täglich auf Haut und Haare auftragen - wie die berüchtigten Mineralöle, Paraffine, Parabene, SLS und Co. - und die verschiedenen Siegel vorgestellt, mit denen gute Naturkosmetik deklariert wird, sondern auch einfache und preisgünstige Möglichkeiten aufgezeigt, um selbst tätig zu werden.

Selbstgemachtes Deo etwa ist, wie im Buch vorgestellt, leicht herzustellen und kommt ganz ohne Aluminiumsalze aus. Auch Badebomben müssen nicht um teures Geld gekauft, sondern können ganz einfach selbst hergestellt werden - mit den passenden ätherischen Ölen nach Wahl, die etwa bei Schlaflosigkeit, Erkältung oder Stress helfen können. Trockenshampoo aus ohnehin im Haushalt befindlichen Zutaten oder Abschminkpads aus bereits vorhandenen Ressourcen zu machen - Stichwort Upcycling -, ist ebenfalls keine Hexerei, wie im Buch aufgezeigt wird.

Von "Fast Fashion" zu "Fair Fashion"

Dass herkömmlicher Modekonsum im Sinne von "Fast Fashion" für die Umwelt massiv problematisch ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr - die Textilindustrie ist einer der größten Umweltsünder überhaupt. Wertvolle Ressourcen wie Trinkwasser werden beim Herstellen von Kleidung in Massen verschwendet, die Arbeitsbedingungen dahinter sind mehr als prekär und die solcherart entstandene Kleidung verstehen viele als Wegwerfartikel, wofür Mensch und Umwelt einen hohen Preis zahlen.

Dass es auch anders geht und Kleidung nachhaltig konsumiert werden kann, zeigen die Blogger in "#sinnfluencer" auf. Reparieren statt wegwerfen, Secondhand statt Neukauf, Tauschpartys besuchen oder veranstalten lautet hier die Devise. Wer auf eine "Capsule Wardrobe" aus lauter Lieblingsteilen setzt, spart Zeit, Geld und Nerven - und kreiert ganz nebenbei einen "Signature Look". Frustkäufe und die berüchtigte "Retail Therapy" haben da keinen Platz mehr. Und wer dann doch etwas Neues zum Anziehen benötigt, dem werden in diesen Buch von denen, die es am besten wissen, die wichtigsten Siegel für faire und nachhaltige Kleidung vorgestellt.

Nachhaltigkeit in den eigenen vier Wänden und "on the road"

Spätestens seit der Coronakrise inklusive sich wiederholender Lockdowns sind uns die eigenen vier Wände wichtiger und deren Vor- und Nachteile bewusster geworden. Auch in Sachen Haushalt und Wohnen geht es nachhaltiger, als es uns vielfach bewusst ist - die 10.000 Gegenstände, die der durchschnittliche Haushalt umfasst, sind nämlich nicht selten aus für die Umwelt problematischen Materialien. Ein nachhaltiges Zuhause kommt mit weniger Plastik aus, wie die Blogger im Buch klar aufzeigen. Wenn es ans Putzen geht, ist etwa ein vielseitiger "DIY-Essigreiniger" schnell gemacht und jede Menge umweltschädliche Chemie damit eingespart. Und auch zur Reinigung von Geschirr, WC oder Geschirrspüler lässt sich mit wenig Aufwand das Passende zusammenmixen. Oder wie wäre es mit einem großen Schritt in Richtung Minimalismus? Wie das Wohnen in einem Tiny House am besten klappt, erfährt man ebenfalls in "#sinnfluencer".

Und damit noch lange nicht genug: Wie man generell in seinem Alltag aktivistischer werden, (hoffentlich irgendwann bald wieder) nachhaltig reisen kann und unzählige Themen mehr werden ebenfalls in diesem Buch abgedeckt.

#sinnfluencer: Geballte Inspiration in einem vielseitigen Guide

Fazit: "#sinnfluencer" ist ein Buch der Möglichkeiten und der Inspiration. Übersichtlich, reich bebildert und sehr persönlich erfährt man von "Experten wie Du und Ich" darin, was jede und jeder Einzelne auf dem Weg zu einer besseren Welt ganz einfach ändern und mit jedem dieser kleinen Schritte in Summe einen großen Unterschied machen kann.

Damit sind Ausreden, dass man selbst ja nichts bewirken und Veränderung nur ausgehend von den großen Konzernen oder der Regierung geschehen könne, endgültig passé. Und wer von Ideen wie den hier vorgestellten nicht genug bekommen kann, der hat nach diesem Buch ja 20 Personen an der Hand, denen er für tagesaktuellen Content der nachhaltigen Art auch auf Instagram und Co. folgen kann. Wärmste Empfehlung!

Annemarie Imgrund: "#sinnfluencer. Storys, Tipps und DIY-PRojekte deiner NachhaltigkeitsbloggerInnen." TOPP Verlag, 2021. Gebunden, 160 Seiten mit zahlreichen Fotos und Abbildungen. 22,70 Euro. ISBN: 9783772445378

(dhe)

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